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Do. 30.03.2017 - 16:31 Uhr
   
 
 
 

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Biographie: Stanley Weston - Gründer der Pro Wrestling Illustrated

Viele Fans haben schon mal etwas vom "Stanley Weston Award" der Pro Wrestling Illustrated gehört. Doch wer war eigentlich Stanley Weston und warum ist gerade ein Preis nach ihm benannt worden? Die Antwort darauf gibt euch wwf4ever.de. Eine kleine Zeitreise durch mehr als 50 Jahre Newsletter- und Magazingeschichte.

Er war zwar nicht der erste Herausgeber von Wrestling-Magazinen in Amerika, jedoch prägte er diese Szene nachhaltiger, wie kaum ein anderer Sportjournalist. 56 Jahre stand Stanley Weston im Dienste des Wrestling-Journalismus, und noch länger - gut sieben Dekaden - als Boxsportfanatiker. Weston begann seine Karriere zu einer Zeit, als es in den USA kein einziges Wrestling-Magazin gab, welches auch nur über Wrestling berichtete. Speziell seine ab 1959 erschienende "Wrestling Revue" war damals ein gefragtes Publikationsorgan. Weston's Magazine färbten jedoch auch viele Geschehnisse, so dass, vor allem anfangs bei der "Pro Wrestling Illustrated", mehr ein buntes Heft aus Bildern entstand, als man darin vielleicht wahrhafte Berichte vermuten könnte.

Stanley Weston, geboren am 25.09.1919 in New York, interessierte sich schon seit seiner Jugend für das Boxen und Wrestling. Seit Beginn des Pro-Wrestlings in Amerika gab es dort nur eine Sportzeitung, die das Business quasi mitregierte - und das war die New Yorker "Police Gazette". Ihr Chefredakteur hieß Richard Kyle Fox, der im Januar 1880 den prestigeträchtigen "American Greco-Roman Title" für seinen Schützling William Muldoon stiftete. Ihren Einfluss im Boxsport konnte erst wieder jene Zeitung übertrumpfen, die der große Boxhistoriker Nat Fleischer 1922 in New York gründete, es war "The Ring". Diese schlichte aber wirkungsvolle Bezeichnung reichte aus, um zur weltweit bedeutendsten Boxzeitung aufzusteigen. Man kann sie wohl auch als Meinungsmacher bezeichnen, die, selbst im noch jungen Pro-Wrestling, weitreichenden Einfluss hatte. Fleischer kannte so ziemlich alle wichtigen Leute, die sich damals in der Szene bewegten. Auch deshalb war New York wohl in den 30er Jahren das Mekka des Boxens schlechthin. Alle wichtigen Kämpfe wurden an der 8. Avenue, zwischen der 50. und 51. Straße, im dritten Madison Square Garden ausgetragen.

Fleischer suchte noch talentierte Schreiber für sein Magazin. Im Sommer 1936 dann kam Weston in sein Office, um als junger unerfahrener Saisonjobber ein paar Kolumnen zu schreiben. Bald stellte sich heraus, dass Weston genau in Fleischer's Konzept hineinpasste. Was folgte, war der Start von Wrestling-Berichten in einem Magazin, das zuvor größtenteils vom Boxen dominiert wurde. Weston entwickelte sich zum wahren Fachmann und illustrierte seine Kolumne, "News of the Mat World", mit historischen Fakten und Titellisten. "It was the only column of its kind anywhere. There were no wrestling magazines back then.", erinnert sich Weston. Seine Berichte ergänzten nun die schon von Fleischer selbst verfassten Wrestling-Artikel. Wrestling gab es, wenn auch nicht so detailliert beschrieben wie das Boxen, im Ring-Magazin seit Anbeginn. Mit dem abfallenden Interesse des Wrestlings in New York, was sich im Aufstieg des Boxens bemerkbar machte, verlagerte Fleischer den Hauptteil immer mehr zum Faustkampf hin.

