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Di. 27.06.2017 - 17:39 Uhr
   
 
 
 

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Legenden - Bob Orton Sr.

Er war als „The Big O" im amerikanischen Wrestling bekannt, er war der Patriarch der Orton Family, ein tougher Herausforderer für alle Champions, und hat sich nicht zuletzt auch als Trainer seiner beiden Söhne, Bob Orton Jr. und Randal Orton, einen Namen gemacht. Zwar gewann Bob Orton Sr. nie einen großen World Heavyweight Title, aber dafür etablierte er sich umso mehr in den Central States und später dann in Florida als Professional Wrestler. Dass zu einem Zeitpunkt, wo das Business hier mächtig boomte, Topstars gegen Topstars fehdeten, die ganze Szene einfach ein Highlight nach dem anderen erlebte. Zwischen den großen Champions jener Zeit war auch ein Bob Orton zu finden. Er bestritt viele harte Fehden, für die er mehr als bekannt war. Sich offiziell zurückgezogen vom Wrestling hat er sich bis zur Jahrtausendwende nie, und beeinflusste so auch die Karriere seines berühmten Enkels, Randy Orton. 2005 dann der letzte „Auftritt" als Zuschauer bei der WWE Hall of Fame Zeremonie, wo sein Sohn in die Ruhmeshalle aufgenommen wurde. Noch einmal konnte Bob die Leidenschaft, das Business, den Ruhm miterleben. Randy sprach die Einführungsrede für seinen Vater, Bob Jr., und der Großvater blickte mit Stolz in Richtung der Tribüne. Die Wrestling-Tradition der Ortons begann im Herzen Amerikas, in der NWA Heart of America Promotion. Bis heute hat sich diese Tradition erfolgreich fortgesetzt.

Ozark County, südlich von Springfield (Missouri) - hier wurde Robert Orton am 21.07.1929 geboren. Bekanntlich gibt es aber in Amerika für Robert einen Spitznamen: kurz gesagt Bob. So hatte er quasi seit seiner Jugend jenen Namen, der ihn später umso bekannter machen sollte. Aufgewachsen ist er in Kansas City, wo er an der örtlichen Wyandotte High School als Sportler aktiv war. 1948 erreichte er hier seinen Schulabschluss. Als Bob 20 Jahre alt war, boomte die Central States Region nur so vor Wrestlingshows. In Iowa, Kansas und Missouri fand man die Talentschmiede dieser Zeit, aus der auch ein Bob Orton hervorging. Ende der Vierziger wurde er von Central States Legende Orville Brown entdeckt, der ihm nicht nur die ersten Auftritte verschaffte, sondern auch als einen der besten Wrestler bezeichnete, die er seit Jahren gesehen hatte. Das bewies Orton über Jahrzehnte. 1949 debütierte er in Wichita (Kansas) für die Heart of America Promotion von Brown & Promoter George Simpson. Simpson bookte ihn oft für Auftritte in der Kansas City Memorial Hall. Genau hier gewann er auch seinen ersten Titel im Match gegen Alo Leilani Ende 1951. Orton siegte im Best of three Falls Match und wurde so neuer NWA Heart of America Heavyweight Champion (Central States Champion). Ein paar Tage später fehdete er in der Memorial Hall gegen Jimmy Coffield. Es war ein hart geführter Kampf mit einem siegreichen Orton.

Der Erfolg in den Central States sollte sich jetzt über Jahre fortsetzen. Als neuer Champion bekam er viele Angebote vom lokalen Management und baute sich in der Folgezeit auch eine große Fanbase auf. Die Fans liebten ihren „The Big O". Einfach nur Orton, das konnte nicht passen für so einen toughen, kräftigen Athleten, wie er es gewesen ist. Seiner heimischen Liga blieb er lange treu, kam immer mal wieder gerne für Auftritte zurück. Während der ersten Jahre seiner Karriere wrestlete er ferner in Florida, Georgia, New York State, Ohio und Kanada. Bald kam er nach Kalifornien und trainierte mit Lou Hines im San Francisco Athletic Club. Neben Hines waren es insbesondere Rube Wright und „Professor" Boris Malenko, die auf seine Laufbahn maßgeblich Einfluss nahmen.

