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Mi. 28.06.2017 - 11:01 Uhr
   
 
 
 

..:: Wrestling Almanac: Die größten Promoter des Wrestlings - Stu Hart ::..

Teil 5 - Stu Hart

"Triumph und Tragödie" - besser lässt sich das Leben von Stu Hart kaum zusammenfassen. Auf der einen Seite sehr erfolgreich als Promoter, auf der anderen Seite jener 23. Mai 1999 in Kansas City, als sein Sohn Owen Hart von der Hallendecke der Kemper Arena in den Tod stürzte. Stu Hart baute seine Stampede-Wrestling Promotion in Calgary so stark auf, dass er zeitweise das flächenmäßig größte NWA Territorium im Bereich USA-Kanada kontrollierte. Im "Dungeon" trainierte er zahlreiche Legenden des Wrestlings, die diese Künste wahrscheinlich noch ihren Kindern und Enkeln vermitteln werden. Stu ließ es sich selbst im hohen Alter nicht nehmen, die starken Jungs, die alle Jahrzehnte jünger waren als er, eigenhändig in den Schwitzkasten zu nehmen. Viele stellten dabei mit Respekt fest, was für eine Kraft und Energie dieser Mann immer noch hatte. Der Patriarch aller Harts schenkte der Welt 12 Kinder, die, wie auch immer, irgendwie mit dem Wrestling in Verbindung standen/stehen. Es war schließlich Wrestling-Veteran Toots Mondt, der Stu Hart ins Profigeschäft brachte.

Die Geschichte der Hart Familie beginnt mit den Großeltern von Stu Hart, die im 19. Jh. in Ontario und North Dakota lebten. John Hart und Fannie Sargeant wohnten damals in Bruce County, Ontario, dem heutigen Peterborough. Fannie entschied sich für den Nachnamen ihres Mannes, womit die Hart-Dynastie ihren Anfang nahm. Sie hatten insgesamt acht Kinder. 1881 wurde Edward Hart, Stu's Vater, geboren und John zog mit seiner Familie nach Brandon, Manitoba. Dort kauften sie eine Farm. Als John an einer Lungenentzündung starb, war es Edward, der mit harter Arbeit zum finanziellen Unterhalt der Familie beitrug. Um 1905 lernte er eine Frau aus North Dakota kennen, Elizabeth Stewart. Ihre Eltern, Donald Stewart und Elizabeth Curtis, waren Einwanderer aus Großbritannien. Donald kam aus Schottland, während Elizabeth in England geboren wurde. 1878 erblickte Tochter Elizabeth Stewart das Licht der Welt. Die Stewart-Familie lebte in Bismarck, North Dakota. Donald war hier Politiker, geriet jedoch in diverse Auseinandersetzungen, was seinen Umzug nach Saskatchewan/Kanada veranlasste. Edward heiratete Elizabeth 1907 und beide kauften sich eine Farm außerhalb von Saskatoon, wo Stewart Edward Hart am 03. Mai 1915 geboren wurde. Er hatte noch zwei ältere Schwestern: Sylvester und Edrie. In Saskatoon ging Stu auf die Mayfair und Westmont Schule. Seine Familie zog dann nach Forgan, anschließend nach Tofield, östlich von Edmonton. Sie lebten dort wie Pioniere: Der Vater kaufte ein paar Zelte, gekocht wurde über der offenen Flamme. Edward geriet in Streit mit einem James Jobb, der die Besitzrechte ihres Grundstücks für sich beanspruchen wollte. Ende 1928 ging es sogar vor Gericht und Edward wurde für sechs Monate inhaftiert. Die Hart-Familie durfte ihr Land hiernach nicht mehr betreten.

