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W4E Biografien - John McMahon



Als sich im Jahre 1867 die erste anerkannte Meisterschaft im Amerikanischen Wrestling etablierte, war das das Startsignal für den Collar and Elbow Style aus Irland. In jene Zeit, vor 140 Jahren, fallen die ersten Kämpfe, die ein nationales Interesse am Wrestling weckten. Zunächst im kleinen Rahmen und oft nur in größeren Städten wie Chicago oder New York, konnten sich die Wrestler, die im Collar and Elbow Style aktiv waren, bis ins späte 19.Jh. behaupten. Hört und ließt man den Namen McMahon, dann würde fast jeder Wrestlingfan vermuten, dass damit die eigentliche McMahon Familie gemeint ist. Dem ist jedoch nicht so. Dreht man das Rad der Zeit zurück ins 19.Jh., dann erscheint dort ein Name, der heute fast völlig untergegangen ist, John McMahon. Er war der dritte große im Bunde der Collar and Elbow Wrestler, neben James Hiram McLaughlin und Henry Moses Dufur.

Geboren am 07. Juli 1841 in Bakersfield im US-Bundesstaat Vermont, wuchs er noch lange vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg auf. Er bekam schon früh mit, welche Unruhen zwischen den Nord-und Südstaaten entbrannten. Wie einige andere Wrestler auch, kam er von einer Farm in den ländlichen Regionen von Vermont. Er wuchs in einer traditionellen Farmer Familie auf, die irischer Abstammung war. Die athletischen Vorraussetzungen schienen hier offenbar in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Das sportliche Talent seines Vaters und anderer Familienmitglieder war vielen nicht nur in Vermont bewusst geworden. Bereits der Vater war in jüngeren Jahren ein Wrestler gewesen, und erkämpfte sich in Vermont einen beträchtlichen Ruf. McMahons Vetter Owen und Cox waren als Auswanderer/Ausflügler im ganzen Land unterwegs. Und gerade diese Ausflügler suchten in der Weite den Erfolg, und wurden in der Bevölkerung als große Athleten betrachtet.

In McMahons Zeit fällt die weitere Entwicklung des sogenannten "Collar and Elbow Style". Dieser entstand im späten Mittelalter des 15. und 16.Jh, als die Kraftathleten von Ort zu Ort zogen und ihre Kunst auf Volksfesten oder Jahrmärkten zur Schau stellten. Das Ziel in diesem Stil bestand darin, den Gegner durch gezielte Griffe und Würfe zu Boden zu stürzen. Der Griff am Nacken oder Ellbogen durfte erst dann gelöst werden, nach dem der Gegner am Boden war. Dies erforderte eine gute Kondition, da der Ausführende kräftig zupacken musste, um den Gegner aus der Balance zu bringen.

Collar and Elbow entspricht in etwa dem aus Japan stammenden Jiu-Jitsu und erscheint zunächst in Irland und England, dann in Amerika. Jiu-Jitsu hingegen wurde schon etliche Jahrhunderte vorher in Japan ausgeführt. Als Mutterland dieser asiatischen Kampfsportart gilt China. In wörtlicher Übersetzung bedeutet Jiu-Jitsu in etwa milde, sanfte Kraft oder nachgeben, um zu siegen. Aus dem Wirrwarr der Kampfsportarten entstand jedoch erst in Japan ein vollständiges System aus Schlägen, Griffen, Schwüngen und Würfen. Aus dieser Zusammenführung wurde eine Kunst der Selbstverteidigung formiert, die sich die Hebelgesetze zu nutze machte, und die Empfindlichkeit verschiedener Körperstellen einbezog. Während die "Kriegerkaste" Samurei diesen Stil in Kämpfen benutzte, entstand eine Verschwiegenheit um das Jiu-Jitsu. Die Samurei, in etwa vergleichbar mit dem deutschen Ritterorden, machte ein strenges Geheimnis daraus und gab Informationen nur an ausgewählte Personen weiter. So war dann eine Ausbreitung des Jiu-Jitsu nicht mehr möglich. Während bei Collar and Elbow noch körperschädigende Griffe und Schläge eingesetzt wurden, benutzte man diese im Jiu-Jitsu nur noch im Ernstfall.

