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Mi. 28.06.2017 - 22:58 Uhr
   
 
 
 

..:: Wrestling Almanac: Die größten Promoter des Wrestlings - Fred Kohler ::..

Teil 7 - Fred Kohler

Fast jeden Tag, wenn das Postauto in die Grace Street in Chicago kam, wurden mehrere Postsäcke mit Fanbriefen und Bestellungen vor dem Office eines großen Promoters abgeladen. Ein hektisches Treiben herrschte, da sich hier auch die Redaktion des beliebten Magazins “Wrestling As You Like It” befand. Ab 1948 hatte dieser Promoter drei Fernsehshows. Er holte alle bekannten Wrestler seiner Zeit nach Chicago und ließ sie im TV auftreten. Mit der Ausstrahlung im DuMont-Network ab September 1949 war Fred Kohler für mehrere Jahre der mächtigste Promoter des gesamten Pro-Wrestlings.

Um die Jahrhundertwende 19./20.Jh. kamen zwei deutsche Einwanderer nach Chicago: Frederick und Katrin Koch. Sie zogen in die Old Town zwischen Lincoln Park und Loop, dem pulsierenden Zentrum der drittgrößten amerikanischen Metropole. Ab ca. 1840 siedelten sich immer mehr Deutsche rund um die North Ave in Old Town an. Bald sprach man hier nur noch vom “German Broadway”. Frederick, genannt “Fritz”, kaufte die Rechte einer Veranstaltungshalle in der North Larrabee Street, einer Seitenstraße der North Ave. Man bezeichnete sie auch als “Larrabee Hall“ oder “Koch’s Hall”. Fritz öffnete seine Halle für Wrestlingshows und nach 1910 kämpfte hier ein ehemaliger World Middleweight Champion namens Lou Talaber, der Vater von Frank Talaber. Lou Talaber war ein wichtiger Talentkoordinator in Chicago, vor allem als Fred Kohler gerade ins Promotergeschäft einstieg. Er besuchte oft viele Amateure in den Trainingshallen. Gab gerne sein Wissen an andere weiter. 1906 kam der gebürtige Österreicher in die USA, war seit 1921 Wrestlingtrainer im Hamlin Park Fieldhouse in Chicago und gewann 1924 den World Middleweight Title von Joe Parelli. Bis ins hohe Alter gab Talaber Trainingsstunden im Fieldhouse, an denen auch sein Sohn Frank oder ein Nick Lutze teilnahmen.

Am 06. Januar 1903 bekam Fritz erneut Nachwuchs durch die Geburt von Mildred und Fred Koch. Als Fred ins Erwachsenenalter kam, war Chicago das Zentrum der Kriminalität in den USA. Zwischen Prohibition und Glücksspiel - Mafia Bosse wie Al Capone oder Bugs Moran kontrollierten die Stadt stärker, als irgendein Politiker. Fred war ein ausgezeichneter Sportler in seiner Jugend. Zunächst spielte er Football, trat dann dem Larrabee YMCA bei, wo er schließlich ein Training als Amateurwrestler begann. 1928 erreichte Fred den zweiten Platz beim AAU Wrestling Tournament in Chicago. Mit 26 Jahren wrestlete er als “Freddie King”. Fred wurde Professional, auch wenn seine aktive Zeit im Ring nicht so erfolgreich verlief, wie die Karriere des Promoters. Ein befreundeter Promoter aus dem benachbarten Dubuque, Heinie Engel, verpasste ihm schließlich den Namen, der ihn bekannt machen sollte, “Fred Kohler”. Engel war selbst mal Wrestler in Chicago, als Lou Talaber gerade die Spitze der World Middleweight Wrestler anführte.

