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Paul Pons – Zum 100. Todestag

gepostet von The Crusher am 13.04.2015 um 0:23 Uhr

Paul Pons – Zum 100. Todestag


* 1864 in Bagnols-sur-Cèze / Frankreich

+ 14.04.1915 in Agen / Frankreich



Man hatte Paul Pons damals in der Presse oft totgesagt und meistens stellten sich diese Berichte auch als unwahr heraus. Kaum verwunderlich, dass deutsche und österreichische Zeitungen in jenen Tagen im April 1915 zunächst nur zögerlich von einem Ableben des einst bedeutendsten französischen Ringers berichteten. Als jedoch die Bestätigung von seinem Tod aus Frankreich kam, hatten sich die Spekulationen somit bewahrheitet. Der frühere Weltmeister im gr.-röm. Stil fand ein unehrenhaftes Ende am Nachmittag des 14. April 1915. Pons bestieg wie sooft sein Boot um im Fluss Garonne in Süd-Frankreich zu fischen. Beim Angeln verlor er den Halt und stürzte in den Fluss. Rettungskräfte konnten später nur noch seine Leiche aus dem Wasser ziehen. Pons war einst ein Riese im Europäischen Wrestling – sowohl in körperlicher Hinsicht wie im Punkto Einfluss auf seine Zeitgenossen und Nachfolger. Er war der bedeutendste Ringer Frankreichs für einen Zeitraum von annähernd 15 Jahren. Er zog über viele Jahre mit dem Zirkus und Truppen verschiedenster Kraftathleten quer durch Europa und 1904 auch erstmals nach Südamerika. Für die Veranstalter von Ringkämpfen hatte sich Pons bald als gutes Zugpferd erwiesen. Als Topstar vieler Ringertruppen zog dieser Vorzeigeathlet eine Armada an anderen Ringern hinter sich her, die bald selbst auf den höchsten Stufen des Erfolgs stehen sollten. Ein Schüler der traditionellen französischen Kampfweise, die, wie kein anderer Stil, das Wrestling in Europa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts dominierte. Pons erlebte die erste bedeutende Hochzeit des Wrestlings, war einer ihrer selbigen Topstars und Kassenmagnat für Zirkusse. Er feierte seine Erfolge auf den Bühnen des Casino und Folies-Bergére in Paris. Frankreichs Hauptstadt wird während der 1890er Jahre zur Wrestling-Hochburg Europas. In diesem Jahrzehnt tauchen viele Namen auf, die die Szene über Jahre bestimmten: Doublier, Fournier, Christol, Pons, Sabés, Gambier, Lassartesse, Louis Uni – die Masse der ersten großen Professionals in Europa waren damals Franzosen. Der Ringkampf als Tradition war bei ihnen fest verankert. Sie galten als Vorbilder und manche wie Jean Doublier auch als Wegbereiter einer ganzen Generation an Ringern. 