Nach der Vergessenheit der Ringkampfkultur in weiten Teilen Europas, verbunden durch den Niedergang des Ritterordens, hatte Collar and Elbow seine Blütezeit erst im 18.Jh. Mit Namen wie Figg, Auerswald, GutsMuths und Turnvater Jahn entstand mehr ein gewisses Interesse an Körperertüchtigungen. Bereits George Washington benutzte Collar and Elbow in seinen Kämpfen. McMahon, zunächst vollkommen unbekannt, trainierte auf der heimischen Farm. Er verkörperte mit rund 86kg und 1.82m Körpergröße das typische Bild eines Athleten vor der Pro-Wrestling Ära. McMahons Karriere als Wrestler beginnt am 23. Juni 1861 mit einem Match gegen Peter English in Port Henry im US-Bundesstaat New York. Diesen besiegte er nach 18 Minuten. Das war sein erstes öffentliches Match. Drei Monate später, im September 1861, besiegte er in Port Henry den Wrestler Hugh Fitzpatrick. 1872 gewann McMahon seine erste Collar and Elbow Meisterschaft, als er Perry Higby besiegte.

Der Verdienst bei solchen Kämpfen, zu Beginn der Karriere, fiel recht schlecht aus. Wer über 100$ kassierte machte schon ordentlich Gewinn. Doch English, Fitzpatrick und McMahon hatten keinen großen Namen. Sie blieben noch für eine Weile unbekannt. Wer den großen Erfolg und das Geld suchte, der musste auf Tournee gehen, um dabei gegen die Elite des Landes zu kämpfen. Nicht selten führte der Weg dabei quer durch den ganzen Kontinent. McMahon und andere Größen wie Edwin Decker, James Owens, Homer Lane, Duncun C.Ross, Dufur sowie McLaughlin begannen allmählich in den Collar and Elbow Style einzusteigen. Sie wurden schließlich zu den erfolgreichsten Wrestlern der Epoche in diesem Stil. Darüber hinaus machten sie das Wrestling national bekannt, und gehörten zu den ersten „Stars“ die einen Namen hatten.

Hinter den Kämpfen saßen in dieser Zeitspanne nicht nur Promoter. Es waren die Zeitungen, die das Wrestling förderten und Informationen verbreiteten. Es bestand noch keine große Auswahl, in welche Richtung sich ein Wrestler entwickeln würde. Vereinzelte Athleten schlossen sich dem Zirkus oder der Jahrmarktstruppe an. Wieder andere traten in Theatern und Lokalen auf. Gute Einnahmen bei den Kämpfen erzielte man eher weniger durch das Verkaufen von Eintrittskarten, als mit dem Wetten. Durch das Wetten auf bestimmte Leute klingelte hier und da die Kasse. Das nun auch Wettskandale, Absprachen und Betrügereien aufkamen, war längst kein Geheimnis mehr gewesen. Doch hielten sich diese zunächst noch in Grenzen, da nur wenige große Leute im Geschäft mitmischten. Doch blieb das Wetten noch ein wesentlicher Bestandteil des Wrestlings im 19.Jh. Und das für einen langen Zeitraum.

Der Bundesstaat Vermont galt als Zentrum, wo einige namhafte Wrestler herkamen, die im späten 19.Jh. aufstiegen. So auch Edwin Decker, der in Vermont zu den besten gehörte. Doch existierte nicht nur der Collar and Elbow Style. Daneben gab es eine ganze Reihe von anderen Wrestlingstilen, die sich mehr oder weniger stark miteinander vermischten. Wrestling ist, wie ein Historiker im 19.Jh. sagte, "ein harter Sport für harte Männer." Nicht selten verloren die geltenden Regeln an Akzeptanz, anderswo wurden sie verschärft, entfielen ganz oder wurden erst eingeführt. Die Wrestler im 19.Jh. reisten nicht nur quer durch Nordamerika, sie machten den Sport landesweit populär und hatten weitgehende Kenntnisse in ihrem Fach. Das schloss auch die harten Wrestlingaktionen ein, wie Würge-und Aufgabegriffe. Unter dem Namen "the Green Mountain Boy" startete McMahon eine Tournee quer durch die USA bis nach Kanada. Er blieb dabei bis ins Jahr 1878 ungeschlagen. Zu den häufigsten Mitstreitern gehörte am Anfang Homer Lane, etwas später dann McLaughlin und Dufur.

