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Legenden - Killer Kowalski

Aus der Talentschmiede des Mittleren Westens kam 1948 ein Kanadier mit dem Pseudonym "Tarzan Kowalski" ins Pro-Wrestling. Zwei Jahre später trat dieser Wrestler erstmals als „Killer Kowalski" auf und verkörperte mit diesem Namen den perfekten Heel schlechthin. Kowalski der große Heel und Trainer - das ist es gewesen, was ihn berühmt machte. Einerseits die unglaubliche Härte im Ring und andererseits seine großen Verdienste als Trainer. Der große Push kam schließlich, als ihn Promoter Eddie Quinn 1952 nach Montreal holte. Von da an entwickelte er sich nicht nur in Kanada zum Kassenschlager, sondern auch für die gesamte Profi-Szene in Nordamerika.

Die Geschichte unserer nächsten Legende beginnt in dem Land, wo viele bekannte Wrestler nach 1945 herkamen. Am 13.10.1926 wurde Edward Walter Spulnik in Windsor, Ontario, Kanada als Sohn polnischer Einwanderer geboren. Im Verlauf seiner 30-jährigen Karriere als Professional Wrestler trat er unter vielen Pseudonymen auf: Tarzan Kowalski, Wladek Kowalski, Killer Kowalski, Hercules Kowalski, The Polish Apollo, The Masked Executioner und The Masked Destroyer. Letztlich war es natürlich das Killer Kowalski Gimmick, was ihn in der Szene weithin bekannt machen sollte. Er ging zur Lowe High School in Windsor und hatte damals eigentlich keine großen Ambitionen ein Wrestler zu werden. Im Alter von 14 Jahren maß er bereits 1.93m, aber sein Körper war untrainiert und sah schmächtig aus. Bald kam also der Entschluss in einem lokalen YMCA zu trainieren. Von Windsor aus ging es für ihn nach Detroit, wo er an der Universität studierte und zeitweise beim Ford-Werk jobbte. Der Verdienst war allerdings schlecht und man sagte ihm, dass es beim Wrestling mehr Geld gäbe. Fürs Baseball hatte er zeitweise auch Ambitionen. An einer High School in Buffalo, New York spielte er als Teamkollege von Walter Spahn.

Begonnen hatte Kowalski damals nebenbei zu trainieren; jetzt perfektionierte der baldige Topstar sein Training im Detroiter Hamtramck YMCA, wo ihn eines Tages ein Manager namens Bert Rubi ansprach. Dieser war ein Mitarbeiter im Management des lokalen Promoters Harry Light. Er hielt stets die Augen nach neuen Talenten auf. Es war Light und sein "Harry Light Wrestling Office", wo Kowalski, als Neuling im Ringgeschehen, für die nächste Zeit unterkam. Sein erstes datiertes Match bestritt er am 06.05.1948. Im September 1948 schickte Light seinen Manager Bert Rubi zur NWA Konferenz nach Minneapolis. Ab da an war auch Michigan im gerade formierten Ligenverband vertreten. Bessere Kontakte hätte Kowalski gar nicht erwischen können. Rubi trainierte und managte ihn noch vor Lou Thesz. Ein Faktum, dass heute all zu oft vergessen wird. Gleichwohl Kowalskis erster großer Push natürlich im Mittleren Westen bzw. in Chicago einsetzte.

