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Toots Mondt

Autor: Nefercheperur - gepostet am 25.05.2006




Joe “Toots” Mondt gilt als einer der schillerndsten und kontroversten Persönlichkeiten der Professional Wrestling Geschichte. Es gibt nur wenige Persönlichkeiten über die sich mehr Mythen und Legenden ragen, als über Toots Mondt. Mondt hatte eines der grössten Ego`s, die man sich vorstellen kann, er war ein knallharter Geschäftsmann und war neben sich nur noch zu seinem Freund Ed Lewis sein Leben lang loyal. Als Promoter interessierte Mondt sich nicht für die Probleme der Wrestler, für ihn zählte nur das Geld. Mondt schrieb selbst Geschichte mit dem kontroversen Buch “Fall Guys“. Mondt stellte sich selbst immer als den größten Wrestler und Promoter da denn es gab, das Buch ist wohl die größte Selbstpromotion die man sich vorstellen kann. Toots Mondt könnte man als John McGraw des Pro Wrestlings beschreiben, alles was im Pro Wrestling neu war, wurde von Toots Mondt beansprucht das er es erfunden hätte. Weil es so wenig Aufzeichnungen gibt, und weil Mondt gerne mal die Geschichte umschrieb zu seinen Gunsten, ist es schwierig heutzutage zu unterscheiden wer war Toots Mondt wirklich, und was war von ihm eine bewusst gestreute Nachricht? Umbestritten ist sein Einfluss auf das Professional Wrestling, ohne Toots Mondt`s Einfluss wäre die Geschichte des Sports anders verlaufen. Er war nicht der Erfinder des modernen Wrestlings, wie es immer wieder heisst, soweit sollte man keinesfalls gehen. Aber man kann sagen, Toots Mondt ist für das Moderne worked Wrestling wie wir es heute in Nord Amerika kennen eine der wichtigsten Person gewesen, die es gab.

Toots Mondt war 50 Jahre lang einer wichtige und einflussreiche Personen im Pro Wrestling, er war wie ein Octopus, in so gut wie jeder Promotion war er vertreten. Er war Mitglied des weltberühmten Gold Dust Trio`s in den 20er Jahren. Mit Vince McMahon Sr. gründete er 1963 die World Wide Wrestling Federation (WWWF) und splittete sich von der NWA. Er war zudem der Manager von Buddy Rogers, einer der Charismatischsten Champions der 50er und 60er Jahre, und damit war Toots Mondt auch der große Gegenspieler zu Sam Muchnick/Lou Thesz von der NWA. Als Promoter, Manager, Booker und Business Man hatte Toots Mondt einen großen Einfluss, als Wrestler und Hooker zählte er ebenfalls zu einen der besten seiner Zeit, was leider viel zu oft überschattet wird von dem Geschäftsmann Toots Mondt. Privat war Joe Mondt eine schillernde Persönlichkeit, er hatte die Fähigkeit zu führen, und für seine Ideen Leute zu gewinnen die zuvor nicht davon überzeugt waren. Eine Gabe die nicht viele Menschen haben, und die die Karriere von Toots Mondt prägte. Wenn ihr mehr über Toots Mondt erfahren wollt, dann ließt weiter die Geschichte von Toots Mondt.....