Im Jahr 1873 gab es eine ganze Reihe von Matches, darunter einige die den weiteren Verlauf seiner Karriere bestimmten. Am 07. Mai 1873 vermeldete das "Daily Kennebec Journal", dass McMahon und Lane um die Amerikanische Meisterschaft (Collar and Elbow) kämpfen würden. Beide veröffentlichten entsprechende Artikel, in dem sie ihre Absichten bekannt gaben. Am 30. Mai 1873 folgte dann das Match zwischen McMahon und Lane in Troy/New York. McMahon besiegte Lane, gewann die Amerikanische Meisterschaft und 2000$ Siegprämie. Am 03. Juni 1873 startet in der New Yorker „Gothic Hall“ das "Grand international boxing and wrestling festival". Hier kämpften so einige Athleten gegeneinander, darunter McMahon, McLaughlin, Lane, Tom Copeland und andere Wrestler. Als Trophäe winkte ein Silberpokal sowie diverse andere Preise. McMahon besiegte Lane und Copeland. Die "Brooklyn Daily Eagle" schrieb einen Tag später, McMahon ist ein Vermonter mit einer äußerst ruhigen Art und Weise. Er sei unbestritten einer der besten Wrestler, die noch aufsteigen könnten. Es gäbe überhaupt keinen Wrestler dieser Tage im "Pro Wrestling" der gesamten USA, der ihn zu Boden werfen kann. Die Bezeichnung Pro-Wrestling erscheint für diese Periode eher ungewöhnlich denn übertrieben.

Im Grunde genommen stimmte die Aussage, er sei einer der besten Wrestler der USA. Dass war er auch, jedoch gab es nun keine wirkliche ernstzunehmende Konkurrenz in hoher Anzahl. Die wenigen bekannten Wrestler, auf nationaler Ebene, konnten sich zunächst einen großen Namen verschaffen, solange bis die sehr dezentrale Struktur kippte und mehr Menschen mitmischten. Davor war es freilich einfacher, sich als bester Wrestler zu bezeichnen. Die nächste Begegnung mit Homer Lane stand vor der Tür, jedoch nicht als Gegner. Im Match vom 22. Juli 1873 in Troy/New York ging es um die Meisterschaft von Kanada und den USA. McMahons Gegner hieß Tom Copeland. Obwohl er zunächst als klarer Favorit zu gelten schien, konnte sich Copeland den ersten Fall sichern. McMahon setzte allerdings nach und besiegte Copeland mit dem zweiten und dritten Fall. Der Presse, wie den Zuschauern, erschien es danach merkwürdig, weshalb Copeland überhaupt den ersten Fall durchbringen konnte. Der Ringrichter war niemand geringeres als Homer Lane. Etwaige Absprachen stellten sich als ungeklärt heraus, verschwanden deshalb in der Versenkung.

McMahons nächster Gegner im August 1873 war "the champion wrestler of England" Albert Ellis. Das Match wurde im Harry Hill´s Coliseum von New York ausgetragen. Vor einer großen Zuschauerkulisse gelang ihm die entscheidende Aktion gegen Ellis. McMahon zog nach und stürzte Ellis zu Boden. Damit ging der Sieg an den Vermonter. Als Ringrichter wurde wieder Lane ausgewählt. Eine Änderung gab es bei den Regeln, wonach nicht nach klassischem Collar and Elbow gekämpft wurde. Festgesetzt waren die Regeln nach dem Devonshire und Cornwall Style. Vergleichbar mit dem Collar and Elbow Style. Jedoch war hier eine Jacke vorgeschrieben, die sich die Kontrahenten überziehen mussten.

Collar and Elbow kam aus England/Irland und wurde dort bereits im 18.Jh. vollzogen. Es waren schließlich irische/britische Einwanderer, die diesen Stil nach Amerika brachten. Devonshire und Cornwall waren nur zwei aus einer ganzen Reihe von Stilen in England. Diese standen im starken Gegensatz zur griechisch-römischen Tradition. Ellis, der Wrestler mit der besseren Technik, konnte der Stärke und Kondition von McMahon wenig entgegensetzen. Ein breiter Teil der Fans reiste sogar aus Chicago und Philadelphia an. Das lag ja nicht gerade um die Ecke. Andere kamen aus Boston oder Baltimore. Zwei wichtige Matches zwischen McMahon und Lane gab es noch in diesem Jahr. John besiegte ihn erneut am 11. August in Troy und am 12. November 1873 in Worcester/MA. Lane war erst der zweite offizielle Champion im Collar and Elbow Style nach McLaughlin.