Doch es bedurfte eben größerer Kontakte, um zu den Hochburgen St. Louis und Kansas City vorzudringen. Dies gelang, als die Central States-Promoter ihren beliebten Champion Orville Brown nach Detroit schickten. Kowalskis erster prominenter Gegner und das Zugpferd einer pulsierenden Wrestlingregion schlechthin. Am 29.11.1948 verlor Tarzan Kowalski das Match zwar, was seinen Karriereschub aber nicht negativ beeinflusste. Der "Neue" muss sich wohl so gut im Match gegen Brown verkauft haben, dass ihn wenig später gleich mehrere Central States-Promoter kontaktierten. Als "Tarzan Kowalski" debütierte er im Herbst 1948 im Zirkel Kansas-Iowa-Missouri. Promoter Pinkie George, erster NWA Präsident, holte den Tarzan nach Des Moines, Iowa. Weitere Auftritte, am Anfang einer großen Karriere, waren in Wichita, Kansas, sowie bei George Simpson, Gust Karras und Orville Brown in Kansas City. Zu diesem Zeitpunkt 1949 hatte Brown seinen Schwager, Pearl Christy, als Promoter/Booker für das Central States Booking Office eingesetzt. Einen wahren Boom an Wrestlingshows gab es hier damals. Tarzan Kowalski siegte am 23.06.1949 gegen Leo Newman in der Kansas City Memorial Hall. Auch Jim Wright bezwang er eine Woche später. Bis dahin konnte Kowalski hier seinen Status als ungeschlagener Wrestler aufrechterhalten. Vermutlich nach dem Match gegen Brown in Detroit kam dann der Kontakt zu Lou Thesz in St. Louis zustande. Eine Wrestlingmetropole seit den 30er Jahren. Das hielt auch bis in die 80er Jahre an. Egal welcher Neuling kam, im Kiel Auditorium war die Hölle los, wenn Thesz, Billy Watson, Bobby Managoff oder Bill Longson auftraten. Während der 40er Jahre wirkte die Szene in New York, im Vergleich zu hier, geradezu klein. Nur Boston und Chicago konnten da wirklich mithalten. Die Bedeutung des Mittleren Westens wird oft unterschätzt. Dabei war hier "ein" Herz des Wrestlings zu finden, wie die gleichnamige "Heart of America" Promotion. Thesz trainierte Kowalski bei sich in St. Louis. Er hatte dann ab der Saison 1949 eine ganze Matchserie gegen Thesz, neben Orville Brown ein weiterer Star der Central States. Ihr erstes Match bestritten sie am 30.06.1949 in St. Louis, wo Kowalski unterlag. Es sollten noch etliche Folgen.

Aber so sehr der Mittlere Westen, eine Talentschmiede dieser Zeit, auch die Tore für Kowalski öffnete, es gab noch einen Promoter, bei dem man so richtig bekannt werden konnte - Fred Kohler. Kohler dominierte die Szene in Nordamerika durch seine Fernsehshows. Alles was Rang und Namen hatte im Wrestling stürmte seit den späten 1940er Jahren nach Chicago. Ob Rocca, Carnera, Thesz, Gagne, Valentine - sie alle erschienen durch Kohlers TV-Shows im Dumont-Network. Natürlich durfte auch ein Kowalski nicht fehlen. Er erhielt durch Fernsehauftritte in der Marigold Arena den nächsten gewaltigen Karriereschub. Kowalskis Vorteil war, dass viele wichtige Manager und Promoter bei Kohler anklopften. Sie verfolgten dessen TV-Shows, die letztlich nicht nur landesweit wie der Blitz einschlugen, sondern das gesamte Pro-Wrestling komplett revolutionierten. Ab der Saison 1949-50 interessierten sich vor allem Sam Muchnick, Frank Tunney und dann auch Eddie Quinn für den baldigen "Killer". Das war die Elite der NWA Promoter schlechthin. Ende 1949 meldete sich der stärkste Promoter des Südwestens, Morris Sigel aus Houston, und Kowalski kämpfte prompt in Texas.

Sigel veranstaltete am 05.05.1950 im Sam Houston Coliseum die große "Parade of Champions". Vor 10.000 Zuschauern verlor Kowalski erneut gegen NWA World Heavyweight Champion Lou Thesz. Es war so bis dato die größte Zuschauerkulisse in Texas. Während seiner Auftritte im Texas-Zirkel, kam im Sommer 1950 auch gleich die entscheidende Wandlung zum "Killer Kowalski" Pseudonym. Doch viel ist davon heute nicht mehr bekannt. Der legendäre Name Killer entstand nämlich nicht in Kanada, sondern in Sigels Promotion in Houston. Nach Texas ging es für Kowalski zunächst Richtung Central States zurück. Dort sollte er sich jetzt erst so richtig etablieren. Trat er in Houston erstmals unter dem Killer-Pseudonym an, so wrestlete er in Kansas City noch als Tarzan. Am 25.01.1951 bezwang Tarzan Kowalski in der Kansas City Memorial Hall den Superstar Bill Longson um den NWA Heart of America Heavyweight Title. Er war der zweite Träger dieser 1950 eingeführten Titel-Version, die die George Simpson - Orville Brown - Gust Karras Gruppe kontrollierte (NWA Heart of America - Central States). Longson gewann zwar den ersten Fall, verlor jedoch den zweiten Fall und letztlich auch die dritte Runde, nach einem Full Nelson von Kowalski. Mit Longson fehdete er oft, wie sich später noch zeigen wird.