Im Januar 1952 pushten die Booker einen gewissen Ray Eckert zum Nummer 1 Herausforderer auf Ortons Titel in Kansas City. Zweimal fehdeten sie gegeneinander: der erste Kampf endete im Unentschieden; die entscheidenden beiden Falls im Rückkampf gewann Orton durch DQ und Pinfall. Eckert war damit bezwungen, aber jetzt kam ein Wrestler, der es in sich hatte, Enrique Torres. Dieser kämpfte sich an die lokale Spitze der Herausforderer und bald gab ihm Orton auch die erhoffte Titelchance. Für die Fans startete so eine spannende Matchserie mit gleich drei Fights. Der Titelverteidigung, seitens Ortons in den ersten beiden Matches, folgte am 28.02.1952 der letzte alles entscheidende Rückkampf. In Mitten des Kampfes dann die plötzliche Wende: Bob verletzte sich am Rücken und verlor letztlich auch seinen Heart of America Title an Torres. Diese Niederlage wog schwer, denn er musste aus der Halle getragen werden. Das lokale Business hatte er längst kennengelernt, jedoch im Big Business war er noch ziemlich unbekannt. Es gab nur einen Weg das zu ändern: auf ins Fernsehen zur Wrestling-Hochburg Chicago. Wie dutzende andere Profis seiner Epoche erschien auch Orton hier auf der Fernsehbildfläche. Genau dort begann erst die wirkliche Karriere eines Wrestlers. Ortons Tour ging an der Ostküste weiter, und als er 1954 nach Kansas City zurückkehrte, war er bekannter denn je. Ein Co-Promoter von Heart of America, Gust Karras, bookte ihn sogleich für Auftritte in St. Joseph, Missouri. Orton fehdete dort gegen Karras' Protégé Sonny Myers um den NWA Missouri Heavyweight Title. Ebenfalls ein Topstar der Central States. Das Titlematch gewann Orton, wie auch ein Match gegen Dave Sims um den NWA Heart of America Title (Central States Title) wenige Wochen später in Kansas City. Bob holte sich diesen Titel ein drittes Mal im Jahr 1955 und wurde wieder für viele Auftritte in Kansas und Missouri gebookt. Hier war seine Heimat, hier schlug das Herz des Big O.

Bald bekam Bob Orton auch Auftritte im heißen Süden bei NWA Western States Sports von Karl Sarpolis & Dory Funk Sr.. Die Promotion war gerade dabei sich zur Hochform zu entwickeln. Orton fehdete im Sommer 1956 in West Texas gegen Sonny Myers um den Southwest Junior Heavyweight Title. Wie schon zwei Jahre zuvor, so besiegte er seinen harten Kontrahenten erneut um die Titelkrone. Dass er danach als Junior Heavyweight Champion auftrat, war für NWA Western States Sports nicht ungewöhnlich, denn gerade unter dem Funk-Sarpolis Duo boomte es in der Junior Heavyweight Division mächtig.

Anfang der Sechziger tourte Orton erneut an die Ostküste, wo er seinen bis dato wichtigsten Push von Promoter Vincent James McMahon bekam. Dieser bookte ihn als Heel im Tag Team mit Buddy Rogers zusammen. Bald hieß es bei NWA Capitol Wrestling: Topheel vs. Topface, als sie gegen Johnny Valentine und Antonino Rocca fehdeten. Ein Titelerfolg in dieser wichtigen Liga blieb zwar aus, aber 1968 kehrte er nochmals an die Ostküste zurück, als „Cowboy Rocky Fitzpatrick". Damals kämpfte er u.a. im Madison Square Garden gegen Bruno Sammartino. 1963 wrestlete Orton bei NWA Championship Wrestling from Florida (CWF). Hier sollte er weitaus mehr Erfolge erzielen mit einem für ihn bedeutenden Karrierehöhepunkt. Ende des Jahres bekam Orton eine Titelchance gegen den Heimfavoriten Eddie Graham in der Tampa Armory. Er bezwang seinen berühmten Gegner und gewann erstmals den NWA Southern Heavyweight Title (Florida-Version). Ein Erfolg, an dem er danach noch fünfmal anknüpfen sollte.

Das erste Halbjahr 1964 stand ganz im Zeichen der Fehde gegen "Cowboy" Bob Ellis, einem ebenfalls etablierten NWA Champion aus Texas. Doch wenige Tage vor ihrem Titlematch verletzte sich Orton am Nacken in einem Kampf mit Don Curtis. Geschwächt trat er dem nicht zu unterschätzenden Ellis gegenüber und verlor den Southern Title. Er musste einige Wochen pausieren, kam dann aber in besserer Kondition zurück, als man es in Florida wohl bis dato kannte. Gleich bei seinem ersten TV Auftritt in der Tampa Armory bestritt er einen blutigen Fight, wo letztlich sogar die Polizei eingreifen musste. Die Booker mischten Ortons Gimmick auf und bald erschien er im Ring mit einem Manager namens Antone Leone. Am 04.06.1964 stand ihm Ellis erneut gegenüber, doch diesmal siegte The Big O und holte sich damit wieder den NWA Southern Title.