Joseph Raymond Mondt wurde 1886 auf einer Farm in Ames, Iowa geboren. Mondt behauptete später, wie viele andere Wrestler aus Iowa nach Frank Gotch, das er aus Humboldt, Iowa kommt, die erste Unwahrheit von Toots Mondt. Als sein Vater als Farmer in Iowa Pleite ging, zog die Familie nach Greeley, Colorado um, wo der Vater in den Minen von nun an sein Geld verdiente. Als Teenager bekam Toots Mondt dann den Wrestling Newsletter von Martin “Farmer“ Burns (Abdruck & Infos siehe Farmer Burns Biographie), und lernte das Pro Wrestling kennen. Mondt hatte einen sehr athletischen Körperbau und begann zu wrestlen auf einem Carnival. Mit 16 Jahren gab er 1902 sein Debüt, schnell wurde er bekannt als The Colorado Cowboy. Als dann der Rummel die Stadt verliess und in die nächste Stadt zog, ging Toots Mondt mit. Mondt arbeitete über Jahre für den Rummel, und probierte auch sich als Akrobat mit wenig Erfolg. Als Mondt wieder mit dem Wrestling auf dem Carnival anfing, da entdeckte ihn Martin Burns bei einem seiner Scouting Reisen. Burns war beeindruckt von dem Talent des jungen Mannes auf dem Rummelplatz, und so bot er Toots Mondt an mit ihm zugehen und von ihm zu lernen. Zu jener Zeit war es eine Ehre mit Martin Burns zu trainieren, das ist etwa so wie wenn Michael Jordan einem Basketball Training anbietet, oder Michael Schumacher gibt einem Fahrstunden. Das Training mit Martin Burns war für die Entwicklung von Toots Mondt ungemein wichtig, und somit auch für das Pro Wrestling. Martin Burns ist auch verantwortlich für den Nickname von Joe “Toots“ Mondt, hierbei gibt es jedoch zwei Geschichten, je nachdem welcher man glauben schenkt. Die eine ist, das Martin Burns seinen Schüler “Toots“ nannte, weil dieser der jüngste Wrestler in seinem Camp war und ein Baby Face hatte. Die zweite Story ist, das Joe Mondt so kleine Füße hatte und deshalb Burns ihn Toots nannte. In Wirklichheit hatte Mondt immer Probleme mit Schuhen, deshalb lief er immer Barfuss rum. Selbst im hohen alter sah man Toots Mondt wie er im Anzug Barfuss lief, es gibt kein einziges Photo das Mondt mit Schuhen zeigt, weil er eben nie mit Schuhen lief.

Als Wrestler lernte Toots Mondt von dem besten Wrestling Trainer den man sich vorstellen kann. Nicht umsonst wurde Mondt zu einem gefürchteten Hooker seiner Zeit. Als der World War I zu Ende war, hoffte man im Pro Wrestling in Nord Amerika das es bergauf ging. Doch die Hoffnungen wurden bald begraben. Das Pro Wrestling erlebte zwischen 1918 und 1920 eine schwere Krise. Die Fans wollten nicht mehr die Stunden langen Marathon Matches sehen. 60 Minuten Matches wurden schon als kurze Matches bezeichnet. Etliche Matches gingen zwischen zwei und vier Stunden zu jener Zeit. Zudem wurden damals die Wrestling Matches als Shoot geworked, wenn auch wenige, oder die Matches wurden so dargestellt, als seien sie Shoots, siehe auch Caddock vs Stecher von 1920. Zu jener Zeit, etwa 1922, kam Toots Mondt ins Trainingscamp von Ed Lewis und seinem Manager Billy Sandow. Diese Kombination sollte Jahre später als Gold Dust Trio in die Geschichte eingehen. Vieles über das Gold Dust Trio ist jedoch auch reine Fiktion - dazu jedoch später mehr. Am Anfang war Toots Mondt jedoch der Sparring Partner und Trainer von Ed Lewis. Nach einiger Zeit wurde Toots Mondt zum Policeman für seinen Schüler. Policeman bedeutet, das Mondt dafür sorgte, das jeder Gegner von Lewis die “Regeln“ kannte, und nicht gegen sie verstieß. Toots Mondt erlitt somit das selbe Schicksal wie Joe Pesek, einer der besten Wrestler aller Zeiten, und dennoch keine großen Erfolge im Schatten von Ed Lewis. Zwischen Lewis und Mondt entwickelte sich eine Freundschaft zu jener Zeit, die ein Leben lang halten sollte. Ed Lewis sollte der Einzige sein, mit dem Mondt zusammen arbeitete, und den er nicht irgendwann mal hinterging.

