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Biographie: Gerhard Schäfer

CWA-Promoter Peter William sagte 1987 in einem Zeitungsinterview: "Er ist für uns alle weltweit der Krückstock, wenn unsere Erinnerungen auf der Strecke bleiben." Der Schwerathletikfunktionär Gerhard Schäfer war einer der wenigen Menschen, die so gut wie alles über das Wrestling wussten. Kein Geschichtsfanatiker oder Sammler, der nicht den Jugendschwergewichtsmeister von 1938 kannte. Er gilt bis heute als einer der größten Ringkampfhistoriker des 20. Jahrhunderts. Über 60 Jahre lang begleitete ihn der Ringkampf in allen erdenklichen Facetten. Schäfer war Jahrzehnte in Vereinen tätig und schloss weltweit Freundschaften mit Wrestlern, Fans und Funktionären. Seine Berichte waren in den USA besonders populär, da hier ein Mangel an Informationen zum deutschen Berufsringkampf/Catchen bestand. Diese am Anfang ziemlich große Lücke konnte er beinahe im Alleingang schließen. Er reiste quer durch alle europäischen Archive und war nahezu auf allen Ebenen des Amateur- und Profisports tätig. Im Laufe seines Lebens ist Schäfer hervorgetreten als Vereinsvorsitzender, Kampfrichter, Trainer, Pressewart, Kassenwart, Journalist, Schriftsteller, Historiker, Archivar, Verleger und Europakorrespondent für ausländische Wrestling-Magazine. Es gab kaum jemanden, der seine Arbeit nicht zu schätzen wusste. Die Publikationen, Biografien, Schriftenreihen und Kommentare fanden starke Beachtung. Zu Lebzeiten galt er als aufrichtig, hilfsbereit, pünktlich und arbeitete mit preußischer Genauigkeit. Und von dort stammte Schäfer auch her. Am 01. Januar 1921 erblickte der spätere Kriminalbeamte in Königsberg das Licht der Welt.



Ausgelöst wurde die Sammelleidenschaft bereits in früher Kindheit. Der Vater brachte ständig alte Zeitungen nach Hause und der Sohn schnappte sich alle Artikel über das Ringen. Die wurden dann ausgeschnitten und akribisch aufgeklebt. Diese Arbeitsweise war das charakteristische Merkmal von Schäfer. Und das nicht nur im Kindesalter. Seine Geradlinigkeit und Exaktheit behielt er ein Leben lang bei. Schäfer sagte selbst, das ihn ein Virus befallen hätte. Anders ist die Faszination für das Wrestling wohl kaum zustande gekommen. Dabei stand am Anfang gar nicht das Interesse für den Ringkampf im Vordergrund. Vielmehr packte ihn die Lust zum Hockeyspielen. Die entscheidende Wende kam im Jahr 1931. Schäfer sah im Messe-Hauptrestaurant in Königsberg sein erstes Ringerturnier. Dann trat er dem "SC Sandow Königsberg" bei. Die Ausbildung zum Ringer stand an, die später zu einem wichtigen Erfolg führte.

1938 hatte sich die Arbeit für Schäfer im Ringer Zirkel des "SC Sandow Königsberg" bezahlt gemacht. Er gewann die Meisterschaft im Jugendschwergewicht bei den Ostlandkämpfen in Osterode. Die weitere Karriere als Profiringer blieb dem Königsberger aufgrund des Kriegsausbruchs verwehrt. Der gesamte Berufsringkampf kam fast zum Stillstand. Doch der Zweite Weltkrieg hielt ihn nicht davon ab, weiterhin im Ringen aktiv zu bleiben. Nach Kriegsende wird Salzgitter-Lebenstedt seine neue Wahlheimat. Er absolviert eine Ausbildung zum Polizisten und arbeitet als Sachbearbeiter für Brand- und Tötungsdelikte. Der Moorgraben 10 in Salzgitter-Lebenstedt wird nun nach und nach zum Ringkampfarchiv. Es gab nichts, was er nicht sammelte: Zeitschriften, Magazine, Bücher, Plakate, Filme, Bilder, Briefmarken, Wandteller, Anstecker und etliche Sachen mehr. Hauptsache es hatte irgend etwas mit dem Ringkampf zu tun.