1966 erreichte Orton seinen Höhepunkt in der NWA als World Tag Team Champion an der Seite von Eddie Graham. Sie gewannen ein Turnierfinale in Tampa gegen The Medics sowie Tarzan Tyler & Sputnik Monroe. Sein Run war jedoch nur von kurzer Dauer, weil Bob die Promotion kurz danach verließ und einem Angebot der AWA in Nebraska folgte. Dank einer Kooperation des dortigen Promoters Joe Dusek mit dem AWA Office in Minneapolis, war es für viele Wrestler möglich geworden, auch im Omaha Municipal Auditorium aufzutreten. Die Verbindung zu Dusek bestand seit Anfang der 60er Jahre. Im Zuge der Einführung des AWA Midwest Heavyweight Titles bekam Orton einen entscheidenden Push in Omaha, und zwar als erster Champion. Im Mai 1967 besiegte er zunächst Bobby Shane und gewann so den Nebraska Heavyweight Title. Diese Version stellte Dusek anschließend ein und kreierte mit der AWA zusammen einen neuen Titel. Am 15.07.1967 siegte Bob in Omaha gegen Doug Gilbert, um so erster AWA Midwest Champion zu werden. Auch als mehrfacher Tag Team Champion konnte er sich hier wieder etablierten. Zuerst im Team mit „Iron" Mike DiBiase und 1968 gleich zweimal mit Mad Dog Vachon zusammen.

Nach einer erneuten Rückkehr in die Central States wrestlete Orton ab Anfang der Siebziger nochmals als Champion in Florida, wo mittlerweile Eddie Graham das Business von NWA Promoter Cowboy Luttrall übernommen hatte. Graham war für seine Ideen weithin bekannt und so trat auch Orton bald unter einem neuen Pseudonym auf, als „The Zodiac". 1972 gewann er so die Florida-Versionen vom NWA Southern und Tag Team Title. In einem Match siegte er gegen den bekannten Trainer Hiro Matsuda. Mit ihm zusammen holte er sich am 15.08.1972 in Tampa auch die lokalen NWA Tag Team Title. Orton & Matsuda besiegten das Team von Ray Stevens & Nick Bockwinkel. Der Sunshine State sollte die letzte Station als Champion sein: 1976 teamte er mit seinem Sohn Bob Jr. und hielt mit ihm zusammen den NWA Florida Tag Team Title. Danach folgte noch ein Run als lokaler Tag Team Champion mit Bob Roop. Der letzte Titelgewinn insgesamt. Es ist die Zeit gewesen, wo seine beiden Söhne die Tradition des Vaters fortsetzten.

Bob Ortons Erfahrungen waren von großer Bedeutung gewesen: Er trainierte seine Söhne Bob Jr. („Cowboy Bob Orton") und Randal Orton („Barry O") zu Professionals. Randal ist der Onkel von WWE Superstar Randy Orton und der Cowboy natürlich dessen Vater. All ihre Karrieren hat er mit beeinflusst, sie unterstützt, trainiert oder einfach nur begeistert ihre Kämpfe mitverfolgt. Eines war Bob sein Leben lang - ein Fan des Wrestlings. Im Juli 2000 endete schließlich die aktive Karriere als Professional - und das nach über 50 Jahren. Sein 77. Geburtstag stand bevor, als er plötzlich zu Hause in Las Vegas einen Herzinfarkt erlitt und ins Krankenhaus musste. Einen zweiten Infarkt, kurze Zeit später, überlebte er nicht mehr und starb an dessen Folgen am 16.07.2006.

Es sind die Erinnerungen an die Legenden des Wrestlings, wo sich der Lauf einer längst verstorbenen Person widerspiegelt. Bob Orton hat seinen Part zur Geschichte beigetragen und eine ganze Familie mit seiner Karriere beeinflusst. Er war stets ein tougher Champion mit guten Chancen auf einen World Heavyweight Title. Dieses Ziel hat er zwar nie erreichen können, aber konnte sich dennoch über lange Jahre als Fanfavorit etablieren.

„As I was growing up I knew how important he was for my father, and he was just as important for me."
Randy Orton




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