Nach schwierigen Zeiten bauten sie sich in Edmonton/Alberta eine neue Existenz auf. Sie zogen in den Bonnie Doon Distrikt, südöstlich des Stadtzentrums. Stu ging zur Rutherford School und trat 1929 dem Edmonton YMCA bei. Ob Schwimmen, Gewichtheben oder eben Ringen - diese christlichen Vereine waren gute Trainingscamps und brachten viele Legenden des Wrestlings hervor. "Amateur Wrestling is the best background for the pro-sport", titelte schon eine Überschrift aus dem Jahre 1949. Pioniere wie Farmer Burns oder Frank Gotch haben es ja vorgemacht. Die Ringer im YMCA suchten einen Trainingspartner, als sie den unerfahrenen Stu ansprachen. Er sagte zu und musste zunächst für verschiedene Ringeraktionen "herhalten". Aus dieser Begegnung heraus erwachte sein Interesse am Ringkampf. 1930, mit 15 Jahren, startete er als Amateur-Wrestler. Zwei Amateur Champions, Joe Scarpello und Luther Lindsay, trainierten ihn. Ab 1932 kämpfte er zusammen mit Emil van Velzer, kanadischer Amateur Champion von 1926. Es gab daneben noch mehr Amateure und Profis, die mit ihm im YMCA trainierten oder gegen ihn wrestleten - darunter: Jack Taylor, Pat Meehan, Gil Knutson und Johnny Demchuck. Im Jahr 1934 siegte Stu beim Alberta-Championship-Turnier, gewann 1937 die Silbermedaille bei den Dominion Games als Mittelgewichtler und 1939 schließlich die Canadian National Wrestling Championships. Hier wurde er Landesmeister im Halbschwergewicht. NWA Official Wrestling veröffentlichte im März 1952 einen biographischen Artikel, wonach Stu das Light Heavyweight Championship Tournament in Vancouver im Mai 1940 gewann. Er qualifizierte sich damit für die Olympischen Spiele 1940 in Helsinki als Mitglied des Canadian Olympic Wrestling Teams. Doch an den Spielen sollte er nicht mehr teilnehmen können. Ab Mitte der 30er Jahre gab er auch Trainingsstunden an der University of Alberta in Edmonton. Nach eigenen Angaben verlor Stu nie einen Kampf als Amateur Wrestler. Bis Ende der 40er Jahre hatte er bereits Kontakte zu wichtigen Personen des Professional Wrestlings geschlossen.

Football und Eishockey - das waren seine Standbeine neben der Ringerkarriere, bis er zum Militärdienst eingezogen wurde. Stu diente bei der US-Navy, rang dort mit Sandor Kovacs, der ihn später noch auf seinen Tourneen begleitete. Es ist wohl Zufall gewesen, dass er den großen Toots Mondt in einem New Yorker Lokal kennenlernte. Stu reiste mit einem Freund an die Ostküste. Eines Tages betrat er ein Lokal und erblickte in einer Ecke jemanden, dem offenbar seine kräftige Erscheinung auffiel. Man kam ins Gespräch: Stu stellte sich als kanadischer Amateur Wrestling Champion vor. Sein Gesprächspartner war 21 Jahre älter, einflussreicher Promoter, Matchmaker und eben mal seit 1910 im Wrestling aktiv. Trainiert hat ihn der große Farmer Burns und er war später Mitglied des "Gold Dust Trios", es war Joe "Toots" Mondt, eigentlich James Ervin Mondt. Wer in New York groß rauskommen wollte, brauchte Kontakte. Mondt hatte sie und nutzte diese perfekt aus. Er war zu diesem Zeitpunkt noch Matchmaker des New Yorker Promoters Alfred Mayer. So tauschten also beide die Adressen. Als Stu die US-Navy verließ, holte ihn Mondt in den Big Apple. Damit begann die Ära der Harts im Pro-Wrestling.