Das Wrestling in Chicago kontrollierten seit den frühen 20er Jahren zwei Promoter: Joe Coffey und Ed White. Coffey war schon länger im Business aktiv. Kam so um 1910 zum Wrestling, als Co-Promoter vom “Empire Athletic Club” neben Izzy Herk und Silvie Ferretti. Das Trio veranstaltete mit Jack Curley den Jahrhundertkampf George Hackenschmidt vs. Frank Gotch am 04. September 1911 im Comiskey Park. Curley zog sich danach als stärkster Promoter aus Chicago zurück, womit Coffey letztlich die Geschäfte übernahm. Er schloss sich mit White zusammen, der auch zeitweise den World Champion Jim Londos managte. Für eine ganze Weile noch hielten sie das Monopol in der alten Wrestling-Hochburg. White korrespondierte mit dem am 29. November 1933 in New York formierten “Jack Curley Trust”. Jack Curley, Toots Mondt, Ray Fabiani, Tom Packs, Paul Bowser und Ed White teilten sich das Booking für Champions wie Jim Londos, die durch die USA tourten. Damit verbunden war auch die gleichmäßige Aufteilung der Einnahmen. Gerade während der 30er Jahre etablierten sich dabei immer mehr Promoter, die dem New Yorker Syndikat folgten. So etwa Jim Crockett Sr. in Charlotte, North Carolina. Aber nach Curley’s Tod 1937 war diese Zusammenarbeit Geschichte, was zu erneuten Konfusionen führen sollte. Das Hauptlager spaltete sich ab 1938 in NWA (Tom Packs) und AWA (Paul Bowser).

1925 schließlich begann Fred Kohler als kleiner Promoter in der Larrabee Hall. Fritz hatte die Rechte zu diesem Zeitpunkt schon verkauft. Er starb 1929 im Alter von 55 Jahren. Fred organisierte seine ersten Shows mit einem überraschend respektabeln Erfolg. Binnen kürzester Zeit kamen gleich mehrere 100 Zuschauer. Im Februar 1955 schrieb Wrestling As You Like It: “It all had begun in the backroom of a lounge on Larrabee Street in Chicago, where Kohler had promoted and wrestled and sold tickets and even refereed. From that one-man organization with trifling funds, he now has the smoothest and best-organized sporting promotions in the nation.” Ein weiterer bekannter Veranstalter im Chicago der 20er Jahre war “Doc” John Krone. An ihm zog Kohler aber bald vorbei, weil Fred, von der Larrabee Hall aus, auf sämtliche etablierte Hallen der Metropole ausweitete. Davon gab’s viele, weshalb Kohler dann auch immer mächtiger wurde. Fred bildete eine Gruppe aus Non-Heavyweight Wrestlern. Er veranstaltete dann zunächst in kleineren Clubs, bis die Manager vom renommierten “Marigold Gardens” 1934 auf ihn aufmerksam wurden. Man bot ihm einen Managerposten an, den Fred wohl kaum ausschlagen konnte. Aber sein großer Durchbruch war das noch nicht, da er hier nur kurz veranstaltete. Doch gerade seine Shows im Marigold Gardens ab 1941 waren es, die das Imperium der “Kohler Enterprises” begründen sollten. Kohler bookte zur selben Zeit, während der Saison 1934-35, den “Rainbow Fronton“, den “Merry Gardens” und die “Prudential Hall”.