Doch zurück Anfang der 20er Jahre: Billy Sandow und Ed Lewis hatten in Nord Amerika immer mehr Probleme die Hallen zu füllen. Lewis war nicht mehr der Draw wie noch um 1916. Das Pro Wrestling wurde nicht mehr von den Fans angenommen, und die Methoden waren überholt. Das Gold Dust Trio veränderte einige Dinge, die das Wrestling grundlegend verändern sollten, oder nahmen für sich im Anspruch dieses getan zu haben. Sie wollten vom reinen Catch as Catch Can Wrestling, auch American Freestyle genannt, weg gehen, und viele Stylearten kombinieren. Das Trio kombinierte das Boxen, mit dem Greco Roman Wrestling, mit dem Freestyle und dem alten fast schon vergessenen Lumber Camp Style. Heraus kam ein Wrestling Style den die drei:“Slam Bang Western Style Wrestling“ nannten, oder kurz “Slam Bang“. Diesen Style, der mit der Zeit natürlich mit immer mehr Akrobatik oder Härte versehen wurde, kennt man heute als “Brawling“. Damit war der Grundstein gelegt zu dem ersten großen Style Wechsel im Professional Wrestling. Es war eine der wichtigsten Entscheidungen, die zur heutigen Form des Professional Wrestlings führte. Während die Wrestling Matches 1920 noch aussahen, als seien sie legit, oder sie legit waren, so waren die meisten Wrestling Matches ein paar Jahre später schon reiner Work, und erkannte man als Fan sie leicht auch als solches. Zum Beispiel war es früher Wrestlern untersagt zu schlagen oder die Ringseile zu benutzen. Als aber in den 20er Jahren im Pro Wrestling Punches und Kicks erlaubt wurden, da fragten die Fans sich schnell, warum keine physischen Schäden am Körper zusehen sind, wenn ein Wrestler mit voller Wucht zuschlägt? Wie etwa Beulen, Cuts oder geschwollene Augen, wie man es beim Boxen sah. Sprich das Pro Wrestling wurde gespoilert und war nun auch bei den Matches als Work zu erkennen für die Fans. Die Fans störte das aber nicht, sie nahmen den “neuen“ Sport an. Schließlich war er spektakulärer, schnell und spannender, wie die stundenlangen langsamen Marathon Matches, die zwar echt aussahen, und zum Teil auch legit waren, aber eben nicht mehr angenommen wurden.

Doch das war nur eine der Veränderungen von dem Gold Dust Trio. Mondt, Sandow und Lewis beschlossen, dass sie nicht mehr promotet werden wollen von einem Promoter, sondern das sie die Arbeit nun selbst übernehmen. Mondt hatte den Plan, dass das Gold Dust Trio die Wrestling Matches selbst festlegt. Sie die Wrestler managen und die Shows auch promoten. Das Gold Dust Trio sollte als eine Art Wrestling Promotion fungieren, die vom booking bis zum promoting alles machte. Bis in die 20er Jahre war es üblich, das der Promoter nur promotet, und dann mit dem Manager des Wrestlers die Verträge aushandeln musste. Das gab etliche Probleme, weil die Manager so viel Geld wie möglich haben wollten, dann Gegner ablehnten, oder den Sieg für ihren Schützling beanspruchten - oder das Wrestler zu shooten begannen, und damit die Pläne des Promoters zunichte machte. Durch das Gold Dust Trio fiel das jedoch weg, da die Wrestler bei ihnen angestellt waren, und somit sie die volle Kontrolle hatten über alle Entscheidungen. Durch die guten Kontakte der Drei nahmen sie zu Beginn der 20er Jahre hunderte Wrestler unter Vertrag, und verdrängten damit das alte System, das ausgedient hatte. Billy Sandow nahm so gut wie jeden Wrestler unter Vertrag, den er sah. Aber dies bedeutete auch, das die Talente für die anderen Promoter verschwanden. Die besten Wrestler traten für das Gold Dust Trio auf mit dem neuen Slam Bang Style, und die Fans nahmen wohl auch deshalb den neuen Style glänzend an. Auch die Wrestler waren zufriedener. Sie hatten Sicherheit, wurden gut bezahlt, und vor allem sie wurden pünktlich bezahlt! Zuvor wurden die Wrestler unregelmäßig bezahlt und bekamen meist einen % Anteil an den Eintrittsgeldern. Viele Promoter hatten damals die Angewohnheit, die Zuschauerzahl niedriger anzugeben als in Wirklichkeit war (also genau anders herum als heute es der Fall ist!). Das war deshalb so, weil man dann den Wrestlern und Managern dann weniger zahlen musste.