Vermutlich debütierte Stu am 13. Mai 1946 in Ashbury Park/New Jersey, als er Ardell Kindred besiegte. Hart erinnerte sich in einem Interview daran, dass wohl Herb Freeman einer seiner ersten Gegner gewesen sein müsste. Man wrestlete demnach unter Mondt's Leitung in der renommierten New Yorker "St. Nicholas Arena". In den nächsten Monaten kämpfte er noch in New York, an der Seite seines Tag Team Partners Lord James Blears. Mondt brachte dem jungen Kanadier so ziemlich alles bei, was man im Professional Wrestling benötigte. In der zweiten Hälfte des Jahres 1946 unternahm Stu mehrere Tourneen quer durch Nord Amerika. Im Sommer 1946 lernte er die Tochter des Olympioniken Harry J. Smith kennen. Sie hieß Helen Smith, war griechischer Abstammung und wurde in New York geboren. Ihr Vater stand im Endlauf der Olympischen Spiele von 1912. Am 31. Dezember 1947 gaben sich beide in New York das Ja-Wort, welches bis Helens Tod 53 Jahre lang hielt. Die Hochzeit mit dem starken Kanadier fand während eines Blizzards statt, der gerade über Amerikas größter Stadt hinwegfegte. Eigentlich wollten sie schon am 26. Dezember heiraten, aber sie kamen wegen des Schneesturms nicht mal bis zur Kirche. Zur Wende 1948 fiel die Entscheidung New York zu verlassen. Stu verlagerte seinen Wohnsitz nach Great Falls/Montana in eine dortige Wohnwagensiedlung. Sein Beginn als Wrestlingpromoter war alles andere als leicht. Kaum finanzielle Mittel, sowie zwei Konkurrenten, die ihn aus dem Business verdrängen wollten. Fiktion ist, dass Stu nach 1948 dauerhaft in Edmonton blieb. Fast alle wesentlichen Entscheidungen traf er bis 1951 von Great Falls aus.

West Kanada und Teile der nördlichen Pazifikküste standen damals unter der Kontrolle von Donald Owen, Virgil Hamlin, Bob Murray, Jerry Meeker und Larry Tillman. Vor allem im Revier Vancouver-Oregon-Washington State gab es daneben noch etliche andere Promoter. Meeker bookte in Montana, da wo Stu wohnte. Sein Geschäftspartner Larry Tillman übernahm im April 1948 das Booking für Calgary. Die Geschichte des Pro-Wrestlings begann hier in den 30er Jahren, als Promoter Josef Zabaw seine Shows startete. Meeker und Tillman kontrollierten bislang auch Albertas Hauptstadt Edmonton. Sie heuerten Stu Hart an, der zunächst als Booker und Wrestler für die beiden arbeitete. Ende der 40er Jahre hatten sie Edmonton zum größten Teil aufgegeben, was ein Fehler war, da sich Stu dort ein kleines Standbein aufbauen konnte. Er formierte 1948 "Klondike Wrestling", seine erste Promotion. Stu schätzte die anfängliche Situation bei den Einnahmen schwierig ein, da sich das Wrestling in Edmonton erst wieder etablieren musste. Von dem Zeitpunkt an, wo er auf eigenen Beinen stehen wollte, betrachteten ihn Meeker und Tillman als lästigen Konkurrenten. Im November 1949 trat Meeker der NWA bei. Er wollte sich so noch größeren Einfluss auf die Wrestling-Szene verschaffen. Aber bald gab es Differenzen mit dem NWA Board in St. Louis, so dass Meeker schon im Mai 1950 ausschied. Es war dann Tillman, mit dem Stu Hart konkurrieren musste. Klondike Wrestling überstand die ersten Hürden, was jedoch für Stu noch längst nicht den Durchbruch bedeuten sollte. Ein alter Freund unterstützte ihn als Co-Promoter, es war Al Oeming. Stu kannte ihn noch aus seiner Amateur Zeit in Edmonton. Oeming übernahm wichtige Teile des Bookings, weil Stu seine Geschäfte weiterhin von Great Falls aus machte. Der Name Klondike war in Alberta bald sehr bekannt, da wichtige Wrestlinggrößen wie Orville Brown, Chief Thunderbird oder Earl McCready hierher kamen. Stu's erste Zugpferde waren ferner: Ray und Bud Osborne, Dave Ruhl, "Logger" Jack MacDonald, Rube und Jim Wright sowie "Mr. Murder" Al Mills und dessen Bruder Tiny.