1874 gab es ein Rückmatch zwischen Ellis und McMahon, ebenfalls im Harry Hill´s Coliseum. Erneut schrieb das Regelwerk eine Jacke vor. Außerdem wurde festgesetzt, das jegliche Aktionen in Bezug auf Würgen und Treten oberhalb des Knies zu unterlassen sind. Ringrichter war Harry Hill. Ellis, 138lbs schwer, wirkte relativ schmächtig im Vergleich zu McMahon, der inzwischen rund 192lbs auf die Waage brachte. McMahon beförderte Ellis zunächst einige Male zu Boden. Oft sah es so aus, als ob er den Fall durchbringen könnte. Der technisch versierte Ellis konterte einen leg lock von McMahon aus und landete mit der Hüfte zuerst auf dem Boden. Hill wertete dies allerdings nicht als Fall. Daraufhin verließ McMahon wutentbrannt den Ring und wollte aufhören. Ellis ging ebenfalls nach draußen. Hill gab noch 5 Minuten Kampfzeit extra. Es kam dann zur Diskussion mit dem Ringrichter: Hill ließ das Match als Unentschieden werten. Kurze Zeit später gab es ein drittes Match zwischen den beiden, das John für sich entschied.



McMahon befand sich am 16. September 1874 in San Francisco, um gegen den "Champion of the Pacific Coast" W.M.Farrell anzutreten. Dieser galt jedoch nicht als Favorit. Aber Farrell kämpfte wie ein wilder und so dauerte es ganze vier Stunden, bis letztendlich McMahon den Sieg und die 1000$ Prämie kassierte. Das Match verlief aus Sicht der Fans und Presse recht unglaubwürdig. Es gab Stimmen, die an dem Ergebnis ernsthaft zweifelten. So schnell die Kritik um diesen Kampf laut wurde, so schnell ist sie wieder verklungen. Die Zeitungen drehten sich so ihre eigenen Ergebnisse zu recht und täuschten die Fans mit falschen Ergebnissen. Aber so ernst nahm das nach einiger Zeit niemand mehr und das Match versank, wie die meisten, in der Versenkung. Der 1996 verstorbene Historiker Tom Gannon listete noch mehr Matches auf, die McMahon bis 1874 bestritt. John besiegte demnach: E. Titus, W.M. Scoville, John Herrick, Captain James C. Daly, J. Dunlap, George van Dyke, A.W. Store, Uzile Crickett, L. Doolin, James Craven, George Stone und E. Fox.

McMahons nächster Gegner im Jahre 1876 war James Lopell aus British Columbia. Auch ihn konnte John bezwingen. Die Zeit zwischen 1861 und 1890 war die Aktivste in McMahons Karriere. Er zog weiter durch etliche Provinzen der USA und landete am 02. Juli 1877 in Mendecino/Kalifornien. Hier traf er auf den Wrestler Harry Thurston, ein gigantisch wirkender Holzfäller. Der Austragungsort befand sich diesmal im Wald. Nach 31 Minuten brachte McMahon den Giganten auf dem Rasen zu Fall. Der nächste Gegner hieß "Dakota Bill" William Tompkins. Einen aufgezeichneten Kampf zwischen ihm und Tompkins gab es in Virginia City/Nevada. Dakota Bill verlor hier gegen McMahon nach gut 2 Stunden und 5 Minuten. Die Fehde mit Lane war nahezu beendet und McMahon hatte mehr den American Collar and Elbow Title ins Auge gefasst.

Am 03. Januar 1878 gab es noch mal ein Match zwischen McMahon und Tompkins, sowie diversen anderen Wrestlern, in einem Lokal namens "the Gold Nugged Saloon". Dieses hatte jedoch keinen weiteren Einfluss auf seine Karriere. Er besiegte den Dakota Bill erneut. Im gleichen Monat verlor er sein erstes belegbares Match gegen den Wrestler James Farewall, Champion der Pazifikküste, in San Francisco. Diese Niederlage blieb jedoch höchst umstritten. Einige vermuteten Absprachen. Das konnte aber nicht bewiesen werden. Kurz darauf erlitt McMahon unter mysteriösen Umständen eine ernste Schussverletzung. Er konnte sich zum Glück hiervon erholen und siedelte nach Virginia City/Nevada über. Hier eröffnete er einen Saloon in Verbindung mit einem Sporthaus. Sein Augenmerk richtete sich jedoch vermehrt nach dem Collar and Elbow Championship. Nun bahnte sich eine Fehde mit dem 265lbs schweren James Hiram McLaughlin. Seines Zeichens bereits ein großer Name im Collar and Elbow Style, noch bevor McMahon bekannt war. Ihre Fehde ging über Jahre.

