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..:: Interviews ::..


Sebastian Sage

Autor: Misawa~ - gepostet am 09.01.2013



W4E Wann hast du dich für das Wrestling entschieden?
Sebastian Hackl: Ich verfolge Wrestling seit 1990 am Fernsehgerät und 2008 habe ich mit dem Training begonnen. Als Kommentator habe ich 2010 angefangen. Mein erstes Match war Hart Foundation vs. Rockers! Damals saßen ich und mein Bruder mit offenen Mündern im Wohnzimmer. Selbst für die WWE zu arbeiten und auch aktiv zu wrestlen ist daher die Verwirklichung eines Kindheitstraumes.

W4E: Was magst du am liebsten am Wrestling, was sind deine Lieblingsmomente während einer Show?
Sebastian Hackl: Einen Lieblingsmoment gibt es nicht. Der Sport und der Unterhaltungsaspekt faszinieren mich seit über 20 Jahren und ich finde eine ganze Menge Dinge toll. Wrestling kann man nicht auf Momente reduzieren- es ist für mich eine Lebenseinstellung! Einen expliziten Moment kann ich da nicht nennen.

W4E: Wie hart ging Alex Wright mit seinen Schülern um und was verlangte er von euch?
Sebastian Hackl: Ich habe dort unglaublich viele Menschen kotzen sehen! Unter anderem kann ich mich an eine Trainingseinheit erinnern, in der wir über 2000 Kniebeugen gemacht haben. Allgemein war das Training immer eine Herausforderung und Alex legte Wert auf unsere Fitness. Trainingsmatches spielten eine große Rolle. Wir sind immer an die Grenze gegangen. Manchmal denke ich, dass ich zu viel auf einmal wollte. Ich habe mir 2009 und 2011 Kreuzbandrisse zugezogen und musste insgesamt fast ein ganzes Jahr pausieren. Insgesamt lag ich über 10 Tage im Krankenhaus. Dazu kommen natürlich die üblichen Cuts, Quetschungen, Blutergüsse und kleine Brüche (Finger, Zehen usw.).

W4E: Welches ist dein Lieblingsmove und warum?
Sebastian Hackl: Der Stone Cold Stunner. Stone Cold konnte ihn bei jedem Gegner durchführen und er ist heute noch beim Publikum over. Beim MMA mag ich den Kimura am liebsten.

W4E:Bei welchem Move will/wollte es einfach nicht klappen, ihn in dein Repertoire aufzunehmen?
Sebastian Hackl:Jeder Move in meinem Repertoire hat seinen Sinn. Bei Alex haben wir natürlich auch High Risk trainiert. Gewisse Sachen sollte man jedoch nur in speziellen Momenten zeigen, damit sie ihre Besonderheit nicht verlieren. Das wird jedoch bei Fans und Wrestlern gleichermaßen falsch verstanden. Viele Fans denken, dass sie ein gutes Match gesehen haben, weil einer der Akteure durch einen Tisch springt. 20 Minuten im Ring zu bleiben ohne Gegenstände einzusetzen erachte ich als viel größere Herausforderung.

W4E: Was war bislang dein bestes Match und warum?
Sebastian Hackl:Um ein „bestes Match“ zu nennen, müsste ich länger im Business sein. Nach so wenigen Jahren von einem Traummatch zu sprechen wäre nicht respektvoll gegenüber dem Business. Aber heutzutage geben ja schon Leute mit 10 Kämpfen ein Wrestlingtraining. Ich bin wahrscheinlich altmodisch, aber in Deutschland können in meinen Augen Wrestler wie Absolute Andy, Bones oder Murat Bosporus von großen Matches sprechen. Es wäre vermessen, wenn ich mich jetzt schon auf ihrem Level sehen würde. So hat uns Alex Wright das Wrestling erklärt und beigebracht. Respektiere das Business, dann wird das Business dich respektieren!

W4E: Gegen wen würdest du gerne einmal antreten?
Sebastian Hackl:Shawn Michaels oder Rey Mysterio waren für mich immer Topleute in der WWE. Auch der Undertaker z.B.- in Deutschland gibt es auch gute Leute, einige habe ich ja schon genannt.

