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Biographie: Antonio Pierri

Gegen Ende des 19.Jh. begann vor allem mit dem Namen Ismail Yusuf die Ära der türkischen Pro-Wrestler. Dass diese, vielfach enorm kräftigen Typen, nach Europa einwanderten, ging auf zwei große Pioniere des Wrestlings zurück: Jean Doublier und Antonio Pierri. Während Doublier schon früher in der Türkei nach neuen Talenten suchte, kämpfte Pierri zunächst in Nordamerika. 1890 schließlich zog es ihn nach England, wo er seine berühmten Turniere im catch-as-catch-can Style startete. Für viele Berufsringer begann so die Profi-Karriere.

Das Wrestling vor über 100 Jahren lebte bereits von Geschäftsleuten und waghalsigen Promotern. Die Szene in England, Frankreich und den USA bot schon früh einen guten Einstieg in die Profikarriere. So war es kaum verwunderlich, dass sehr viele Karrieren in der alten und neuen Welt begannen. Die Wrestlingwelt zu Zeiten eines Antonio Pierri war im Vergleich zu heute recht winzig. Dennoch gehörte auch er zu den ersten Pro-Wrestlern der Geschichte. Wrestler wie Antonio Pierri haben für die Vielzahl der Kämpfer erst die Tore aufgestoßen, die die Bretter der Welt bedeuteten.

Jim Londos galt als der "goldene Grieche". Der spätere World Heavyweight Champion sollte es bis nach ganz oben schaffen. Das Zeitalter der griechischen Pro-Wrestler läutete jedoch ein kleiner Mann aus Syra namens Antonio Pierri ein. Als Träger einer Weltmeisterschaft, Veranstalter und Manager kämpfte er gegen die wichtigsten Größen seiner Zeit. Pierris Lebensweg zeichnet ebenfalls die primitiven und einfachen Umstände ab, unter denen man damals kämpfte, aber umso mehr auch die Karriere eines Pioniers, der vielen Wrestlern den Erfolg ebnete, sie aufbaute und trainierte, managte und groß herausbrachte. Als einer der ersten Veranstalter von Turnieren im Freestyle war er mit an den Erfolgen des Pro-Wrestlings beteiligt. Zusammen mit Leuten wie Tom Cannon oder Jean Doublier, war Pierri ein wichtiger Wegbereiter für den Wrestlingboom zur Jahrhundertwende 19./20.Jh..

Die Laufbahn als Wrestler begann jedoch nicht in Griechenland. An der Westküste Nordamerikas sollte seine Erfolgsgeschichte starten. Im griechischen Raum war der Markt an Shows noch sehr wenig organisiert. Das traf bei weitem aber viele Länder in dieser Zeitspanne. Geboren 1858 in Syra/Griechenland, wanderte Antonio bereits früh in Richtung Nordamerika aus. Im jugendlichen Alter von 15 Jahren erlernte er die Kunst des Freestyle-Wrestlings in San Francisco. Der Grieche zeigte sich als begabt. Anscheinend beherrschte er auch schon diverse Schritte im griechisch-römischen Stil. In der winzigen Welt der amerikanischen Wrestler konnte er um 1885 schon ein Wort mitreden. Aber an Amerikas Westküste fand man nur vereinzelte Shows. Die sich herausbildende frühe Profiszene war in Chicago und New York weit besser organisiert.