Schäfer wird schließlich Mitglied im Verein "Turnerbrüderschaft 1901 Gebhardshagen" und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Schwerathletik-Abteilung. Hier tritt er als Trainer und Kampfrichter in Erscheinung.



Eine wichtige Bekanntschaft in Schäfers Leben kam 1950 in Braunschweig. Hier lernte er Gustl Kaiser kennen. Eine Freundschaft fürs Leben entstand. Die Bindung zu Kaiser ist über die Jahrzehnte so stark geworden, dass Schäfer über ihn ein Buch verfasste. Es erschien 1982 unter dem Titel "Daten und Taten eines Berufsringkämpfers z.B. Gustl Kaiser". 1987 folgte die interne Schriftenreihe "Gustl Kaiser zum 80. Geburtstag". Kaiser, erst Profiringer dann Veranstalter und Funktionär, öffnete die Tür für Schäfer, neben der Amateurebene auch auf Profiebene tätig zu werden. Im gleichen Zeitraum fällt etwa die Bekanntschaft zu Paul Berger, ebenfalls erst Catcher dann Funktionär. Beide haben Schäfer in die Welt der Berufsringkämpfe gebracht. Somit war er dann auf Amateur- und Profiebene tätig. Die Arbeit im Ringerlager des "TB 1901 Gebhardshagen" brachte für ihn 1960 eine wichtige Wendung. Er übernahm selbst die Leitung der Schwerathletik-Abteilung. Davon sollte der Verein stark profitieren. Sein langjähriger Freund Karl Volmer schrieb dazu:" Seiner Initiative und seinem Engagement war es zu verdanken, daß die Ringer und der TB Gebhardshagen in Norddeutschland und darüber hinaus bekannt und zu großen Turnieren auch im benachbarten Ausland eingeladen wurden." Auf Amateurebene ist er längst zum bekannten und geschätzten Trainer aufgestiegen. Die Anerkennung auf Profiebene ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Seit den 1960er Jahren arbeitete er als Presse- und Kassenwart sowie Schriftführer für den "Internationalen Berufsringkämpfer Verband (IBV)". Ein wichtiger Funktionär in diesem Verband war Gustl Kaiser. Dann folgten Arbeiten für den "Verband Deutscher Berufsringer (VDB)" als Journalist und Historiker.

Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit schrieb er für die "Catch-Revue". Das war die Zeitschrift des VDB. Hier kamen noch etliche historische Berichte zum Ringkampf vor, die Schäfer in eigener Regie dem VDB zur Verfügung stellte. Ein wichtiger Funktionär im VDB war Paul Berger. Diesem widmete er die interne Schriftenreihe "Kampfrekord Paul Berger". Obwohl diese Kampfrekorde von einzelnen Wrestlern einen hohen Arbeitsaufwand erforderten, sind sie heute umso unbekannter. Sie verdeutlichen in bestimmter Weise den Lebensweg der Person. Aufgrund des schon damaligen Desinteresses sind diese Kampfrekorde jedoch nicht in den Seriendruck gegangen. Schäfer hatte eine außerordentliche journalistische Begabung. Und die nutzte er ausgiebig aus. So schrieb er ab den 70er Jahren Wettkampfberichte und historische Abhandlungen für Tageszeitungen, für die Zeitschriften "Athletik", "Der Ringer" und "Sport in Niedersachsen". Darüber hinaus publizierte er in zahlreichen Wrestling Fanzines, Programmheften und ausländischen Magazinen. Mit den Jahren entstand so ein Kontaktkreis zu Funktionären, Wrestlern, ausländischen Veranstaltern und Journalisten, sowie privaten Sammlern und Historikern. Auch gab Schäfer Anregungen und Hilfestellungen zur Gründung von Wrestling-Newslettern und Wrestling Fan Clubs.