Nun existierte aber auch außerhalb der größten Stadt der USA eine professionelle Wrestling-Szene. Ihre Zentren lagen zweifelsohne in St. Louis, Boston, Los Angeles und Chicago. Einen wesentlichen Schritt, hin zum erfolgreichen Wrestling-Magazin, unternahmen vor Weston noch zwei andere Personen: Richard "Dick" Axman und der Promoter Fred Kohler. "Kohler Enterprises" stand hinter ihrem Erfolg, der durch die Vermarktung von Magazinen und Fernsehsendungen erreicht wurde. 1946 erschien in Chicago erstmals das später farbig gestaltete Magazin "Wrestling As You Like It", welches man in den frühen 50er Jahren in "Wrestling Life" umbenannte. Die ersten Ausgaben hatten den Charakter einer Art Tageszeitung. Machart und Format waren noch primitiv gestaltet, bis das Magazin - mit Kohler's Erfolgen - fortschreitend jenes Format erreichte, unter dem es viele damalige Fans kannten, als kleines buntes Heft mit allerlei informativen Berichten. Axman holte viele Schreiber, die dementsprechend auch viele historische Kolumnen verfassten.

Weston schrieb Zeit seines Lebens Box-Kolumnen, fotografierte und zeichnete auch für Fleischer's Magazin. 1951 schließlich, mit der Unterstützung einiger Finanziers, erschien Weston's erstes Wrestling-Magazin mit dem schlichten Titel "Wrestling". Im Untertitel stand "The Magazin for Wrestling Fans". Auf dem Cover der ersten Ausgabe war Topstar Antonino Rocca zu sehen, den Dr. Karl Sarpolis wenige Jahre zuvor nach Amerika brachte. Rocca's Popularität spiegelte auch den ernormen Erfolg der allerersten Ausgabe wieder. Als Herausgeber war Weston gleichzeitig in beiden Bereichen, Boxen und Wrestling, aktiv. So erschienen in den kommenden Jahren ganze Serien von Magazinen. Im Jahr 1952 startete Weston die Zeitschrift "Boxing & Wrestling", die sich zur Konkurrenz für Fleischer's Imperium entwickeln sollte. Ab November 1958 erschien die "Boxing Illustrated/Wrestling News" und ab Oktober 1959 die populäre "Wrestling Revue", die bis 1984 existierte. "The classic title of all time", meint Weston. "We had Eddie and Jerry Graham on the cover of the first issue. The cover price was 50 cents. Today it's a collector's item, worth $100."

Die "Wrestling Revue" setzte einen neuen Standard, was die Qualität und Aufmachung betraf. Sie war im Prinzip eine Anleitung für spätere Verleger, die Weston's Magazine fortsetzten. Die "Boxing Illustrated/Wrestling News" war eine Erweiterung der älteren Zeitschrift "Boxing & Wrestling". Weston nahm eine Aufteilung vor: 60% entfielen auf das Boxen, der Rest auf's Wrestling. Die Fülle an Informationen setzte neue Standards im Bereich der Ringmagazine. Diese Zeitschrift war die Umfangreichste ihrer Zeit. Weston vermarktete seine Zeitschriften anfangs alleine. Er war alles in einer Person: Fotograf, Schreiber, Zeichner und Mitherausgeber. Sein Arbeitsplatz war anfangs noch zu Hause in Rockville Centre, New York. Hauptfinanzier ist die einflussreiche "London Publishing Corporation" gewesen, die später von der "Kappa Publishing Group, Inc." übernommen wurde. London Publishing fungierte als Verleger des Ring-Magazins - war dann auch der Verlag von Weston's Magazinen. In Rockville Centre befand sich bis 1993 auch der Hauptsitz von London Publishing. 1964 verließ Weston die Wrestling Revue, um fortan mehr als alleiniger Herausgeber zu arbeiten. Etliche Zeitschriften unter seiner Leitung erschienen, die sich im Großteil dem Boxen zuwendeten, wie etwa: KO, Boxing International, World Boxing, Boxing, The Boxing Almanac, Big Book of Boxing und die Sports Review Wrestling. Zwei Jahre später, ab 1966, veröffentlichte er das Magazin "The Wrestler" und die ebenfalls bekannte "Inside Wrestling". Es waren die Aushängeschilder der London Publishing Corporation. Die Leitung der Wrestling Revue übernahm, nach Weston, einige Jahre später der bekannte Herausgeber Norman Kietzer. Dieser vermarktete das "The Ring's Wrestling" Magazin, was sich in Amerika quasi zur monatlichen Pflichtlektüre für die Fans entwickelte. Mit der Herausgabe des "Ben Strong Magazines" 1970 erweiterte Weston den Bereich auf Baseball- und Footballberichte. Diese Zeitschrift war benannt worden nach dem Football-Spieler Ken Strong. Weston machte aus Ken kurzerhand "Ben" und schon hatte er einen neuen Titel gefunden.