Durch den neuen Style und die Tatsache, das man hunderte Wrestler unter Vertrag hatte, konnte man auch ganz anders arbeiten. Die Wrestler bekamen Routine Moves. Also Moves, die sie in jedem Match zeigen sollten, damit die Fans sich besser an sie erinnern. Außerdem bekam jeder Wrestler einen sogenannten Finisher. Toots Mondt war derjenige, der mit den Wrestlern die Abläufe im Ring einstudierte. All das gab es zuvor auch schon, nur nicht in dieser Art und Weise. Außerdem wurden Charaktere verfeinert. Etwas was wir heute als Gimmicks bezeichnen würden. Schon immer wurden um Wrestler Stories aufgebaut, damit die Fans sich mit ihnen identifizieren können. Doch was das Gold Dust Trio machte, war, das man gezielt Charaktere bildete. Auch wenn vorher schon immer im Pro Wrestling geworkt wurde, so war das alles der Beginn des modernen Workings im Pro Wrestling! Bis heute hat es sich nur minimal verändert in dieser Form, und das alles geht auf das Gold Dust Trio zurück bzw. nehmen sie das für sich in Anspruch. Ist es nicht ironisch, das wir das heutige Pro Wrestling und die Art des modernen working zwei der größten Shooter verdanken? Auch wurde ein neues System eingeführt. Von nun wurden die besten Wrestler geschützt, und standen an der Spitze. Wrestler die nicht gut ankamen bei den Fans bekamen ab und zu Titleshot`s, jedoch nie Title. Man hatte gelernt aus dem Stanislaus Zbyszko Debakel. Heute würde man dazu “Main Eventer“, “Midcarder“ sagen, und wenn ein Wrestler als Herausforderer aufgebaut wurde, bekam er einen “Push“. Heutzutage alles bekannte Begriffe, doch damals etwas vollkommen neues. Nach 6 Monaten hatte das Gold Dust Trio das erreicht, was sie wollten, sie kontrollierten das Professional Wrestling im Mittleren Westen der USA. Zu jener Zeit bekamen übrigens Billy Sandow, Toots Mondt und Ed Lewis von einem Sportjournalisten den Namen Gold Dust Trio unter dem man sie heute kennt.

Das Gold Dust Trio hatte einiges an Einfluss, was unbestritten ist. Leider wird aber auch ihnen zu viel Bedeutung zugemessen, sie waren nur eine Promotergruppe unter einigen! Das Gold Dust Trio bestimmte den Mittleren Western, aber Jack Curley hatte New York, Lou Daro Los Angeles, und Tom Packs kontrollierte St Louis. Aber wie Vince McMahon in den 80er Jahren behauptete, er hätte das Pro Wrestling aus den Hinterhöfen in große Hallen gebracht, so wird noch heute behauptet, das Gold Dust Trio und insbesondere Toots Mondt hätte das Wrestling von kleine in große Hallen gebracht. Ein bis heute großer Irrglaube, dank auch des Buches “Fall Guy“ (siehe später). Das Gold Dust Trio war von Dezember 1922 bis Ende 1928 aktiv. Ihr Erfolg kam vor allem dadurch, das sie Ed Lewis hatten und den World Heavyweight Title kontrollierten. Die Zeit, in der das Gold Dust Trio in Anspruch nahm das Pro Wrestling verändert zu haben, ist 1923 und 1924. Das waren aber auch schlechte Jahre im Pro Wrestling, weshalb das Ganze auch sehr sehr komisch ist. 1925 begann der Abstieg des Trios, denn Wayne Munn wurde Champion. Ab 1925 bildeten sich auch die großen Territories mit Joe Stecher als Champion. Um Stecher gruppierten sich dann die zweite große Gruppe mit Jim Londos und selbst John Pesek. Ed Lewis, Billy Sandow und Toots Mondt waren sicherlich ganz entscheidend für das Pro Wrestling in den 20er Jahren, einige Dinge haben sie tatsächlich entscheidend verändert. Andere Dinge dagegen sind reine Legenden und entbehren jeglicher Realität.

Das Gold Dust Trio war etwa 6 Jahre zusammen. Am Ende hatte das Trio wenig Erfolg, und so verliess Toots Mondt die Gruppe, als er sich mit Max Sandow, dem Bruder von Billy Sandow, anlegte. Toots lies es darauf ankommen und stellte Billy Sandow vor die Wahl. Entweder er entscheidet sich für ihn oder für seinen Bruder. Billy Sandow entschied sich für seinen Bruder Max - und damit war das Gold Dust Trio Geschichte. Doch Toots Mondt tat sich 1928 mit dem Philadelphia Promoter Ray Fabiani zusammen. Fabiani war zuvor einer derjenigen Promoter, die unter dem Gold Dust Trio litten. Doch Fabiani hatte die guten Kontakte in Pennsylvania, Delaware und New Jersey und Toots Mondt hatte das nötige Wissen, um erfolgreich zu sein. Beide begruben ihre Differenzen und taten sich zusammen. Die beiden machten zuerst Dick Shikat zum World Heavyweight Champion, einem Boxer aus Deutschland. Als Shikat nicht ankam, weil er auch keine Wrestling Skills mitbrachte von seinen Strongman Wettbewerben kamen Fabiani und Mondt auf die Idee, Jim Londos 1930 zum Champion zu machen. Londos war schon Anfang der 20er Jahre ein Star. Jedoch entschied sich damals das Gold Dust Trio gegen ihn. Doch Jim Londos sollte sich als ein Glücksfall für Mondt und Fabiani herausstellen, denn Jim Londos wurde zu einem der größten Draws der Geschichte. Fabiani und Mondt reichte Philadelphia nicht mehr und so expandierten die beiden nach New York City, Hartford, Baltimore und Washington, DC. New York City war damals keine Wrestling Metropole und wurde von Jack Curley regiert (mit Unterstützung von Paul Bowser). Und so hatten auch Fabiani und Mondt zuerst keinen Erfolg in New York City. Mondt`s alte Weggefährten, Billy Sandow und Ed Lewis, taten sich zusammen mit Paul Bowser in Boston und Gus Sonnenberg. Eine Verbindung, die aber nicht sehr erfolgreich war und schon 1931 endete. Bowser hinterging Sandow und Lewis und machte Henri DeGlane zum Champion in einem Screwjob gegen Lewis.