McLaughlin, ein Oberst aus der Armee und erster American Collar and Elbow Champion, gab seinen Rücktritt bekannt und arbeitete fortan im Eisenbahngeschäft. Aber nur kurze Zeit später sprach er im Oktober 1878 eine Herausforderung an sämtliche Männer der ganzen Welt aus. Er wollte jedem "Unbekannten", wie er es ausdrückte, entgegentreten. McMahon, mit seinem Saloon noch in Virginia City, sah die große Chance gekommen und reiste nach Detroit. Schließlich sollte es um die Meisterschaft und 5000$ Siegesprämie gehen. Doch so einfach war an McLaughlin kein herankommen. Sein Schützling Robert Wright stellte sich McMahon in den Weg. Den besiegte er jedoch eindeutig und forderte McLaughlin zum Match heraus. Der wollte unbedingt, dass der Kampf in Detroit stattfindet. Detroit galt als "McLaughlins Revier". Das schien McMahon allerdings etwas suspekt und er protestierte. Er wollte nicht im Hinterhof seines Gegners antreten. So entschied man sich für die „McCornick´s Hall“ in Chicago. Und so kam es am 23. November 1878 zum großen Showdown zwischen den beiden. Reges Interesse bewirkte dieses Match und viele Fans kamen aus New England, New York und Michigan. In Absprachen wurde zuvor das Recht festgelegt, sich im Falle eines Sieges als "unumstrittener Champion von Amerika" bezeichnen zu können. McLaughlin unterlag gegen McMahon. Dieser Kampf ist in seiner Wirkung etwa vergleichbar gewesen mit späteren großen Matches, wie die zwischen Gotch und Hackenschmidt oder Stecher gegen Lewis. Die Unumstrittenheit galt nicht, da James Owens der offizielle American Collar and Elbow Champion war.

Obwohl McLaughlin zugab unter fairen Regeln verloren zu haben, sprach er eine Herausforderung an McMahon aus. Einen Monat später, am 14. Dezember 1878, folgte das zweite Match der beiden. Diesmal unter Erweiterung der Regeln. Die Wrestler waren mit Gurtsätzen bekleidet. Das Match entschied McLaughlin für sich. Nachdem McMahon die Meisterschaft vom November 1878 gewann, sah sich McLaughlin nun als Champion, da sein Kontrahent verlor. Es folgte nun ein drittes Match in Boston am 26. März 1879. Das endete allerdings im Unentschieden. Beide konnten einen Fall erringen. Im Jahr 1879 tauchte ein gewisser Professor William Miller auf und kämpfte mit McMahon in zahlreichen Matches. Eines von vier Matches entschied Miller für sich. McMahon schafft es im „Gilmore‘s Garden“ gegen Miller zu bestehen, nach 12 Minuten Kampfzeit.

Seit Juni 1879 nannten sich zwei Wrestler Champions im Collar and Elbow Style: James Owens und Henry Moses Dufur. Offizieller Champion war Dufur, der Owens am 11. Juni 1879 in Boston bezwang. McLaughlin und McMahon kämpften jeweils um einzelne Meisterschaften. Am 28. Dezember 1876 verlor McLaughlin, nach über sechs Jahren, seinen Titel in Boston an Owens. Während dieser im Osten Anerkennung fand, blieb der einstige Oberst Champion im Westen. Owens hatte jedoch den regulären Anspruch erworben, verlor aber Anfang 1877 gegen William Muldoon. Ein wichtiger Wrestler in dieser Zeit. Am 07. März 1877 schließlich besiegte Owens im New Yorker „Gilmore‘s Garden“ seinen Kontrahenten Charles Murphy. Er wurde danach als Träger der „World Championship Trophäe“ der Zeitung Police Gazette vorgestellt. Owens sah sich jetzt als „World“ Collar and Elbow Champion. Nach seiner Niederlage gegen Dufur war damit allerdings Schluss. Offizieller Champion ist er nicht mehr gewesen, nannte sich aber trotzdem bis 1880 „World Champion“. McMahon bescherte ihm am 06. August 1879 in New York eine weitere Niederlage. John ist zum starken Herausforderer geworden, was eine Fehde mit Henry Moses Dufur auslösen sollte. Dufur war ja der offizielle Champion.