Im Januar 1963 wurde Schäfer zum 1. Vorsitzenden des "Bezirksfachverbandes Schwerathletik Braunschweig" gewählt. Vorher noch Abteilungsleiter der Schwerathleten in Gebhardshagen und jetzt Vorsitzender einer ganzen Region. Die Ringer aus der Region Braunschweig/Salzgitter waren dank des Einsatzes von Schäfer beinahe im gesamten Bundesgebiet bekannt. Auch hier machte sich die Geradlinigkeit wieder bemerkbar. Weil er desöfteren kein Blatt vor dem Mund nahm, galt er einigen Leuten als recht unbequem. Manche Kritiker konnten die Wahrheit offenbar nicht vertragen. Die Leute, die Schäfers Ansichten nie teilen wollten, mussten letztendlich seine Publikationen und Schriften anerkennen, denn er war schlichtweg der einzige hierzulande, der sich so dermaßen stark dafür interessierte. So war er ein äußerst unparteiischer und fairer Mitarbeiter. Das schätzten besonders die Ringer. In dem Fachverband Braunschweig übernahm er zugleich noch die Funktion des Schriftführers. Im gleichen Jahr schloss er Bekanntschaft mit dem Braunschweiger Kraftathleten Edgar Müller. Einer der wenigen Experten und Sammler auf dem Gebiet der Kraftakrobatik und des Zirkus. Müller schrieb seit geraumer Zeit für die Zeitschrift "Athletik". Nach dessen Tod 1979 übernahm Schäfer den Nachlass von Müller in sein eigenes Archiv. Und schon zu Lebzeiten Müllers bekam er Material übersandt. Sein riesiges Wrestling-Archiv entstand Ende der 40er Jahre. Neben den weitläufigen ausländischen Kontakten, führten auch die Tätigkeiten in den Verbänden zum Ansteigen einer enormen Materialfülle. In seiner 3-Zimmer Wohnung lagerten die Akten auch auf dem Dachboden und in der Garage. Die Fülle des Materials war so stark, dass sie einem Turm von 40 Metern Höhe entsprach.

Schäfer war aber nicht nur Kassenwart, Pressewart, Kampfrichter, Trainer und Journalist. Mit den Jahren ist er auch als Herausgeber in Erscheinung getreten. Die Tätigkeit als Herausgeber brachte ihm großen Respekt innerhalb der Catch Szene ein. Der Name Gerhard Schäfer ist auch eng mit dem Erscheinen von Wrestling-Newslettern verknüpft. Unter dem Titel "Wrestling in Germany" veröffentlichte er weltweit Wrestling Resultate und Berichte. Da die computertechnischen Möglichkeiten beschränkt waren, wurden die Berichte auf DINA4 Seiten getippt. Eine mühevolle und anstrengende Arbeit. In knapp 25 Jahren entstanden so hunderte von Newslettern. In den Jahren des Erscheinens wechselte der Titel häufig. Auf Verbandsebene war er Herausgeber der NRV Umschau "Ringen in Niedersachsen". Das Publikationsorgan für den "Niedersächsischen Ringer Verband (NRV)". Und schließlich war er noch Herausgeber der Presseschau vom IBV.



Schäfer verfolgte mit der internen Schriftenreihe ein ehrgeiziges Ziel: Insgesamt erschienen 37 Folgen über zeitgenössische Wrestler/Catcher. Viele davon wurden so detailreich bearbeitet, dass umfangreiche Kampfrekorde entstanden sind. Zu den bekanntesten Schriftenreihen, die unter dem Titel "Wrestling Archives" veröffentlicht wurden, zählten Ausgabe Nr. 20 "Otto Wanz in Amerika" und Nr. 32 "Axel Dieter - Vom Anfänger zum Könner".

In Amerika schloss er der weilen Bekanntschaft zu Karl Gotch und Verne Gagne. Im gegenseitigen Informationsaustausch versorgte Schäfer ausländische Schriftsteller und Historiker mit Material. So erscheint sein Name etwa in der riesigen Liste der "Wrestling Title Histories" von Gary Will. Im Februar 1993 veröffentlichte Will die zweite Auflage an dessen Erscheinen Gerhard maßgeblich beteiligt war. Desweiteren publizierte er als Europa-Korrespondent für diverse Wrestling Magazine und übernahm dessen Vertrieb in die Bundesrepublik. Dazu gehörte das Magazin "Wrestling-Szene" von dem englischen Herausgeber Russell Plummer oder das Magazin "The Ring's Wrestling" von Norman Kietzer. So öffnete Schäfer quasi die Tür für die ausländischen Magazine, die hier teils vollkommen unbekannt waren. Zu seinen größten Verdiensten zählte auch die Bekanntmachung des deutschen Catchens in den USA. Am Anfang nahm hier kaum einer Notiz davon. Durch seine Publikationen bekamen die ausländischen Fans ein umfangreiches Bild vom Wrestling in Mitteleuropa.