Das “Double-Cross Jahr” 1936 würfelte die gesamte amerikanische Wrestlingszene durcheinander. Kohler hatte sich mittlerweile etabliert und nutzte seine Chance, als das Monopol der Coffey-White Gruppe platzte. Curley hatte seit 1933 so ziemlich alle wichtigen Promoter um sich versammelt, außer einen und das war Jack Pfefer. Pfefer behauptete 1967: “In 1934 I was working with Curley to advance the schemes of the Trust”. Tatsächlich jedoch ist der Curley Trust aber hinter seinem Rücken formiert worden. Weil Pfefer ausgeschlossen wurde, wollte er Rache nehmen, was letztlich dann zu dem bekannten Double-Cross an World Champion Danno O’Mahoney führte. “I quit the Trust with determination to give it a deadly punch”, schrieb Pfefer. Mahoney war der World Champion vom Curley Trust. Hielt deshalb auch gleich mehrere Versionen (NYSAC-New York, Pennsylvania und AWA Version). Pfefer heuerte schließlich Dick Shikat an, Mahoney’s Titel zur konkurrierenden Al Haft Gruppe zu bringen. Anfang der 30er Jahre konstituierten sich Al Haft (Ohio) und George Simpson (Missouri) zur “Mid-West Wrestling Association (MWA)”. Dem Haft Syndikat schlossen sich zunächst Billy Sandow (Kansas) und Adam Weissmuller (Detroit) an. Kohler kam nach dem Double Cross an Mahoney dazu. Er konkurrierte bis dahin noch mit dem Coffey-White Monopol in Chicago. Am 02. März 1936 besiegte Shikat im Madison Square Garden nach 18 Minuten und 57 Sekunden den Champion Mahoney. Nach eigenen Angaben hat Pfefer 50.000 Dollar an Shikat bezahlt, damit dieser den World Title vom Curley Trust entfernte. Pfefer gelang es schließlich, dass die Haft-Sandow Gruppe nun Shikat unter Vertrag hatte. Dick wechselte die Seiten und versetzte dem Curley Trust so einen mächtigen Dolchstoß. Auch Coffey und White hingen an Curley’s Gruppe. Ihr Business in Chicago brach ein, was für Kohler die ultimative Chance war, das Zepter schrittweise an sich zu reißen.

Shikat konnte von dem Wechsel wenig profitieren, da die Haft-Sandow Gruppe noch zwei andere Zugpferde beschäftigte: Everett Marshall und Ali Baba. Marshall war für Haft, Sandow, Weissmuller und Kohler die Sensation schlechthin. Daher verwunderte dann das Resultat vom 24. April 1936 in Detroit niemanden: Shikat verlor seinen Titel an Ali Baba. “The mat moguls knew what would happen”, schrieb der große Historiker Gerhard Schäfer. Baba hingegen nutzte man als Interims Champion, da Marshall schon als World Champion aufgebaut wurde. Nach der Niederlage von Shikat spitzte sich die Situation zu. Überall schossen World Champions wie Pilze aus dem Boden. Haft setzte einen Titelkampf gegen Marshall im Juni 1936 in Columbus, Ohio fest. Baba verlor das Match, wodurch Marshall zumindest die Anerkennung in Ohio erhielt. Kohler schaltete sich zum richtigen Zeitpunkt ein. Marshall’s Position in der Haft-Sandow Gruppe wuchs enorm und am 20. November 1936 kam es im Chicagoer Coliseum zum wegweisenden Kampf für Kohler’s Karriere. Vor rund 9700 Zuschauern bezwang Marshall seinen Kontrahenten Baba erneut. Fred setzte durch, dass Marshall nun auch in Illinois als World Champion Anerkennung fand. Er brachte die Illinois State Athletic Commission auf seine Seite. Im Dezember 1936 realisierten auch Coffey und White, dass ihr einstiger kleiner Konkurrent sie schon längst überholt hatte. Die beiden Chicagoer Fraktionen schlossen sich zusammen. Für die nächsten fünf Jahre bookte das Trio gemeinsam im Coliseum, Rainbow Fronton, Park Casino und in der White City Arena. Ferner bookte Fred seine Shows im International Amphitheater und im Arcadia Gardens. Fred’s Kader umfasste bedeutende Wrestler, die in Chicago als Heimfavoriten galten. Einige kamen aus der Trainingsschule von Lou Talaber wie Al Williams oder Walter Palmer. Charley Fisher, Nanjo Singh, Hans Schnabel und Ivan Rasputin brachten ebenfalls kontinuierliche Einnahmen. Palmer war seit 1940 Fred’s ultimativer Favorit in Chicago. 1937 unterstützte er den Karrierestart von Bronko Nagurski, dem Favoriten von Minneapolis-Promoter Tony Stecher.