Tillman unternahm mehrere Versuche, die Konkurrenz in Edmonton zu verdrängen. Er wollte Klondike Wrestling für eine lächerliche Summe kaufen, was Stu schon fast als Beleidigung empfand. Es geschah das Gegenteil: 1951 kaufte Stu Hart ein Haus in der Stadt, die ihn im Wrestling weltweit bekannt machen sollte - in Calgary. Als Organisation fungierte hier der "Foothills Athletic Club". Ein Teil davon war die u.a. von Tillman gegründete "Stampede Wrestling" Promotion. Wahrscheinlich wurde sie im Jahr 1948 formiert. Allerdings ohne den Einfluss von Stu Hart. Hart war weder Gründer noch Namensgeber von Stampede. Bei der NWA Konferenz vom 07. bis 09. September 1951 in Tulsa, Oklahoma akzeptierte man Tillman als neues Mitglied. Damit war Stampede ein Teil der sich ausbreitenden Alliance. Im Juli 1952 schließlich kaufte Stu für 50.000 Dollar alle Rechte von Tillman. Sein Durchbruch gelang ihm dann mit der Aufnahme in die NWA im November 1953, womit er auch Tillman als NWA Booker in Calgary ablösen konnte. Das Calgary Booking Office baute Stu danach zu seiner Zentrale schlechthin aus. 30 Jahre gehörte es unter ihm zur NWA und war auch eines der erfolgreichsten Booking Offices. Fast immer ist zu lesen, dass Stu schon früh zur Klasse der großen Promoter zählte. Dem ist jedoch nicht so. Frank Tunney, Eddie Quinn, Johnny Doyle, Sam Muchnick, Toots Mondt und vor allem Fred Kohler waren deutlich stärker. Kohler war bis 1955 der mächtigste Promoter im gesamten nordamerikanischen Wrestling. Seine Macht spiegelte sich in den ganzen Fernsehshows wieder, die er aus Chicago sendete. Es gab keinen einzigen bekannten Wrestler, der nicht wenigstens durch Kohlers Sendungen auf dem Bildschirm erschien.

Der Name Stampede Wrestling verschwand in den Anfangsjahren hinter "Big Time Wrestling". Stu benutzte diese Bezeichnung für Werbezwecke. Als Organisation erschien bei geschäftlichen Belangen der Foothills Athletic Club. Stu hatte ihn nicht aufgelöst, sondern setzte weiterhin auf seine Existenz. Auch wenn das eher im Hintergrund passierte. Später tauchte noch der Name "Wildcat Wrestling" auf. Eine weitere Bezeichnung für die vielen Veranstaltungen. Aber schlussendlich war es doch Stampede Wrestling, wodurch er international bekannt wurde. Zum Schein wird Stu bis heute als Gründer dieser Promotion genannt. Hart veranstaltete teils 10 Shows pro Woche, trainierte daneben zahlreiche Wrestler und trat bis Anfang der 60er Jahre noch selbst häufig in den Ring. Sein Revier umfasste nunmehr Alberta, Saskatchewan, Manitoba und British Columbia. Es folgte dann auch eine Ausweitung des Geschäfts nach Montana und North Dakota. Zwei Bundesstaaten mit keiner sonderlich großen Bedeutung im Wrestling. Wichtigster Austragungsort für alle Stampede Shows blieb bis zum Schluss Calgary. Die Stadt entwickelte sich zum mächtigen Industriestandort mit einer stetig steigenden Anzahl an Einwohnern. Bald hatte sie Edmonton überholt. Aber Stu war nicht am Reichtum interessiert, wie vielleicht andere NWA Mitglieder. Er sah sich nie als Übermensch im Wrestling, wollte so auch nicht dargestellt werden. Sein Anliegen bestand ferner darin, die Schulung des Nachwuchses voranzutreiben. Das ist ihm, wahrscheinlich als einzigem, bis heute am besten gelungen. Stu konnte nur von der NWA Mitgliedschaft profitieren. Nichtmitglieder, zumeist Indy-Promoter, hatten es deutlich schwerer, auf dem hart umkämpften Markt des amerikanischen Wrestlings zu überleben.