Wer wie Pons dem Training aus der „école de lutte le bordelais“ entstammte, der damaligen Ringerschule in Bordeaux, hatte schon mal die besten Voraussetzungen für eine Karriere als angehender Professional. Dass zu einer Zeit, wo sich der Professionalismus noch in seinen Anfängen befand. Als man den Namen Pons noch nicht kannte, dominierten wenige Ringer die Szene in Frankreich: Doublier, Bernard, Robinet und ein Italiener namens Pietro Dalmasso. Bei einigen Ringkämpfen im Raum Lyon 1888 entdeckte Pietro einen jungen kräftigen Mann, der gelegentlich als „Ringer“ bei Festen auf der Kirmes und dem Jahrmarkt auftrat. Talent und die entsprechenden Proportionen besaß der junge Paul Pons bereits. Was ihm fehlte war ein Mentor und das richtige Training, durch das er wirklich zum Ringer wurde. Pons schloss sich der umherziehenden Truppe von Pietro an. Also auch wieder der Beginn einer Profikarriere beeinflusst durch den „Stabuff“, der mit vielen Begriffen behafteten Szene der „Buden – Rummel – Kirmesringer“. Zu den Anfangszeiten von Emil Naucke (1870er Jahre) sagte man auch „Preisringkämpfer“. Umherziehende Truppen aus Athleten, Ringern, Artisten, Akrobaten, Gewichthebern, zogen durch Europa. Die Akteure solcher Truppen traten dabei oft ganzheitlich auf, d.h. etwa als Ringer und Kraftakrobat. Das bestimmende Bild waren einzelne Ringkämpfe gegen Herausforderer aus der Truppe oder dem Publikum. Noch im gleichen Jahr stellte Pietro seine Neuentdeckung dem Ringerheros Felix Bernard in Bordeaux vor. Von jetzt ab trainierte Paul in dessen renommierter Schule aus der Legenden wie Maurice Gambier sowie später auch Gabriel Lassartesse und Cazeaux de la Bastide hervorgingen. Der „breiten“ Öffentlichkeit, die sich für Ringkämpfe interessierte, wurde Pons im Jahr 1891 bekannt. Die Veranstalter vom Casino de Paris planten die Austragung eines Kampfes mit dem Kassenschlager Tom Cannon aus England. Auf der Bühne des Casino unterlag Cannon dem aufstrebenden Pons, der somit einen der Topstars Europas besiegt hatte. Es sollte nicht ihre letzte Begegnung bleiben. 1898 ging Pons als „Weltmeister“ auf große Tournee durch Europa. Dabei kämpfte er gegen Größen wie Ladislaus Pytlasinski und am 25. April 1898 in St. Petersburg gegen den jungen George Hackenschmidt, der Frankreichs Ringerheros mit Nichtigkeiten bezwang. Cannon forderte ihn zu einem großen Kampf in Liverpool heraus. Am 30. Juli 1898 unterlag Paul Pons im Ring auf den alten Everton Grounds. Die Zeit der Pioniere wie Jean Doublier neigte sich ihrem Ende zu. Einige sind schon weit vor Pons durch Europa gezogen und hatten dabei den gr.-röm. Stil nach französischer Kampfesweise verbreitet. Über Mitteleuropa bis hin nach Moskau und St. Petersburg. Gegen Ende des Jahrzehnts kamen Ringkampf-Konkurrenzen in Mode, also ganze Turniere in unterschiedlichen Gewichtsklassen. Ihr erster Star war zunächst Maurice Gambier der den Weltmeistertitel im Mittelgewicht 1897 in Brüssel gewann. Ein Jahr später entschloss sich Pierre de Lucenski für die Austragung einer ersten Weltmeisterschaft im Schwergewicht, zu deren Star Paul Pons wurde. 