Antonio tourte hauptsächlich durch den Nordosten. Zwischen Philadelphia, Chicago und New York gab es viel versprechende Shows mit den Größen der Zeit. Pierri reiste aber auch quer durch Nordamerika. So war sein Name manchem in Kanada nicht unbekannt. Pierri war nicht sonderlich groß und kräftig. Das Markenzeichen von ihm ist seine verblüffende Schnelligkeit gewesen. Manchen Gegner trieb sie regelrecht in die Verzweiflung. 1889 musste er dem etwas älteren William Muldoon in die Augen schauen. Der Kampf fand in Philadelphia statt. Muldoon wirkte wie ein Gigant, obwohl er gar nicht mal so groß erschien. Ein eher ungleiches Duell, das mit dem Sieg des Amerikaners endete. Allerdings gab es bald einen Rückkampf, der zumindestens im Unentschieden endete. Gegen den Deutsch-Amerikaner Ernst Roeber unterlag Pierri in Philadelphia schon binnen 1 1/2 Minuten. Muldoon hatte seit etwa einer Dekade einen Namen im Wrestling. Er galt als die Figur schlechthin. Pierri erschien daneben wesentlich kleiner. Auf seinen Reisen bezwang er die besten Wrestler des Kontinents. Er besiegt u.a. den technisch versierten Duncun C. Ross, den Franzosen Andre Christol, den Japaner Matsada Sorakichi und den großen Wrestler aus England, Tom Cannon. Die Reisen durch die USA dauerten oft Wochen und Monate. Kein Wunder bei den damaligen Transportmöglichkeiten. Es war eben nicht einfach möglich auf die Schnelle nach Europa zu fliegen.

Pierris Zeit in Amerika fällt noch in die sog. "Gaslicht Ära" des späten 19.Jh.. In den eiskalten Hallen wurde der Ring noch durch zuckende Gasflammen erhellt. Eine kostspielige Angelegenheit, bei der der Veranstalter oft mehr ausgab als einnahm. Aber man hatte ja noch die Wetten. Durch gezielte Manipulationen und Absprachen ließen sich die Wetteinsätze erhöhen. Das merkte dann wiederum der Veranstalter an der klingenden Kasse. Man verstand schon früh mit dem Wrestling Geld zu verdienen. Oft mit Methoden, die schlichtweg einen Betrug am Zuschauer darstellten. Dann wetteten die Leute guten Glaubens auf den Wrestler, der bereits als Verlierer feststand.

1890 war Pierri in England angekommen. Dort wo sich schon ein Haufen von Wrestlern tummelte. Es war anfangs schwierig in England Fuß zu fassen, vor allem wegen der starken Konkurrenz in den heimischen Kampfstilen. Viele, darunter der Westmoreland Style, hatten eine tausend jahrelange Geschichte vorzuweisen. Aber der kleine Grieche schaffte trotzdem den Durchbruch auf dem Inselstaat. Und das gelang noch im selben Jahr mit einem Sieg über den damals berühmten Engländer George Steadman. Es kam zum Showdown in Grasmere. Dort wo sich die Wrestler im Cumberland- und Westmoreland Style seit Ewigkeiten gegenüberstanden. Steadman verlor das Match und als Preis winkte der "Weltmeisterschaftsgürtel". Man war über Pierris Sieg so erstaunt, dass er auch über Englands Grenzen hinweg Gehör finden sollte. Einen internationalen Einfluss hatte dieser Titel allerdings nicht. Es kam dann im selben Jahr noch zu einem Rückkampf. Diesen konnte Steadman gewinnen. Steadman beherrschte 33 Jahre lang den Cumberland- und Westmorland Style. Häufige Austragungsorte von Turnieren fand man in Carlisle und Grasmere. Unter freiem Himmel kämpften die Wrestler häufig vor zahlreichen Zuschauern. In Cumberland waren die "Langworthy Rounds" eine gut besuchte Attraktion.