Mit dem Gewinn seines ersten Titels stieg Kowalski auch gleich zum lokalen Superstar der NWA Heart of America Promotion auf. Er verteidigte den Titel im Februar und März 1951 erfolgreich, als dann ein Wrestler namens Ernie Dusek in Kansas City erschien und sich seinerseits als Midwestern Champion präsentierte. Dusek entstammte einer Wrestling-Familie: Vier Brüder, die alle im Ringgeschehen involviert waren. Rudy und Joe Dusek speziell noch als Promoter. Wie Historiker Tim Hornbaker recherchieren konnte, verteidigte Ernie Dusek zu dieser Zeit den NWA Omaha Heavyweight Title. Um nun Klarheit zu schaffen, wer der wirkliche Superstar für die nächste Zeit in Kansas City ist, pushten die Promoter ein NWA Title-Unification Match. Am 29.03.1951 verlor Dusek gegen Kowalski, der damit vorerst Champion blieb und seinen Status verteidigen konnte. Kowalskis Title-Run endete am 26.04.1951, als ihn Dennis Clary um den NWA Heart of America Title bezwang. Gegen Clary fehdete er noch mal am 04.12.1951, wo es jedoch nur zu einer Disqualifikation kam. Walter wrestlete am 20.03.1952 in Kansas City gegen Jim Henry. Der Kampf endete zwar im Unentschieden, aber kurz danach ging es für ihn in Richtung Kanada.

Ein übergroßer Markt war zu Beginn der 50er Jahre auch Ostkanada. Ab dem Frühjahr 1952 bekam Kowalski den Push seines Lebens von Montreal-Promoter Eddie Quinn. Ein streitbarer Zigarre rauchender Typ, dessen grandiose Promotion noch weitere Superstars wie Edouard Carpentier hervorbrachte. Quinn war bei seinen heimischen Schützlingen unglaublich beliebt. Es ist eine Familie gewesen, wo jeder zusammengehalten hat. Eddie strich das Tarzan Gimmick und ließ ihn als Heel in Form des Killers auftreten. Die Wende für Kowalskis Leben schlechthin. Hier in Montreal war er auch als "Wladek Kowalski" bekannt. Am 02.04.1952 dann der Beginn einer riesigen Karriere als Champion in Kanada. Im Montreal Forum besiegte er vor vielen begeisterten Fans Quinns Superstar Bobby Managoff um den Montreal World Heavyweight Title. Innerhalb der nächsten 10 Jahre gewann er diesen prestigeträchtigen Titel 11 Mal. Kowalski verdrängte Yvon Robert von der lokalen Superstarposition. Die neue Sensation etablierte sich als dominierender Heel im ganzen ostkanadischen Zirkel. Quinn und Frank Tunney, der NWA Promoter in Toronto, arbeiteten eng zusammen, weshalb Kowalski auch in Tunneys Promotion seinen Push bekam.