Toots Mondt in den 20er Jahren schickt das Bild mit einem Gruß an seinen Freund und Box Legende Jack Dempsey


Im Sommer 1932 passierte dann folgender Vorfall in Canada. Mondt war in Ontario und arbeitete dort für Jack Corcoran`s Toronto Office. Toots Mondt war mit seinem Bruder Ralph Mondt und einer lokalen Tänzerin auf dem Highway 24 unterwegs, rund 100km nördlich von Toronto. Toots steuerte das Auto, einen 16 Zylinder Cadillac. Um Mitternach, am 21. August, kollidierte Mondt mit einem anderen Auto. In dem Auto verstarb die 21-jährige Theresa Luccioni. Die Polizei war der Meinung, das Mondt zu schnell fuhr, und so wurde er am 02. September wegen Totschlags angeklagt. Mondt hatte in New York, im September 1932, noch einen zweiten Autounfall, und wurde von dem Anwalt Lally McCarthy im Prozess vertreten. Die Verhandlung fand im November statt und Mondt`s Version war die, das er 35-40 Milen fuhr, und das andere Auto auf seine Fahrbahn kam. Die Jury sah das jedoch anders: Die Anklage wegen Totschlags wurde zwar fallengelassen. Toots Mondt wurde jedoch schuldig gesprochen der fahrläßigen Tötung. Der Richter Patrick Kerwin verurteilte Toots Mondt zu einem Jahr Haft in Ontario. Mondt war stinksauer. In den USA wurde in einem ähnlichen Fall Gus Sonnenberg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er einen Polizisten umfuhr. Mondt ging in Berufung und schaffte es aufgrund von $20 000 Kaution (heute etwa $300 000) freizukommen nach einem Tag im Barrie Gefängnis. Doch Mondt war es nicht gestattet Ontario zu verlassen für drei Monate. Im Berufungsverfahren, im Januar, hebte der Richter die Entscheidung auf und Toots Mondt war wieder ein freier Mann. Doch die Mutter der getöteten Theresa Luccioni reichte Zivilklage gegen Toots Mondt ein. Wie der Prozess ausging ist bis heute nicht bekannt. Allerdings dürfte Mondt, wenn überhaupt, nur Geld bezahlt haben als Schadensersatz. In dem Buch Fall Guys von 1937 stand 5 Jahre später, das Toots Mondt etwa $300 000 ausgegeben hätte für diesen Prozess. Das wären etwa $4 Millionen heutzutage. Doch das Buch Fall Guys sollte man nicht all zu viel glauben schenken.