Besonders seine Laufbahn in den Verbänden gilt als bemerkenswert. Karl Volmer, der langjährige Freund, sprach von der berühmten "Ochsentour". So ist Schäfer vom Abteilungsleiter eines Großvereins bis zum Vorsitzenden eines Landesverbandes aufgestiegen. Die Karriere in den Verbänden ging unterdessen weiter. Auf dem 14. Verbandstag des "Niedersächsischen Schwerathletik Verbandes (NSAV)" 1969 in Hannover, wird Schäfer zum 2. Vorsitzenden und Pressewart gewählt. An der Spitze dieses Verbandes stand er drei Jahre später. Nach dem Tod des 1. Vorsitzenden übernahm Schäfer 1972 den Vorsitz des Landesverbandes. Nach dem der NSAV 1973 in vier eigenständige Fachverbände zerfiel, übernahm er das Amt des Pressereferenten und Protokollführers. Er war ständig bei Kreis- und Landesmeisterschaften anwesend, führte das Wettkampfbüro und erstellte Listen. Für seine Verbandsarbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. 1971 mit der Verdienstplakette des NSAV in Silber. 1976 mit der goldenen Ehrennadel des "Deutschen Ringer Bundes" und 1990 mit der Ehrennadel des NRV in Gold. Der Landessportbund Niedersachsen verlieh ihm 1981 zum 60. Geburtstag die silberne Ehrennadel. Die "Alten Bremer Athleten" ernannten ihn am 18. Juni 1982 zum Ehrenmitglied. Unterschrieben wurde diese Ernennung von dem ehemaligen Berufsringer und Europameister im Mittelgewicht Bruno Mosig. 1968 wird ihm auf Betreiben von Gustl Kaiser die IBV Verbandsnadel in Gold verliehen. Diese Würdigung bekam Schäfer aufgrund der langen Mitarbeit im Archiv des IBV und für die publizistische Tätigkeit.

Bis 1979 war Schäfer Vorsitzender des "Bezirksfachverbandes Schwerathletik Braunschweig". Danach gab er das Amt in jüngere Hände ab. Obwohl er gleichzeitig für den IBV und VDB aktiv war, wurde seine Arbeit übergreifend anerkannt. Das war relativ selten der Fall, zumal beide Berufsringer Verbände kaum in Kontakt standen und es deshalb auch zu kritischen Äußerungen in Richtung der anderen Seite kam. Aber deshalb ist Schäfer nie zurückgewichen. Im Gegenteil er suchte das Gespräch um die Probleme zu lösen. Als Funktionär bemerkte er die Probleme zwischen Amateuren und Profis selbst. Die 80er Jahre gehörten wohl zur stärksten Schaffensperiode von Schäfer. Nach dem Buch über Kaiser 1982 folgte die Ringkampfgeschichte Bremens und 1991 die Chronik der Abteilung Ringen seines Heimatvereins in Salzgitter-Gebhardshagen. Darüber hinaus entstanden die zahlreichen Schriftreihen in den achtzigern. Diese schrieb er in Englisch und Deutsch und verschickte sie an Interessenten auf der ganzen Welt. Ein flächendeckender Druck dieser Schriftenreihe kam nicht zustande. Das lag am fehlenden Interesse für die Geschichte des Wrestlings. Es blieb nur die Weg über die interne Herausgabe. Das ist auch der Grund, warum die Schriftenreihe den neuen Wrestling-Fans größtenteils unbekannt ist. Das gilt allerdings nicht nur für Schäfers Werke. Es gibt eine Fülle von Biographien und Autobiographien die ausschließlich im Untergrund der Schwerathletik kursieren. Viele dieser Schriften wurden nur intern herausgegeben und erschienen selbst in großen Verzeichnissen bekannter Bibliotheken kaum.