Dem erfolgreichen Start, als Montreal World Heavyweight Champion, folgte am 15.10.1952 der bittere Kampf gegen Yukon Eric. Im Forum saßen wieder viele Fans, was Standard bei Quinns Shows war, um die beiden Kassenschlager zu sehen. Kowalski stieg auf das oberste Seil und wollte einen Knee Drop auf Erics Bauch zeigen. Beim Absprung traf er jedoch unglücklicherweise dessen rechte Kopfhälfte. Der Aufprall war so stark, dass Teile von Erics Ohr abrissen und dabei eine klaffende Wunde entstand. Eric ging schnell in den Umkleideraum, wo er sich in die Hände eines Arztes von der Quebec Athletic Commission begab. Dieser ordnete die Einlieferung ins Montreal Western Hospital an. Ringrichter Sammy Mack erklärte unterdessen Kowalski zum Sieger des Matches. Erics Ohr konnte wieder angenäht werden und er kam zurück. Für Kowalski sollte damit die lange Fehde mit Yukon Eric beginnen, die erst mit Erics frühen Tod 1965 endete. Im Januar 1953 gab es dann den Rückkampf im Montreal Forum, der auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Nicht nur die Fehde gegen Yukon Eric setzte sich fort, auch sein langjähriger Rivale Bill Longson war noch zu Allem entschlossen. Fast genau drei Jahre nachdem er Longson um den NWA Heart of America Title besiegen konnte, war dieser am 20.01.1955 offenbar besser in Form. Das Match in Kansas City gewann Longson. Am 09.03.1955 verlor Kowalski den Montreal World Heavyweight Title an Pat O'Connor. Er erkrankte hiernach schwer, was zu einer neunmonatigen Zwangspause führte. Doch abschreiben durfte man ihn nicht. Wenn eines, dann das auf alle Fälle nicht.

Ende 1955 war der Killer wieder da und bereit für die nächste Fehde mit einem Franzosen, der es in sich hatte. Quinn hielt seine Fans ständig mit gutem Wrestling bei der Stange. Kontinuität war dabei ein wichtiges Stichwort für den ostkanadischen Markt. Bald erschienen zahlreiche neue Wrestler bei Quinn, die im gesamten Pro-Wrestling ihre Spuren hinterlassen haben. Er und Tunney entdeckten in Paris einen Wrestler namens Edouard Wieczorkwicz. Kaum fünf Monate später, im April 1956, debütierte er als "Edouard Carpentier" in Montreal. Quinn ist so eine erneute Sensation geglückt, da sich Carpentier nicht nur in Kanada zum Kassenschlager entwickelte. Eine Fehde gegen Kowalski musste kommen. Das erwarteten die Fans der explodierenden Quinn Promotion. Am 13.06.1956 ging es los: Carpentier und Kowalski trennten sich im Unentschieden. Der Killer konnte seinen Montreal World Title vorerst verteidigen. Doch dann, am 08.05.1957, unterlag Kowalski im Forum durch Countout. Da er den ersten aus drei Falls regulär durch ein Cover verlor, hieß der neue Champion Carpentier. Aber das war längst nicht das Ende ihrer Fehde. 1957 stellte sich Kowalski ein ebenfalls knallharter Heel in den Weg, Gene Kiniski. Jetzt hieß es Frankokanadier gegen Anglokanadier und Heel gegen Heel. Ihre Matches füllten die Kassen von Quinn. Über 21.000 Zuschauer kamen am 17.07.1957 ins Baseball Stadium von Montreal, um das Spektakel zweier Heels mit eigenen Augen zu sehen. Vor dieser riesigen Kulisse holte sich Kowalski am Schluss seinen geliebten Montreal World Heavyweight Title zurück. Sein letzter und elfter Title-Run bei Quinn begann mit dem Sieg über Johnny Rougeau am 23.07.1962. Bis dahin hatte er vieleTopstars um den Titel bezwungen, wie Verne Gagne, Yvon Robert, Antonino Rocca, Pat O'Connor, Don Leo Jonathan, Hard Boiled Haggerty und schließlich "Nature Boy" Buddy Rogers. Kein anderer Wrestler, außer Kowalski, konnte diese Serie an Titelgewinnen bei Quinn jemals wieder erreichen. Walter war dort der wirkliche Superstar im Ring.