Es war in Paris am 27. Dezember 1898 auf der Bühne des Casino, als Pons den renommierten Ringer Ladislaus Pytlasinski besiegte. Er wurde somit Europas erster Weltmeister im gr.-röm. Stil. Für einige dann natürlich auch der „offizielle Weltmeister“. Von da an war Pons der ultimative Favorit bei den meisten Turnieren in Frankreich, die er schlussendlich auch gewinnen konnte. Es bildete sich die „Truppe Pons“ und als Trainingsschule der „Gymnase Pons“. Alle namenhaften Ringer aus Frankreich und dann auch aus Mitteleuropa zogen mit dem französischen Champion von Turnier zu Turnier. Leon Dumont, Louis Walfort, Gabriel Lassartesse, Raoul le Boucher, Cazeaux, Jess Pedersen, Aimable de la Calmette, Constant le Marin, Michael Hitzler, Jakob Koch, Laurent le Beaucairois und viele andere mehr. Die meisten Kämpfe seiner Karriere bestritt er u.a. gegen Raoul le Boucher und Jess Pedersen, der später sein großer Konkurrent bei den Turnieren wurde. Eine parallele Weltmeisterschaft ebenfalls in Paris endete nur wenige Tage später nach Pons' Triumph über Pytlasinski mit dem Siege des türkischen Professionals Kara Ahmed. Aus dieser Situation heraus kreierten die Veranstalter das Szenario: Pons vs. Ahmed. Bis ins Jahr 1900 folgten etliche Herausforderungen, einzelne Kämpfe und große Turnierkämpfe. Das Finale beim WM Turnier im Casino am 05. Dezember 1899 gewann Ahmed. Pons-Ahmed erschien auf vielen Theaterzetteln und Zirkusplakaten. Wer war der wahre Weltmeister? Paris Folies-Bergére Theater im Dezember 1899 und Januar 1900, im Wintergarten Berlin wo Reinhold Begas vom 16. April bis 15. Mai 1900 das erste WM Turnier in Deutschland organisierte, und schließlich im Zirkus Busch in Wien wo Gabor Steiner und Victor Silberer vom 21. Juni bis 25. Juli 1900 das erste WM Turnier in Österreich auf die Beine stellten. Bei beiden Weltmeisterschaften triumphierte Paul Pons. Das Finale in Wien gewann er gegen Apollon. Bei der Siegerehrung überreichte ihm Victor Silberer eine Goldende Medaille, danach wurde Ahmed als Zweitbester dem Publikum präsentiert. Die Truppe um Pons zog weiter nach Hamburg. Mit ihr zog seit den Ringkämpfen in Wien auch George Hackenschmidt, der sich in den kommenden Monaten zum harten Konkurrenten nicht nur der Elite in Europa entwickeln sollte. Zunächst standen aber noch Pons, Ahmed, Jakob Koch und bald auch Jess Pedersen im Vordergrund. Es schloss sich ein Turnier dem nächsten an. Gefolgt von Pons-Ahmed waren auch Pons-Koch, Pons-Pedersen und sehr oft Pons-Raoul le Boucher richtige Zugnummern bei den Turnieren. Pedersen machte ihm den Weltmeistertitel 1908 und 1910 gleich mehrmals streitig. Seinen letzten großen Triumph feierte Pons am 09. Dezember 1907 beim WM Finale im Pariser Apollo-Theater. Nach 61 Minuten konnte er seinen berühmten und ebenfalls sehr erfolgreichen Kontrahenten Jakob Koch bezwingen. Wohl ein Finale der Spitzenklasse. Es war im Casino wo er den ersten WM Titel gewann. Hier sollte er auch seinen Abschied nach zwei Jahrzehnten auf der Ringmatte feiern. Am 04.12.1910 besiegte ihn Pedersen beim Finale im WM Turnier. Pons trat als Zweitbester von den Pariser Bühnen ab, die ihm so viel bedeutet hatten. Das Ende der Ära Pons markierte auch das allmähliche Ende der Ringerhochburg Paris. Andere Städte in Europa hatten sich unlängst zu Zentren des Wrestlings mit vielen Turnieren entwickelt (Wien, Breslau, Moskau, St. Petersburg). Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird Berlin zur Ringerhochburg Europas werden mit alleine neun Turnieren nur im Jahr 1919. Paul Pons kaufte sich ein Anwesen in Agen (Süd Frankreich) am Fluss Garonne und zog sich gänzlich aus dem Ringkampf zurück. Nicht nur seine Ära war vorbei gegangen. Inmitten des Ersten Weltkrieges sank die Zahl der Turniere auf ein Minimum ab (u.a. noch 1915 in Bern und Amsterdam). Einen wirklichen Boom erlebte Frankreichs Wrestling-Szene dann erst wieder während der späten 1940er und dann in den 1950er und 60er Jahren mit zahlreichen Topstars wie Francois und Felix Miquet, René Lassartesse, Lino Ventura etc...Ihr einstiger Vorgänger Paul Pons war zu einem der Wegbereiter für den Erfolg des Wrestlings in Europa geworden.




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