W4E: Wie weit willst du als Wrestler kommen? Willst du in Europa bleiben oder würdest du gerne den Sprung über den Teich schaffen wie Alex?
Sebastian Hackl: Ich bin mit meiner Lebenssituation vollauf zufrieden. Als Kommentator für WWE Sendungen, Leiter von WWE Pressekonferenzen und Moderator für Messeauftritte der WWE habe ich einen Traumjob. Wer in Deutschland für die wXw antritt, der hat in meinen Augen auch einiges richtig gemacht. In die USA würde ich nur gehen, wenn ich ein handfestes Vertragsangebot bekommen würde. Ich bin glücklich- wenn ich morgens aufstehe, dann blicke ich in den Spiegel und sehe einen gesunden Menschen mit zwei Armen und zwei Beinen. Nicht jeder kann das behaupten und ich weiß es sehr zu schätzen. Wenn es einen Gott gibt, dann mag er mich wohl. Man muss auch dankbar sein, wenn man Eltern hat, die einem eine gute Ausbildung ermöglicht und die richtigen Werte vermittelt haben. Ich bin zufrieden so wie es läuft.

W4E:Wärst du bereit für eine Storyline absurde/eklige Dinge zu tun wie Beispielsweise eine Dusche wie Dolph Ziggler & co über dich ergehen zu lassen?
Sebastian Hackl: Duschen finde ich eigentlich ziemlich angenehm. Es kommt immer drauf an was. Triple H wurde Mitte der 90er auch mit einem Schweineeimer übergossen, aber er hat es trotzdem geschafft.

W4E: Wie bist du zu deinem Kommentatorenjob bei Eurosport gekommen?
Sebastian Hackl: Diese Frage musste ja kommen. Die Kurzversion: Es wurde ein Wrestler gesucht und ich habe meine Bewerbung vorbei gebracht. Drei Stunden später hatte ich Kopfhörer auf und habe kommentiert.

W4E: Wie viel ist von der WWE bezüglich des Kommentars vorgegeben und in wie weit dürft ihr improviseren?
Sebastian Hackl: Da meine Kollegen und ich die Sendungen immer live kommentieren, müssen wir stets improvisieren. Ihr könnt euch ja selbst davon überzeugen. MI, 23.1. – 20:00 – WWE bei Eurosport 2 und MO, 28.1. – 21:15 – WWE bei Eurosport sind die nächsten Termine!

W4E:Gibt es einen typischen Ablauf bei der Kommentaraufnahme eurer Sendungen?
Sebastian Hackl: Wir nehmen nie auf! Es ist alles spontan und live. Natürlich gibt es nach über 100 gemeinsamen Sendungen eine gewisse Routine. Auch Scherze gehören dazu, z.B. dem Kollegen den Ton abdrehen oder den Bildschirm abschalten. Wenn das der Zuschauer immer mitbekommen würde… Mit Harry Weber wrestle ich manchmal vor der Sendung. Der Mann hat Talent!

W4E: Ist es schwieriger für dich als Insider für das "normale Volk" zu kommentieren oder hast du dabei Probleme nach dem Motto: "Verdammt, ist doch klar, dass der sich nicht verletzt hat"?
Sebastian Hackl: Das finde ich nicht schwierig. Man muss das so sehen: Im Wrestling kann man sich bei jeder Aktion verletzen. Ein einfacher Sprung vom Seil reicht, um sich ein Bein zu brechen. Ich habe mir bei einem Octopus Stretch mal fast das Augenlid abgerissen. Wenn Fans von „Restholds“ sprechen muss ich oft lachen. Wenn über zwei Zentner schwere Männer ihre Kräfte walten lassen, dann reicht unter Umständen ein Zentimeter, um den man sich verrechnet, damit ein Gegner KO geht oder eine Platzwunde erfährt. Es ist wichtig, so zu kommentieren, dass jeder Zuschauer die Gefahren des Sports erkennt. Außerdem soll auch ein unerfahrener Zuschauer verstehen, was da vor sich geht und die Storylines und Aktionen erklärt bekommen. Jeder Fan ist gleichermaßen wichtig.