Wie ist nun sein Einfluss in der NWA zu begründen? Stu konnte nie die Stärke eines Sam Muchnick erreichen, der das NWA Geflecht mehrere Jahrzehnte lang, wie man es auch interpretieren will, zusammenhielt. Auf der Höhe ihres Erfolgs hatte sie rund 500 Offizielle. Angefangen vom kleinen Booker bis zum großen Promoter wie etwa Frank Tunney. Stu Hart's Stampede Promotion erreichte den Status der mächtigsten kanadischen Pro-Wrestling Liga. Spätestens nachdem sich Eddie Quinn Ende 1963 aus Montreal zurückzog, ist dies offensichtlich geworden. Frank Tunney konzentrierte sich stets auf Toronto, war deshalb auch kein Konkurrent von Stu. Man respektierte sich, wie die meisten es taten, die Frank kannten. Es ist vielmehr Stu's Training zahlreicher Wrestlinglegenden gewesen, durch die er den Status eines mächtigen Promoters erlangte. Fast jeder große Veranstalter griff irgendwann auf einen seiner Schüler zurück. Stu förderte so einen Austausch von Wrestlern zwischen Kanada und den USA. War damit zum gefragten Ansprechpartner geworden, wenn es um neue Talente ging. Und das auf der ganzen Welt.

Ein schlichter Trainingsraum im Untergeschoss des riesigen Hart Hauses ist zu dem geworden, was man bis heute als "Dungeon" kennt. "Folterkammer" - dieses Wort hat sich bei allen Schülern ins Gedächtnis eingebrannt. Für Späße und Witze hatte Stu immer ein offenes Ohr. Betrat man aber den Dungeon, war damit Schluss. Es bedurfte keiner großen Ausstattung. Auch einen Ring suchte man hier vergeblich. Eine einfache Matte, wie sie die ersten Pioniere damals benutzten, reichte aus, um dem Wrestling etliche neue Talente zu bescheren. Stu's Schüler lernten die Wirklichkeit des harten Trainings kennen. Wer hier durchhielt, der schaffte es auch zur Spitze. Technik statt Show - das ist das Erfolgskonzept von Stu Hart gewesen. Submission Wrestling bis ins kleinste Detail. Stu kannte einfach alle Griffe. Er zeigte seinen Schützlingen viele Haltegriffe, die schon bei der kleinsten Bewegung größte Schmerzen verursachten. Kritikern gab er gerne einige Lehrstunden, wie einst sogar einem Karatemeister. Als dieser das Wrestling nur als einfache Show abwertete, gingen beide in den Dungeon. Stu zeigte ihm was hartes Wrestling ist und so entstand das berühmte "famous tape". Owen Hart zeichnete die Begegnung auf, bei der der Karatemeister am Ende vor Schmerzen aufgab. Die komplette Liste von Stu's Schülern ist für diese Biografie zu lang. Es seien daher genannt: Sandor Kovacs, Chris Benoit, Chris Jericho, Greg "The Hammer" Valentine, Larry "The Ax" Henning, Jake "The Snake" Roberts, Mad Dog Vachon, Nick Bockwinkel, Rick Martel, Jesse Ventura, Bad News Brown, Gene Kiniski, Fritz Von Erich, Brain Pillman, Jim Neidhart, Bulldog Brower sowie das Team der British Bulldogs (Davey Boy Smith und "Dynamite Kid" Tom Billington). Natürlich auch seine Söhne Bret, Owen, Bruce, Wayne, Keith, Ross und Smith. Am bekanntesten sind der 1957 geborene Bret und der 1965 geborene Owen Hart.