Der Historiker schreibt ja oft über Dinge die er selbst nie miterlebt hat. Schäfer schrieb aber gerade sehr viel über die Zeitspanne in der er lebte. Das machte ihn zu einem wichtigen Zeitzeugen. Bereits viele Unterlagen und Bücher sind für immer vernichtet worden. Häufig hinterließen die alten Wrestler einen Nachlass, der in Händen privater Sammler verschwand. Die Nachkommen hatten oft kein Interesse mehr an den Taten ihrer Verwandten. So sind viele Nachlässe auf dem Flohmarkt gelandet. Um die Probleme der Schwerathletik und dessen Aufarbeitung wusste Schäfer. Deshalb war er stets bemüht sein Ringkampfarchiv zu erweitern. Und so hat er, als einer der wenigen, gegen das Vergessen der Ringkampfgeschichte gekämpft. Er ist zum Pionier unter den Wrestling Archivisten geworden.

Am 18. Februar 1990 wird Gerhard Schäfer auf dem 13. NRV Verbandstag in Hannover in den Ruhestand verabschiedet. Er wird schließlich zum Ehrenvorsitzenden ernannt, und bekam die goldene Verdienstplakette des NRV überreicht. Zum 70. Geburtstag verlieh ihm der Landessportbund Niedersachsen die goldene Ehrennadel. Die letzten Lebensjahre waren häufig von Krankheit überschattet. Aber trotz seines mitunter schlechten Gesundheitszustandes arbeitete er weiter. Verhalf so vielen Leuten zu den gewünschten Informationen. Schäfer betrachtete so manche Bereiche im Wrestling kritisch. Einige Ereignisse bezeichnete er schlichtweg als "Verfallserscheinung". Dazu zählte etwa der Damenringkampf. Auch das Ansteigen amerikanischer Wrestlingshows in Deutschland machte auf ihn keinen positiven Eindruck. So blieb er in gewisser Weise ein klassischer Historiker, der stark auf den Sport und die alten Zeiten setzte. Wenngleich sein Interesse für das moderne Wrestling auch schwach gewesen ist, bleibt sein Wirken in nahezu allen Epochen nicht ohne Spuren.

Im November 1994 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er litt an Krebs. Dennoch betreute er das riesige Archiv weiter und gab allen Interessenten vom Krankenbett aus die gewünschten Informationen. Er erweiterte sogar seinen Bestand und verfasste noch Ausgaben der Reihe "Wrestling Report from Germany". Bis zum Schluss blieb er dem Wrestling treu. Am 07. Juli 1995 starb Gerhard Schäfer in einem Krankenhaus in Salzgitter im Alter von 74 Jahren. Die Todesmeldung erschien in zahlreichen Zeitungen und Wrestling-Newslettern: Am 11. Juli 1995 im "Wrestling Telegramm" Nr. 155, im "Catch Magazin" Nr. 55, in der "Power Wrestling", am 24. Juli 1995 im "Wrestling Observer Newsletter", im "Hardcore Heaven Newsletter" Nr. 23 und in der "Catch Revue". Am 31. Juli 1995 veröffentlichte Bernd Model im "Wrestling Telegramm" Nr. 158 einen Nachruf auf Schäfer. Am 12. Juli 1995 wurde Gerhard Schäfer auf dem Friedhof in Salzgitter-Lebenstedt beerdigt.

Was bleibt sind die historischen Zeugnisse aus längst vergangenen Zeiten. Für Recherchen ist der Nachlass heute umso wertvoller, da kein vergleichbarer auf europäischer Ebene existiert. Anfang September 1995 wurde das Archiv zum ersten Mal von den Sportwissenschaftlern Prof. Dr. Bernd Wedemeyer und Prof. Dr. Arndt Krüger begutachtet. Kurz vor seinem Tod hatte Schäfer das Ringkampfarchiv dem "Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte Hoya" angeboten. Ein Jahr später beginnt in diesem Institut eine große Sortierungs- und Rekonstruktionsmaßnahme. Auf Basis dieser Maßnahme ließ sich das 40. Regalmeter lange Archiv im Jahre 1997 schließlich für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Im Zeitalter des Internets und der Digitalisierung ist es heute einfacher solche Archive zu betreuen. Schäfer hatte dagegen nicht viele technische Mittel für seine Vorhaben zur Verfügung. Es ist aber erstaunlich was er trotzdem daraus gemacht hat.



[Für den Zugang zu Fotos und Archivmateralien bedanke ich mich beim "Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte Hannover"]

"Ich habe ihn als sehr zuverlässigen und seriösen Menschen kennen gelernt sowie und als kritischen Beobachter der Catch-Szene, der, zumindest unter vier Augen, nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg gehalten hat."
Andreas Matlé, Juni 2009

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