W4E: Findest du die bei der Vintage Collection gezeigten Matches richtig gewählt oder wunderst du dich bei bestimmten Matches manchmal warum man sich gerade für die entschieden hat?
Sebastian Hackl: Zu einem Rückblick gehören immer alle Epochen und auch alle Wrestler. Dass nicht jedes Match ein technischer Leckerbissen ist, sollte klar sein. Aber die Vintage Collection beschäftigt sich ja mit der Geschichte der WWE. Deswegen hat alles einen Sinn.

W4E:Stehen du,Harry und Christian in Kontakt mit Clash Time Moderatorin Caz?
Sebastian Hackl: Ich schreibe seit ein paar Wochen ihre Skripten und bereite sie auf Interviews vor. Eventuell werde ich mit ihr zu WrestleMania fliegen, das ist aber noch nicht sicher. Ich habe mit ihr schon 2011 einen Dreh in einer Schule in Frankfurt durchgeführt. Ob Christian und Harry sie schon getroffen haben weiß ich nicht.

W4E:Was macht dir mehr Spaß? Zu kommentieren oder selbst in den Ring zu steigen?
Sebastian Hackl: Beides hat seinen Reiz. Bei Eurosport habe ich mich noch nie verletzt! Trotz der fiesen Attacken von Harry!

W4E: Wie stehst du zur PG-Ausrichtung der WWE?
Sebastian Hackl: Wenn PG solche Matches wie Shield vs. Ryback und Team Hell No bei TLC bedeutet, dann finde ich diese Ära richtig toll. Das war großes Kino!

W4E: Glaubst du Wrestling wird in Deutschland noch einmal einen Popularitätsschub erleben und wenn ja, wodurch wird er deiner Meinung nach ausgelöst werden?
Sebastian Hackl:Momentan sehe ich eine sehr positive Entwicklung bei der wXw. Sie bringen Wrestling nun auch innerhalb Deutschlands on the road. Da sind ein paar sehr intelligente Leute am Ruder. Ich hoffe, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen. Dann kann die Liga ein Monster werden. Ich bin sehr Stolz, dass ich dort auftreten darf. Es gibt meiner Meinung nach hierzulande zu wenige Menschen, die das Wrestling seriös rüber bringen. Ich versuche immer, meinen Sport in Interviews, Podcasts und im TV als interessant zu verkaufen. Denn das ist er auch! Trotzdem sieht man im TV immer wieder Wrestler, die sich lächerlich machen und jede auch noch so peinliche Möglichkeit nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen.

W4E: Kannst du, während du eine Wrestlingshow siehst, noch richtig abschalten oder bist du dir zu jeder Zeit bewusst, dass es sich um eine abgesprochene Show handelt?
Sebastian Hackl: Wenn du „stirb langsam“ schaust, dann weißt du ja auch, dass Bruce Willis am Ende überlebt. Aber die 100 Minuten dazwischen gefallen mir trotzdem unglaublich gut.

W4E: Wie würdest du jemandem Pro Wrestling beschreiben, der es nicht kennt?
Sebastian Hackl: Es ist eine faszinierende und einmalige Mischung aus Sport, Show, Athletik und Unterhaltung.

Wortassoziation. Ich nenne dir ein paar Namen/Begriffe und du sagst mir, was dir dazu einfällt:

WWE: Branchenprimus und Top- Arbeitgeber
TNA: Entwickelt sich mit großen Schritten zurück
Independent Wrestling: Eine tolle Sache für mich
Nächster deutscher Star: Kommt drauf an, was man unter Star versteht!
John Cena: Äußerst professionell
CM Punk: Indy Legende
Ryback: Nacken!
Dolph Ziggler: Bump Maschine, die 2013 den Gürtel gewinnt
The Shield: Sehr charismatisch
Team Hell No: Zwei sehr gute Sports Entertainer und Routiniers in ihrem Beruf

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