Und da wären wir auch bei einem der umstrittendsten Themen der Pro Wrestling Geschichte. Nämlich dem Buch “Fall Guys“, das 1936 geschrieben wurde und 1937 auf den Markt kam. Das Buch wurde von dem New Yorker Sportjournalisten Marcus Griffin herausgegeben. Jedenfalls ist das die offizielle Version. Im Hintergrund war es jedoch Jack Pfeffer, Dan Parker und Toots Mondt. die ihre Finger im Spiel hatten. Es gibt sogar Gerüchte, dass das Buch von Toots Mondt persönlich geschrieben wurde. “Fall Guys“ 1937 ist mit dem Buch “From Milo to Londos“ (übrigens herausgegeben von Nat Fleischer) 1936 das erste “Smart Book“ der Pro Wrestling Geschichte. Beide Bücher versuchten das Pro Wrestling Business aufzudecken, mit all den “Geheimnissen“. Zudem war “Fall Guys“ eine Art Gedenkbuch an (von?) Toots Mondt. Das Buch stellt Toots Mondt als den Messias des Pro Wrestlings da. Es wird über 170 Seiten lang über die Größe und Gutmütigkeit von Toots Mondt geschrieben, und kein einziges schlechtes Wort über ihn gesagt. Das Buch war der Auslösser in späteren Jahren, dass Toots Mondt als der Mann beschrieben wurde, der das moderne Wrestling praktisch im Alleingang revolutionierte. Von Sandow und Lewis wird kaum ein Wort erwähnt von den verdiensten des Gold Dust Trio`s. In dem Buch werden Fakten verdreht und es wird im Prinzip gelogen, wo es nur ging. So in der Art der Hulk Hogan Biographie aus unserer Zeit. Jedoch war der Einfluss des Buches enorm. Das Buch war 1937 ein Skandal und lößte eine Mini Krise im Pro Wrestling aus. Die Zuschauerzahlen gingen merklich zurück, wie Lou Thesz in seinem Buch Hooker beschrieb. Das Fall Guys Buch sollte man heutzutage keinen Glauben schenken. Denn ein Buch, in dem Toots Mondt (praktisch) über die Pro Wrestling Geschichte erzählt, das ist so, wie wenn eine Armeise über die Welt philosophiert.

Anfang der 30er Jahre herrschte die Depression in Nord Amerika (Wirtschaftskrise). Das Boxen war am Abgrund und im Pro Wrestling konnte nur Jim Londos viele Zuschauer ziehen. Toots Mondt verlor im Übrigen Londos aufgrund seines unfreiwilligen Aufenthaltes 1932 in Canada, siehe oben der Autounfall. Jess McMahon, der Vater von Vincent Kennedy McMahon und der Grossvater von Vince McMahon Jr., war damals (und bis 1948) Assistent von dem Box Promoter Tex Rickard. Die beiden waren für den Madison Square Garden in New York City verantwortlich und so hatten sie hohe Ausgaben. Boxen drawte nicht gut und konnte man vor allem nicht jeden Abend abhalten, um die Fans zu unterhalten. Jack Curley, der zu dem Zeitpunkt ebenfalls mehr ein Box Promoter als Wrestling Promoter war, war der dritte im Bunde neben Jess McMahon und Tex Rickard. Curley kam dann auf die Idee, anstatt mit Boxen die Fans in New York City auch wieder mit Wrestling zu unterhalten, wie Anfang der 20er Jahre. Jack Curley fiel dann Toots Mondt ein und brachte ihn nach New York City. Jack Curley selbst verstarb 1937 und hinterliess ein riesen Loch im New Yorker Pro Wrestling. Jess McMahon war davon überzeugt, dass das Pro Wrestling nur eine Zukunft in kleinen Hallen hat, wie etwa die Broadway Arena in Brooklyn und nicht den großen MSG in der Innenstadt. Rickard selbst weigerte sich zudem stets Wrestling Shows im MSG abzuhalten. Doch Jess McMahon, der zuvor nichts mit dem Pro Wrestling zutun hatte, holte dann Rudy Miller, Rudy Dusek und Leon Balkin an Board. Toots Mondt sollte die Wrestler besorgen für die Shows in der Broadway Arena. Damit ist Jess McMahon der erste McMahon, der im Wrestling Business Shows promotete. Im Übrigen war es der damals noch junge Vincent K. McMahon, der die Poster für die Shows verteilte, nachdem er in einem Druckerladen gearbeitet hat.