Am 14.06.1957 verlor NWA Champion Lou Thesz in Chicago gegen Edouard Carpentier durch DQ. Auch der Rückkampf zwischen beiden endete in einer Disqualifikation, was danach zur Bildung von mehreren NWA Splittergruppen führte. Der DQ-Sieg über Thesz war der Anlass, dass Carpentier zum Champion gepusht wurde, gleichwohl der Titel eigentlich nur durch Pin oder Aufgabe wechseln konnte. Paul Bowser, Eddie Quinn und Johnny Doyle setzten Carpentier als Gegenchampion für Thesz in Boston ein. Weitere Splittergruppen sollten noch folgen. Zwischen Juni und August 1957 trat Carpentier als NWA World Heavyweight Champion an, während Thesz den NWA International Title in Japan gegen Rikidozan verteidigte. Quinn und Bowser pushten dann Kowalski verstärkt in Boston. Am 03.05.1958 fehdete er gegen seinen starken Kontrahenten Carpentier vor 10.267 Zuschauern im traditionsreichen Boston Garden. Kowalski besiegte ihn und erreichte damit auch einen seiner größten Erfolge. Mit diesem Sieg wurde der neue Atlantic Athletic Commission (AAC) World Heavyweight Title gepusht. Nämlich als von der NWA unabhängiger Titel, den Bowser, Quinn und Doyle sanktionierten. Keiner dieser drei Promoter gehörte 1958 noch der NWA an. Kowalski verteidigte die AAC Boston-Version knapp drei Jahre, bis ihn Bearcat Wright am 04.04.1961 besiegte.

Zwischen 1958 und 1961 gewann bzw. verlor er auch die Montreal-Version. Die Boston-Version blieb dabei im Vordergrund. Ende 1962 folgte eine Herausforderung an NWA World Heavyweight Champion Buddy Rogers. Rogers war jedoch gesundheitlich angeschlagen und mehrere geplante Titelkämpfe gegen Thesz mussten abgesagt werden. Am 21.11.1962 war die Stunde der Entscheidung angebrochen. Just zu diesem Zeitpunkt war Rogers wieder genesen. Aber den Kampf gegen Kowalski an diesem Tag in Montreal verlor er. Rogers erlitt nach nur zwei Minuten eine Knöchelverletzung. Der für Houston angekündigte Titelkampf Rogers-Thesz musste abgesagt werden. Dann machte Kowalski seinen Titelanspruch geltend: Er habe den Champion schließlich besiegt. Die NWA Zentrale in St. Louis war da anderer Meinung. Sie ließ verlauten, dass Kowalski nur einen Pin erreicht hatte. Titelkämpfe wurden aber als Best of three Falls durchgeführt. Ein Fall reiche deshalb nicht aus. New York Promoter Joe "Toots Mondt" war kurz davor Kowalskis Auftrittsrechte für ein Match gegen Bruno Sammartino am 03.12.1962 in Pittsburgh zu bekommen. Sigel machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Sigel nahm Kowalskis Sieg gegen Rogers und ließ ihn prompt in Houston als World Heavyweight Champion antreten. Am 14.12.1962 kam es zwischen ihm und Thesz zum Unentschieden.

Aufgrund der erlittenen Verletzung musste Rogers bis zum Januar 1963 pausieren. In der Zwischenzeit kämpfte Kowalski trotzdem als NWA World Heavyweight Champion. Während der Verletzungspause des richtigen Champions übernahm er alle Shows von Rogers. Lange konnte diese Situation nicht anhalten. Am 21.01.1963 wurde die Unklarheit im Madison Square Garden beseitigt. Rogers besiegte den scheinbaren NWA World Heavyweight Champion vor ausverkauftem Hause. 72 Stunden später wurde der Maple Leaf Gardens in Toronto Austragungsort des Jahrhundertkampfes Thesz-Rogers. Nach Rogers Sieg endete auch Kowalskis Titelregentschaft in Houston, da die NWA nicht ihn sondern Thesz gegen Rogers am 24.01.1963 einsetzte. Man wollte eigentlich nicht noch mal das Titelwirrwarr von 1957 erleben. Das Match verstärkte die bekannte Auseinandersetzung zwischen McMahon und der NWA.