Stu Hart trat noch vereinzelt in den Ring und bestritt einige Kämpfe. Nennenswerte Gegner waren etwa: 1969 Archie Goulder, 1971 Abdullah the Butcher und 1976 Mr. Hito. Stampede Wrestling blieb auch wegen der etlichen Fans so lange erfolgreich. Es ist eine Art Begeisterung für dieses Wrestling gewesen, wie man es sich heute nur noch schwer vorstellen kann. Stu hatte außerdem gute Kontakte zu Antonio Inoki's NJPW. Im August 1975 trat Sam Muchnick als NWA Präsident zurück. Danach ging es mit der NWA stetig bergab, da es niemand mehr schaffte, sie so stark zusammenzuhalten. Ende der 70er Jahre mussten viele Promotions ihre Tore schließen. Im Zeitraum 1983/84 expandierte Vincent Kennedy McMahon mit seiner WWF. Fast alle NWA Promoter, außer Donald Owen und Jim Crockett Jr., mussten schon bald vor ihr kapitulieren. Im September 1983 gab Stu Hart seine NWA Mitgliedschaft nach 30 Jahren auf. Er ist eines der letzten Mitglieder gewesen, die so kontinuierlich und vor allem so lange durchhalten konnten. Stu übergab die Rechte an Bruce Hart, bis McMahon das Territorium 1984 größtenteils aufkaufte. Aber damit war die Promotion noch längst nicht Geschichte, da seine Söhne eine Wiederbelebung organisierten. Ein bis 1989 ausgehandelter Vertrag mit McMahon brachte viele Wrestler von Stampede zur WWF. Auch Stu und Helen selbst wurden in Storylines eingebaut. Nach wie vor trainierten etliche Wrestler im Hart-Camp. 1995 organisierte seine Familie im Westward Inn Hotel in Calgary eine große Feier für Stu's 80. Geburtstag. Auch Scott Hall, Brain Pillman und Sean Waltman waren zu Gast.

In dieser Biografie ist kein Platz für "Geschichten", Gerüchte oder sonstige Legenden im Hause der Harts. Stu hat es schwer genug gehabt, um darüber noch lange zu debattieren. Am 23. Mai 1999 wollte sein Sohn Owen einen Stunt beim WWF Event "Over The Edge" von der Hallendecke der Kemper Arena in Kansas City absolvieren. Der Stunt missglückte und Owen stürzte auf den Ringpfosten. Vor den Augen seiner Fans starb Owen Hart im Ring. Ein schwerer Schicksalsschlag für seinen Vater, der sogar öffentlich weinte. Das hatte man vorher noch nie gesehen. Am 29. September 2001 erlitt Helen einen Zusammenbruch. Sie musste ins Calgary Foothills Hospital eingeliefert werden, wo sie am 04. November 2001 im Alter von 76 Jahren an den Folgen ihrer langen Diabetes starb. Es ist das traurige Ende einer langen Karriere gewesen, das Stu Hart am Ende seines Lebens einholte. 2001 erhielt er für sein Lebenswerk die höchste Auszeichnung Kanadas, den Order of Canada. Am 03. Oktober 2003 verschlechterte sich Stu's Gesundheitszustand und er wurde ins Calgary Rockyview General Hospital eingeliefert. Kurz bevor er starb, verabschiedeten sich viele Familienmitglieder von diesem großen Patriarchen des Wrestlings. Am 16. Oktober 2003 starb er im Alter von 88 Jahren an einer Diabetes und schweren Lungenentzündung. Bei seiner Beerdigung am 23. Oktober 2003 auf dem Eden Brook Memorial Gardens erschienen rund 1000 Trauergäste. Man sah Chris Jericho, Chris Benoit, Lance Storm und Vincent Kennedy McMahon. Stu Hart blieb auch nach seinem NWA Austritt dem Wrestling verbunden. Der Kreis schließt sich, da er Vieles von Toots Mondt lernte.

Im Oktober 1985, die Harts hatten Teilrechte der WWF zurückgekauft, öffnete Bruce Hart die Stampede Promotion wieder, bis sie im Dezember 1989 geschlossen wurde. 1999 versuchten Bruce und Ross Hart eine Wiederbelebung mit mäßigem Erfolg. 2005 kam dann der letzte Versuch, als Bill Bell und Devon Nicholson Stampede erneut aufleben lassen wollten. Im Jahr 2008 war jedoch das endgültige Ende gekommen.




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