Hatte Fred 1934 im Marigold Gardens noch wenig Erfolg, so änderte sich dies im Februar 1941. Er bookte die alte Halle mit Ruffy Silverstein und prompt war sie ausverkauft. Der Marigold Gardens ist von da an bis 1963 eine wichtige Austragungshalle für Kohler gewesen. Diese Halle wurde von zwei deutschen Einwanderern 1895 als “Bismarck Gardens” eröffnet und 1915 in “Marigold Gardens” umbenannt. Es etablierte sich auch der Name “Marigold Arena”. Nach dem Tod von Coffey folgte schließlich im September 1942 der Rücktritt von White. Somit war Kohler alleiniger “Herr” aller Chicagoer Arenen. Fred baute sein Geschäft immer mehr aus, vor allem mit Hilfe des lokalen Sportjournalisten Richard “Dick” Axman, den er um 1938 kennenlernte. Beide gründeten 1946 das Magazin “Wrestling As You Like It”. Axman war dann der Chefredakteur des Magazins, dass sich unter dem Dach der “Kohler Enterprises” formierte. Kohler musste sich neu organisieren, weil immer mehr Leute hinzukamen. Im selben Zeitraum wie sein Magazin entstand, ergriff Fred die Möglichkeit des neuen und noch unbekannten Mediums Fernsehen. Er ermöglichte es als erster Promoter überhaupt, dass das Wrestling durch TV-Ausstrahlungen überregional populär wurde. Fred entschied sich für die beliebte Rainbow Arena. Am 10. Juli 1946 schließlich debütierten seine Shows auf dem Chicagoer Sender WBKB. Walter Palmer besiegte im Endkampf Flash Gordon. Anfangs musste man seine Sendungen wegen technischer Probleme verschieben. Doch dann entwickelte sich die Rainbow-Serie bei WBKB zum wahren Erfolg, der sogar die Programmdirektoren beim ABC Konkurrenten DuMont beeindruckte. Kurze Zeit später erreichte Kohler eine weitere Sensation, als die Betreiber von WBKB auch seine Shows aus der Midway Arena ausstrahlen wollten. Der Clou gelang: Am Montag sendete man die Midway-Shows und am Mittwoch die Rainbow-Shows. Im Oktober 1948 wechselten die Rainbow-Shows zu WENR.

Kohler’s Sendungen schlugen ein wie eine Bombe. In allen Regionen versuchte man sein Format zu kopieren. 1947 begann Hugh Nichols in Hollywood und Morris Sigel ließ seine Shows dann ab 1949 bei KLEE-TV in Houston ausstrahlen. Anfang der 50er Jahre hatte Fred jedoch nur einen nennenswerten “Konkurrenten” im Fernsehgeschäft, Johnny Doyle aus Los Angeles. Weil Doyle aber, wie er, auch der NWA angehörte, gab es keinen Konkurrenzkampf. Viele NWA Mitglieder respektierten das Territorium ihres Nachbarn. Ein Umstand, den spätere Promoter wie Vincent Kennedy McMahon zerstörten. Egal wie erfolgreich nun ein Sam Muchnick, Toots Mondt, Morris Sigel, Paul Bowser oder Cal Eaton war, Fred überbot sie alle um Längen, als im April 1948 seine dritte Fernsehsendung auf WGN debütierte. Von einem Vincent James McMahon war nur zu träumen, der in Washington D.C. gerade mal ein paar Konzerte veranstaltete. McMahon startete erst Ende 1952 als Wrestlingpromoter, wo Kohler schon mehrere Jahre alleine an der Spitze stand. Fred sendete das dritte TV-Format aus dem Madison Athletic Club. Zwei damals bekannte Ringsprecher kommentierten seine Sendungen: Wayne Griffin und Jack Brickhouse. Beide brachten das Kohler-Imperium enorm voran. 1949 war dann das Jahr, in dem Fred alle Konkurrenten überholte und zum mächtigsten Promoter des gesamten Pro-Wrestlings aufstieg. Es begann am 14. Januar 1949 mit der Show im International Amphitheater. Mit knapp 9500 Zuschauern verzeichnete Chicago erstmals seit Jahren wieder einen Rekord. Knapp zwei Wochen später holte Fred jenen Wrestler ins Amphitheater, der alle Rekorde im Wrestling brechen sollte, Lou Thesz. Thesz trat als National Wrestling Association World Champion auf. Kohler pushte ihn durch TV Auftritte, was man in St. Louis natürlich sehr schnell registrierte. Nach dem Untergang von Tom Packs formierte sich um den Iowa-Promoter Pinkie George am 18. Juli 1948 in Waterloo, Iowa die “National Wrestling Alliance (NWA)”. Im September 1949 trat Kohler dieser Gruppe bei. Zwei Monate später, Ende November 1949, endete der St. Louis Konflikt mit dem Zusammenschluss beider NWA Fraktionen, Association und Alliance. Hierzu gibt es mehr in der Biografie von Frank Tunney (Teil 3).