Quinn schloss seine Montreal-Promotion Ende 1963 und auch Kowalski war mittlerweile nach New York übergesiedelt. Im Tag Team mit Gorilla Monsoon kämpfte er bei der World Wide Wrestling Federation (WWWF) von Vincent James McMahon. Am 14.11.1963 besiegten sie das Team von Skull Murphy und Brute Bernard um den WWWF United States Tag Team Title. Die Fehde Kowalski gegen den WWWF World Heavyweight Champion Bruno Sammartino ist wohl bis heute in Erinnerung geblieben. Sammartinos Titel gewann der Killer zwar nicht, jedoch ist diese Fehde wichtig für McMahon gewesen. Sammartino stand gerade am Anfang seiner Karriere als langer Champion der Promotion und brauchte starke Herausforderer. Kowalski's Auftritte in der WWWF waren nur von kurzer Dauer. Im Oktober 1964 pushten ihn die beiden Promoter Johnny Doyle und Jim Barnett in ihrer neuen International Wrestling Association (IWA). Die Liga hatten sie gerade in Australien eröffnet. Kowalski war der erste World Heavyweight Champion dieser neuen IWA-Version. Er gewann den Titel bis 1967 noch vier Mal durch Siege über Hercules Cortez, Spiros Arion, Billy White Wolf und Bearcat Wright. Auch für Doyle und Barnett war Kowalski ein Kassenschlager schlechthin. Der Killer galt hier als absoluter Top-Heel. In der IWA hielt er auch vier Mal den lokalen World Tag Team Title zusammen mit Skull Murphy, Bill Miller und Mark Lewin. Weitere Karrierehighlights von ihm waren ferner: NWA US-Champion in Hawaii 1965 und Gewinn des NWA Southern Heavyweight Title. Letzteren Titel holte er sich als "Masked Destroyer" im November 1975 in Eddie Grahams Florida Promotion. Im Spätjahr 1972 fehdete Kowalski gegen einen alten Bekannten, Edouard Carpentier. Es ging um den Grand Prix Association Heavyweight Title und ihre Matchserie ging über Quebec, Kanada bis in das Nordost Territorium der USA. In Burlington, Vermont endete ihr Match mit einer doppelten Disqualifikation. Der Grand Prix Title war zum Zeit ihrer Fehde gerade vakant.

Nach rund drei Jahrzehnten wechselte Kowalski vermehrt vom Wrestler zum Trainer. Seine Erfahrungen, sein Können und vor allem seine Härte gab er an viele zukünftige Superstars weiter. In Malden, Massachusetts eröffnete er seine bekannte Trainingsschule und fand mit Big John Studd auch gleich einen ersten Schüler, dem noch viele folgen sollten. Kowalski trainierte ferner Triple H, Perry Saturn und Chyna. 1976 teamte er mit Studd und bildete das Tag Team "The Executioners". Mit Manager Lou Albano besiegten sie am 11.05.1976 in Philadelphia die WWWF Tag Team Champions Tony Garea und Louis Cerdan. Ihr Titel wurde jedoch am 26.10.1976 für vakant erklärt, da Nikolai Volkoff als ständiger Partner das Team unterstützte. Es folgte daher im Dezember 1976 ein Turnier um den vakanten Titel. Die WWF erfand im September 1979 eine Geschichte zwischen Kowalski und Pat Patterson. So hätte Patterson das Finale eines Turniers gegen ihn in Süd Amerika gewonnen. Aber das war natürlich Fiktion. Ferner setzte man Patterson als ersten "Intercontinental Heavyweight Champion" ein. Dieser ersetzte den wenig beachteten "North American Title".

Die aktive Karriere als Wrestler fand ihr Ende 1977 nach Kämpfen in Hawaii und Texas. Kowalski zog in den Raum Boston und war bis zum Ende seines Lebens mit vollem Herzen beim Wrestling. Seine spätere Laufbahn war natürlich durch seinen starken Einsatz als Trainer gekennzeichnet. Am 08.08.2008 erlitt er einen Herzinfarkt von dessen Folgen er sich nicht mehr erholte. Die Wrestlingwelt verlor eine ihrer größten Legenden am 30.08.2008, als Killer Kowalski mit fast 82 Jahren starb. Auf der Trauerfeier trug sein wohl bekanntester und vielleicht auch bester Schüler den Sarg, Triple H. Killer Kowalski - dieser Name war, ist und bleibt der Inbegriff einer großen Legende. Legenden nennen sich Viele - aber nur wenige Wrestler haben diese große Ehre wirklich verdient. Killer Kowalski zählt ohne Zweifel dazu.



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