Es gab nun so einige Machtes zwischen Dufur und McMahon. Eines davon am 16. März 1880 in Boston dauerte extrem lange. Beide benötigten sechs Stunden, und der Kampf endete doch im Unentschieden, nachdem es keiner von beiden geschafft hatte, auch nur einen Fall anzubringen. Am 16. Dezember 1880 kam es zum zweiten Match der beiden in Boston. Diese Begegnung verlor Dufur jedoch klar und deutlich. McMahon war nun regulärer American Collar and Elbow Champion. 1881 folgte dann ein Mixed Style Match gegen den American Greco-Roman Champion aus New York, William Muldoon. Im Jahr 1882 hießen die nächsten Gegner Gus Lambert, William Muldoon und Captain James C.Daly. McMahon musste sich nun einem Boxer entgegenstellen, der gerade wieder ins Wrestling zurückgekehrt war, Gus Lambert. Beide kämpften am 28. Dezember 1882 im ausverkauften "Volk´s Garden" von New York. Es ging um die höchste Trophäe, neben Muldoons Greco-Roman Title, im damaligen Wrestling von Nordamerika, um den American Collar and Elbow Title. Diesen hatte McMahon noch immer in den Händen. Der Kampf ging über drei Runden. Lambert konnte sich den ersten Fall sichern. McMahon konterte jedoch und entschied den Kampf mit einem 2 zu 1 für sich. John kassierte 250$ Siegesprämie.

Zum nächsten Kampf zwischen Dufur und McMahon kam es am 13. Dezember 1883 in Boston. Überliefert sind nun zwei Versionen: 1. Nach zwei Stunden stand noch immer kein Ergebnis fest. Dufur meinte, den Fall als erster angebracht zu haben und würde daher der Champion sein. 2. McMahon gab nach zwei Stunden auf und Dufur ernannte sich zum Champion. Als regulärer Champion wird heute Dufur genannt. Am 15. Oktober 1884 besiegte er Dufur und wurde zum zweiten Mal American Collar and Elbow Champion. Im Jahr 1886 schloss sich McMahon dem Zirkus "Forepaugh" an und rang in diversen Kämpfen. Collar and Elbow befand sich auf dem absteigenden Ast. Ende der 1880er Jahre gab es nur noch vereinzelte Wrestler, die diesen Stil fortsetzten. Die meisten Matches seiner Karriere bestritt McMahon in Vermont und Massachuetts. Am 06. September 1887 verlor McMahon eine Meisterschaft gegen Dufur, jedoch blieb der Titel in seinem Besitz. Dufur war der größte Rivale von McMahon.

Dufur, McLaughlin und McMahon, das waren die größten Wrestler in diesem Stil. Sein letztes verzeichnetes Match bestritt McMahon am 02. März 1891 in Montreal. Hier besiegt er den Wrestler Jim Cowley aus Texas. Hiernach verliert sich zum größten Teil seine Spur. Der Collar and Elbow Title verschwand in der Versenkung. McMahon war der letzte offizielle Champion in diesem Stil. Er behielt den gold/versilberten "World" Titel bis zu seinem Tode. Ende des 19.Jh. gab es Collar and Elbow fast nicht mehr. Der griechisch-römische Stil zog das Interesse der Leute auf sich. Nach der Collar und Elbow sowie Greco-Roman Ära etablierte sich der "catch as catch can style", dessen Blütezeit im letzten Jahrzehnt des 19.Jh. zu finden ist. Heute kennt McMahon fast keiner mehr. Viele Aufzeichnungen der McMahon Periode sind entweder verschollen oder erst gar nicht festgehalten worden. Zum großen Teil wegen den wenigen Menschen, die die Historie dokumentierten. Er war ein namhafter Wrestler seiner Zeit und einer der ersten Professionals im Wrestling. John McMahon stirbt 1912 im Alter von 71 Jahren im US-Bundesstaat Vermont.

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