Rudy Dusek, Toots Mondt, Jack Pfeffer und Ray Fabiani wollten zusammen das New York Territory übernehmen, als Curley verstarb. Als finanzieller Unterstützer konnte Toots Mondt den Millionär Bernarr McFadden gewinnen, ein ehemaliger Wrestler. McFadden war ebenfalls in den 20er Jahren ein Gegner des Gold Dust Trio`s, wie eigentlich jeder. Aber andere Zeiten, andere Einstellungen! Nach Jack Curley in New York City in den 30er Jahren, war es nun Toots Mondt, der im Big Apple regierte in den 40er Jahren. Und durch McFadden hatte Toots Mondt Ende der 40er Jahre Zugang zum Madison Square Garden. 1948 wurde die erste Wrestling Show nach 9 Jahren im MSG promotet. Im Main Event besiegte Gorgeous George, Ernie Dusek. Doch die Zuschauerzahlen waren nicht wie erwartet. Mondt erkannte, dass er einen Box Office Draw wie in den 30er Jahren mit Jim Londos brauchte. Mondt hatte damals schon den ehemaligen Box Heavyweight Champion Primo Carnera unter Vertrag genommen und trainierte ihn auch. Jedoch war Carnera nie in New York over bei den Fans. Man hatte ihn noch zu lange in schlechter Erinnerung als Box Champion. Mondt entschied sich dazu eine neue Richtung einzuschlagen und einen “Ethnischen“ Wrestler zu holen. Er fand ihn in Antonino Rocca! Mondt löste 1948 Rocca von seinem Manager Kola Kwaraini und holte ihn zu sich. Rocca war eine Gold Mine für Toots Mondt. Denn er war DER Star in New York City und stieg auf zum Top Draw. Immer mehr Latino Fans kamen zu den Shows, und Mondt förderte das noch, als er Miguel Perez verpflichtete. Doch wie oben angemerkt hatte Mondt nur eines im Sinn, und das war das Geld. Rocca war sein Star. Doch er war unzufrieden über Mondt`s Auffassung von Respekt, wie so viele Wrestler zuvor auch schon. Rocca suchte nach einem anderen Promoter und er fand ihn in Vince McMahon Sr.. Im Gegensatz zu seinem Vater Jess McMahon glaubte jedoch Vince McMahon Sr. an das Pro Wrestling. Und Vince McMahon Sr. war absolut Pro Wrestling verrückt. Eine Begeisterung, die er seinem Sohn später mitgeben sollte. McMahon Sr. war inzwischen dank Ray Fabiani im Pro Wrestling aktiv. Fabiani war zuvor mit Mondt verstritten, weil dieser die Hälfte der Promotion an Pedro Martinez verkaufen wollte, aufgrund seiner Spielschulden. Als Fabiani davon was mitbekam, machte Toots einen Rückzieher, weshalb auch Martinez sauer auf ihn war und ihn niederschlug. Mit anderen Worten: Toots Mondt war ein Mensch, der es sich mit allen Leuten, außer Ed Lewis, irgendwann mal verscherzte.

Ohne Antonino Rocca und ohne die Unterstützung seiner ehemaligen Weggefährten verlor Toots Mondt an Einfluss. Vince McMahon Sr. hatte dank Rocca die Machtverhältnisse gekippt. Mit Capital Sports im Rücken trat McMahon der NWA bei (wie damals jede unabhängige Promotion). Capital Sports promotete vor allem mit Hilfe von Ray Fabiani in Pennsylvania und mit Hilfe von William Gilzenberg in New Jersey. McMahon Sr. selbst hatte Delaware und Washington unter seiner Leitung. Toots Mondt dagegen war immernoch in New York City der Boss und mit einigen Abstrichen Pittsburgh. 1954 versuchte sich Mondt auch in West Virginia. Kam jedoch wieder nach NYC zurück. Doch Toots Mondt und Vince McMahon Sr. waren clever genug, um die Zeichen der Zeit zu erkennen. Beide waren Business orientiert und so legten sie ihre Differenzen bei Seite und arbeiteten zusammen. Mondt, McMahon Sr., Fabiani und Gilzenberg kontrollierten nun zusammen den Nordosten. In welchem Jahr genau diese Verbindung sich gründete in den 50er Jahren ist nicht bekannt. Jedoch dürfte es etwa 1957/1958 gewessen sein. Die Kombination Mondt und McMahon Sr. war ziemlich erfolgreich. Nach nur kurzer Zeit bildeten sie die stärkste Fraktion innerhalb der NWA. Sam Muchnick und Lou Thesz stellten die tradionelle NWA da, während Mondt und McMahon Sr. immer wieder für Erneuerung standen. Wahrscheinlich gab es von den beiden schon 1958 Pläne, sich von der NWA zu splitten. Mondt war dabei derjenige, der ein schlechtes Gewissen wegen Muchnick hatte, während McMahon Sr. derjenige war, der die Idee forcierte. Ihre Chance kam dann 1961. Buddy Rogers wurde neuer NWA World Heavyweight Champion. Toots Mondt war für seine Bookings und seine Titleverteidigungen zuständig. Und was macht Toots Mondt, der natürlich so viel Geld für Capital Sports einnehmen will wie möglich? Richtig, er verbietet Rogers so gut wie alle Titleverteidigungen außerhalb des North East Territories. Es war das letzte mal, als Toots Mondt seinen großen Einfluss spielen lies, und damit die Pro Wrestling Geschichte ein zweites Mal mit verändern sollte. Die NWA war damit natürlich nicht zufrieden, vor allem Lou Thesz sah sich wieder mal bestätigt.