Einige Programmdirektoren beim mächtigen ABC Network wollten nun unbedingt mit Wrestlingshows mehr Umsatz machen. Es begann ein Konkurrenzkampf mit dem DuMont-Network, der zeitlich da einsetzte, als sich Fred mit einem Konkurrenten namens Leonard Schwartz auseinandersetzen musste. Ab Februar 1949 sendete ABC Kohler’s Sendungen beim New Yorker Sender WJZ-TV. Fred war mit den Rainbow-Shows auf WENR noch ans ABC Network gebunden. WENR ist der Sendepartner von ABC gewesen. Aber erhebliche Differenzen zwischen Kohler und Schwartz, dem Besitzer der Rainbow Arena, führten am 20. Juli 1949 zum Bruch. Kohler strich alle Rainbow-Shows, um zur Marigold Arena zu wechseln. Damit endete die seit 1934 bestehende Zusammenarbeit mit Schwartz. Schwartz formierte eine Opposition, was Kohler jedoch kaum beeindruckte. Am 17. September 1949 schließlich hatte das DuMont-Network gewonnen, weil Fred sich für den ABC Konkurrenten entschied. An diesem Tag debütierten seine Marigold Shows auf dem Chicagoer Sender WABD (DuMont-Sendepartner). Eine Woche später in Boston und dann von St. Louis bis Buffalo. Insgesamt erreichten Fred’s Sendungen rund 65 Städte. Sogar in Kanada konnte man “seine” Wrestler sehen. Aus allen Regionen kamen Anfragen. Fred unterschrieb so viele Verträge, wie er es sich wohl selbst kaum vorgestellt hätte. Es musste jemand her, der auch außerhalb von Chicago als “Road Agent” arbeitete. Diesen Posten übergab Fred an seinen äußerst fähigen Mitarbeiter Jim Barnett, der bereits im Office von Wrestling As You Like It tätig war. Barnett war Kohler’s rechte Hand, wenn es darum ging, nach neuen Talenten zu suchen. Kohler pushte seit 1949 einen weiteren Weltstar, Gorgeous George. George wird heute mit Primo Carnera als erster TV-Star des Wrestlings angesehen. Ab 1950 erschienen dann alle bekannten Wrestler in Chicago. Hier befand sich das Zentrum des Wrestlings.