Im September 1979 schließlich gelang Weston mit der ersten Ausgabe der "Pro Wrestling Illustrated" ein bis heute bleibender Erfolg. Sie ist allen Insidern als "PWI" bekannt und erlebte unter Weston's Nachfolger, Stuart M. Saks, wesentliche Fortschritte. Auch sie gehörte damals zum Verlag der London Publishing Corporation. Das Magazin wandelte sich vom "Märchenheft" zur reellen Wrestling-Zeitschrift von heute. Man wollte kein kayfabe brechen und verkaufte alle Geschehnisse als echt. Sprich im Wrestling gäbe es keine abgesprochenen Matches. Seit 1981 gibt es den "PWI Editor's Award", der im Jahr 2003, nach Weston's Tod, in "Stanley Weston Award" umbenannt wurde. Ein früher Mitarbeiter in Weston's Office war Bill Apter, der sich bald zum renommierten Kolumnisten für die PWI entwickelte. Bekanntheit erlangte das Magazin vor allem durch die jährlichen Awards und die "PWI 500". Letzteres ist eine Aufstellung von 500 bekannten Wrestlern, die Apter und Managing Editor V. J. Paterno erstmals im Dezember 1991 herausbrachten. Als sich Weston entschloss die Herausgabe 1992 an seinen Mitarbeiter Stuart M. Saks abzugeben, hatte die PWI bereits eine große Fangemeinde. Vielfach ist die Rede von Apter's Magazin, was eigentlich nicht stimmt. Obwohl Apter zu den frühesten Mitarbeitern gehörte, war er nicht der Gründer.

1989 kaufte Weston das Magazin auf, bei dem er einst mal angefangen hat, "The Ring". Er verhinderte nicht nur dessen bevorstehende Einstellung, sondern erreichte auch, dass diese traditionsreiche Zeitschrift wieder den Weg zur akzeptabeln Quelle fand, die sie einst schon verkörperte. 1992, nach 56 Jahren im Wrestling-Business, verkündete Weston seinen Rücktritt. Er blieb dem Boxen noch eine Weile als Verleger treu. Weston war nicht nur der Mann der Wrestling-Magazine: Im Verlauf von 65 Jahren veröffentlichte er rund 2000 Box-Magazine. Dementsprechend groß war auch seine Sammlung. Die PWI verlieh ihm, bei seinem Rücktritt, den "Editor's Award". Am 21.03.1992 ehrte ihn der weltberühmte Cauliflower Alley Club mit einer Sonderveranstaltung, bei der u.a. Mad Dog Vachon, Pepper Gomez, Paul Diamond und Penny Banner zu sehen waren. Solange Weston als Verleger und Journalist arbeitete - also seit 1936 - solange sammelte er auch Box- und Wrestling-Magazine. Er hatte eine der weltweit größten Sammlungen. Im Oktober 1992 verkaufte er diese an die London Publishing Corporation. Jetzt ein Teil der Kappa Publishing Group, Inc. unter ihrem neuen Besitzer Nick Karabots. Am 11.04.2002 starb Stanley Weston im Alter von 82 Jahren in Long Island, New York. 2006 wurde er in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. Stanley Weston ist bis heute der einzige Verleger, der so viele Wrestlingmagazine herausbrachte. Seine Zeitschriften setzten den Standard, den wir seit vielen Jahren kennen.



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