Zwei Jahre machte die NWA das Spiel mit, dann nahm man Buddy Rogers den Title ab. Rogers verlor den NWA World Heavyweight Title am 24. Januar 1963 in Toronto an Lou Thesz. McMahon Sr. und Mondt wollten Rogers überreden, das er den Title behält. Aber Rogers weigerte sich, weil er seine $25 000 Kaution nicht verlieren wollte. McMahon und Mondt standen also mit Capital Sports ohne NWA World Heavyweight Champion mehr da und sie wussten, dass sie auch keine Chance mehr bekommen würden. Nach den zwei Jahren was sie abgezogen hatten. Also beschlossen die beiden, die NWA zu verlassen und nannten Capital Sports in World Wide Wrestling Federation um. Aus der WWWF sollte 1977 die WWF und 2002 die WWE werden. Mitte April gab man Buddy Rogers dann den WWWF Championtitle. Den Fans sagte man, er habe ein imaginäres Tournament in Rio De Janeiro gewonnen. Wer das Ganze nicht verstanden hat bis heute: Diese Phantom Tournament`s in Rio De Janeiro waren von Toots Mondt ein Rip (manche sagen auch Inside Joke dazu) an Bobo Brazil. 1979 machte Vince McMahon Sr. das Gleiche mit Pat Patterson und dem WWF IC Title. Doch Buddy Rogers war angeschlagen und so brauchte man schnell einen neuen Champion. Toots Mondt schlug Vince McMahon Sr. einen jungen Wrestler vor, den er schon Jahre zuvor in Pittsburgh unterstützte, nämlich Bruno Sammartino. McMahon Sr. glaubte nicht an Sammartino und nannte ihn im besten Fall einen Midcarder. Doch Mondt überredete McMahon Sr. und meinte Bruno Sammartino wäre die Zukunft der Promotion. Mondt überzeugte McMahon, dass er die Promotion um Bruno Sammartino aufbaut - und das sollte später auch zum Erfolg führen.

1965 trat Toots Mondt als New York Promoter zurück und verkaufte seine Rechte an Vince McMahon Sr., der zudem die Geschäfte des Madison Square Gardens von Toots Mondt übernahm. Die McMahon Sr-Mondt Geschäftsbeziehung war ein Erfolgreiche. Jedoch war es eine Hassliebe der beiden. Nach seinem Rücktritt verlebte Toots Mondt seine letzten Lebensjahre in St. Louis, Missouri. Am 11. June 1976 verstarb Toots Mondt im Alter von 82 Jahren zu Hause nach einem langen Kampf gegen seine Krankheit. Als Toots Mondt starb 1976 da hatten wenige Fans eine Ahnung wer Toots Mondt war. Ähnlich wird es heute der Fall sein. Aber es war unter anderem Toots Mondt mit Billy Sandow und Ed Lewis, der das moderne Pro Wrestling ab den 20er Jahre veränderte. Toots Mondt war einer der einflussreichsten Personen im Pro Wrestling und er war ein phantastischer Hooker vor seiner Promoter Zeit. Ob man Toots Mondt mag oder nicht, er war eine große Wrestling Persönlichkeit! Doch Toots Mondt war auch ein rücksichtsloser Promoter, der nur eines im Sinn hatte, Geld und nichts anderes. Toots war zudem jemand, der es mit der Wahrheit nicht ganz so ernst nahm. Um nicht zusagen er lügte, wenn er sich davon einen Vorteil erhoffte. Das Buch Fall Guy ist zudem leider auch dafür verantwortlich, dass die Rolle von Toots Mondt bis heute falsch verstanden wird. Mondt bzw. dem Gold Dust Trio wird so gut wie alles gut geschrieben was in den 20er Jahren entwickelt wurde. Und so wird Toots Mondt immer als jemand kontroverses eingehen in die Pro Wrestling Geschichte. Der einen großen Einfluss auf den Sport hatte. Jedoch der sich auch immer besser dastehen lies, als er war.

Vincent K. McMahon-Toots Mondt-Bruno Sammartino, 1964


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