Nach Chicago kamen u.a.: Thesz, George, Carnera, Hans Schmidt, Hans Schnabel, Verne Gagne, Johnny Valentine, Antonino Rocca, Rudy Kay, Benito Gardini, Don Eagle, Buddy Rogers, Dick “The Bruiser” Afflis, Wilbur Snyder, Angelo Poffo, Crusher Lisowski, Ed “The Sheik” Farhat, Don Leo Jonathan, Pat O’Connor, Juan Hernandez, Bill Miller, Bill Longson, Karl Von Hess, Dick Hutton, Bearcat Wright, Haystacks Calhoun, Eddie und Jerry Graham, Gene Kiniski, Mad Dog Vachon, Edouard Carpentier, Yukon Eric, Bobo Brazil, Killer Kowalski, Miguel Perez und Sonny Myers. Fred erweiterte seinen Einfluss durch Barnett bis Indianapolis. Er schloss sich mit Toots Mondt und Charley Johnston zusammen, um Rocca zu managen. Das Trio bookte außerdem noch Pat O’Connor. Ende 1952 verpflichtete Barnett einen Star der Central States, Sonny Myers. Kohler pushte ihn in Chicago ab der 53er Saison und prompt wurde Myers landesweit bekannt. Ab der Saison 1955-56 erschien Dick “The Bruiser” Afflis, den Barnett ebenfalls ins Wrestling brachte. Die größten Zugpferde von Fred waren Verne Gagne, Wilbur Snyder und Johnny Valentine. Als Fred 1959 das Sponsoring von McMahon’s Bridgeport-Shows für Chicago übernahm, kam auch der Weltstar Bruno Sammartino hierher. Ab Januar 1950 bookte Mike London in Denver. Er hatte seinen Hauptsitz in Albuquerque, New Mexico. Um sich mehr Einfluss zu verschaffen, teamte er mit Kohler. Aus dieser Verbindung entstand die “Rocky Mountain Sports Enterprises”. Fred schickte Gagne und O’Connor nun auch in London’s Revier (Albuquerque, Cheyenne, Denver). London’s Geschäftspartner war bis 1955 El Paso-Promoter Frank “Sam” Menacker, der davon natürlich ebenfalls profitierte. Kohler verfügte noch über Rechte in New York, Newark, Buffalo, Omaha, Minneapolis und Milwaukee.

Bis 1960 hatte sich Kohler im Wesentlichen mit zwei Konkurrenten zu beschäftigen: Leonard Schwartz und Eddie Quinn. Schwartz’ Opposition in Chicago wäre für die meisten Promoter sicherlich gefährlich geworden. Selbst Kohler musste einiges an Kraft aufbringen, um diesen Konkurrenten auszuschalten. Schwartz teamte mit einem erfahrenen Promoter aus Philadelphia, Ray Fabiani. Im April 1950 gründeten sie die “Clark Sports, Inc.” und nutzten ihr Promotionformat, “American Wrestling Alliance (AWA)” , für den Konkurrenzkampf gegen Kohler. Eine weitere der zahlreichen AWA Versionen. Ab Mai 1950 starteten sie ihre Austragungen in Schwartz’ Rainbow Arena. Das ABC-Network sendete das Format und Schwartz wurde dann 1951 sogar noch NWA Mitglied. Im September 1951 jedoch stieg Fabiani aus. In der Zwischenzeit hatten sie es geschafft, Fred zumindest etwas in Bedrängnis zu bringen. Kohler konterte aber, als er Thesz und Gagne verstärkt in Chicago bookte. Seine NWA Kontakte waren weitreichend. Es genügte schon, dass diese beiden Wrestler auftraten. Am 19. August 1955 musste Schwartz aufgeben. Er strich alle Rainbow-Shows und trat zurück. Während der Saison 1959-60 erschien Eddie Quinn in Chicago. Ihm gelang das, was viele für Unmöglich hielten. Er erbot Kohler kurzzeitig mit seinen Shows. Am 01. April 1960 konterte Fred im International Amphitheater mit Johnny Valentine. Er erreichte eine seiner höchsten Einnahmen seit Jahren. Am 07. Mai 1960 konnte ihn Quinn noch mal leicht im Stadium überbieten. Aber Fred nutzte wieder alle Möglichkeiten und veranstaltete schließlich im Comiskey Park. 30275 Zuschauer kamen zur Ersten von drei großen Comiskey Park-Shows am 29. Juli 1960. Buddy Rogers besiegte Bearcat Wright und Yukon Eric verlor gegen Pat O’Connor. Das war zuviel für Quinn, der im August schlussendlich aufgab.

Im März 1955 dann kappte das DuMont-Network Fred’s Marigold-Shows und am 11. Mai 1957 strich auch WGN seinen Sendeplatz. Damit verlor Fred zwar an Einfluss, jedoch gehörte er immer noch zur Spitze der amerikanischen Promoter. Sein Nachfolger bei DuMont wurde Vincent James McMahon, Promoter in Washington D.C.. McMahon sendete seit Januar 1956 auf WTTG (DuMont-Sendepartner) und ab Juni 1956 auch in New York auf WABD. Nur kurze Zeit später verlor DuMont den 10-jährigen Konkurrenzkampf gegen das ABC:Network. Man musste das alte Netzwerk abschalten. WTTG und WABD schlossen sich danach zur “DuMont Broadcasting Corporation” zusammen. Für Vince sollte dies die Fortsetzung seiner Shows bedeuten. Im Februar 1959 startete McMahon von der Sendestation in Bridgeport, Connecticut ein weiteres TV-Format “Heavyweight Wrestling from Bridgeport”. Er konnte Fred als Sponsor gewinnen. Am 19. September 1959 debütierte Heavyweight Wrestling beim NBC-Sender WNBQ in Chicago. Auf Fernsehebene war es der letzte große Durchbruch für Kohler. Doch wer ihn abgeschrieben hatte, wurde am 30. Juni 1961 bitter enttäuscht. Fred zeigte allen, wie stark er noch immer war. Er organisierte die größte Show, die alle bisherigen Rekorde in Chicago sprengte. Über 38000 Zuschauer sahen im Comiskey Park das NWA World Title Match zwischen Buddy Rogers und Pat O’Connor. Am Ende pinnte Rogers den NWA World Champion O’Connor. Fred übergab das Titelgold höchstpersönlich im Ring. Mit 125.000 Dollar brach Kohler auch den alten Einahmrekord von Promoter Johnny Doyle. Dieser konnte erstmals 1952 die 100.000er Marke überspringen.

Highlights aus Fred’s Karriere waren ferner: das Debüt von Verne Gagne als US TV-Champion in Chicago am 12. September 1953; der Sieg von Wilbur Snyder über Gagne am 07. April 1956, wo dieser neuer US TV-Champion wurde; das NWA World Title Match vom 14. Juni 1957, als Thesz durch DQ gegen Carpentier verlor. Zwar brachte dieser Kampf die gesamte Szene durcheinander, aber für Kohler steigerte es eben doch den Bekanntheitsgrad. Schließlich dann seine drei großen Comiskey Park-Shows ab Ende Juli 1960. Der 1953 eingeführte US TV-Title ist nur durch Kohler kontrolliert worden. Es war kein NWA Titel. Im Januar 1963 erreichte die bekannte Fehde Thesz-Rogers ihren ersten Höhepunkt. Obwohl Thesz den NWA World Title in Toronto von Rogers gewann, unterstützte Fred das Lager rund um McMahon und Toots Mondt in New York. Für die NWA war nur Thesz der wahre Champion. Rogers hingegen war der rechtmäßige Titelträger für McMahon’s Fraktion. Kohler kündigte seine NWA Mitgliedschaft und formierte die nur kurz existierende “International Wrestling Alliance (IWA-Chicago)”. Im April 1963 hatten sich auch Mondt und McMahon abgespalten, was zur Gründung der WWWF führte. Am 14. Juni 1963 zog sich Fred als Sponsor von Heavyweight Wrestling zurück. Er beendete damit auch seine turbulente Fernsehkarriere. William Afflis, mittlerweile WWA Promoter in Indianapolis, zeigte Interesse an der Kohler Enterprises. Afflis kaufte 1964 zunächst Anteile und übernahm schließlich die gesamten Rechte in Chicago, als Fred im November 1965 zurücktrat. 1968 verlagerte Fred Kohler seinen Wohnsitz in die Nähe von Phoenix, Arizona. Im heißen “Summer of Love” starb er am 24. August 1969 im Alter von 66 Jahren.

Bis heute wird Fred Kohler mehr oder weniger stark hinter Sam Muchnick und Vincent James McMahon eingeordnet. Doch in Wirklichkeit stand er mit ihnen auf gleicher Augenhöhe. Erst Kohler hat den TV Boom im Wrestling ermöglicht. Nur dadurch konnten Champions wie Thesz oder Gagne aufsteigen. Fred Kohler war einer der größten Promoter, die das Wrestling je gesehen hat.

“No man has contributed as much to a single sports enterprise as Fred Kohler has to wrestling.”
Jack Brickhouse



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