Pierris Laufbahn als Veranstalter begann etwa im gleichen Zeitraum. 1890 startete er in London mit der Austragung von Profiringkämpfen im "catch-as-catch-can". Hier waren weitgehend alle Griffe erlaubt. Weshalb gerade der noch belächelte Freistil einen Aufschwung erfuhr. Bis der aber Mitteleuropa erreichte, vergingen noch etliche Jahre. Pierri war ein Perfektionist in mehreren Stilen. Egal ob griechisch-römisch oder Freistil, der Grieche konnte in Vielem überzeugen. Aber seine Person weist auch Widersprüche auf. Es ist nicht alles so glanzvoll verlaufen, wie zeitgenössische Autoren schrieben. Mit dem deutschen Profiringer Carl Abs gab es etwa eine ganze Serie von Schiebungen. 1893 kam es gleich zu mehreren Absprachen und Schiebungen. Etwa mit dem Dänen Magnus Bech-Olsen. Der soll Pierri "offiziell" besiegt haben. Am 28.01.1893 folgte der groß angekündigte Kampf gegen Abs. In der Hamburger "Flora" brach ein Jubelsturm los. Abs hatte den Heimvorteil. Die entscheidende Aktion fiel, als der Grieche am Boden lag. Abs hinderte ihn daran aufzustehen. Keine Chance zur Gegenwehr landete Pierri auf beiden Schultern. Im griechisch-römischen Ringkampf bedeutete das die Niederlage. Und diese Kampfrichtung war bei weitem hier noch bestimmend. Abs war allerdings schon körperlich und gesundheitlich so schwer angeschlagen, dass er keine Kämpfe ohne abgesprochenen Verlauf mehr bestreiten konnte. Pierri beschwerte sich danach bei der Ringleitung über die Niederlage. Das brachte aber keinen Erfolg.

Im Juni 1894 kam es im Münchner Zirkus "Bavaria" zum Rückkampf zwischen Pierri und Abs. Der Zirkus befand sich unterhalb des Pollingerkellers (heute Hackerbräukeller). Über den Verlauf spekulierte man heftig. Die Bewunderer von Abs meinten, Pierri hätte verloren. Das Gegenteil behaupteten die Befürworter des Griechen. Das Resultat hat die Zeit bis heute nicht mehr überstanden. Der Deutsche Carl Abs litt bereits unter einigen körperlichen Gebrechen. So scheint eine Absprache zu Gunsten von ihm nicht unmöglich gewesen zu sein. Gerüchten zufolge soll ausgerechnet dieser Kampf eine Gründungswelle von Schwerathletikvereinen in München ausgelöst haben. Die meisten davon existierten aber nicht lange. Alleine im Münchner Westen verzeichnete man rund 40 Vereine.

1899 in Paris angekommen gewann Pierri zwei wichtige Kämpfe gegen Apollon und den damals berühmten Franzosen Francois Fournier. Eine Legende in Frankreich seit mehreren Jahrzehnten. Immer öfter reiste er nun zwischen London und Paris hin und her. Die Tätigkeit als Veranstalter und Manager beanspruchte mittlerweile viel Zeit. Schon 1898 schloss er sich mit dem Franzosen Jean Doublier zusammen, um den Türken Ismail Yusuf zu managen. Doublier war hier der eigentliche Vorreiter von beiden. Er reiste erstmals 1880 in die Türkei. Am Hofe des Sultans Abdul Hamid verblieb Doublier sechs Monate lang, wo er so ziemlich die gesamte Elite von Hamid bezwang. Dieser Sultan war ein echter Anhänger des Ringkampfes. Als Doublier nach Paris zurückkehrte, hatte sich sein türkischer Aufenthalt kaum bemerkbar gemacht. Jahre später jedoch, als es keinem gelang den Franzosen Sabes zu bezwingen, reiste er dorthin zurück. Doublier brachte schließlich die ersten türkischen Wrestler nach Europa: Kara Osman, Nourlah und Ismail Yusuf. Sabes hatte keine Chance gegen sie. Osman wurde später von Pierri nach England geholt. Auf Pierris Betreiben hin schickte man Yusuf nach Amerika. Alle drei - Pierri, Doublier und Yusuf - machten sich auf den Weg. Yusuf besiegte u.a. den berüchtigten Evan Lewis. Am 28.03.1898 unterlag er durch DQ im New Yorker Madison Square Garden gegen Ernst Roeber. Auf der Rückreise nach Europa geschah jedoch die Katastrophe: Yusuf starb bei einem Schiffsunglück und ertrank in den Fluten des Atlantischen Ozeans. Pierri verlor einen guten Freund. In Deutschland gab es noch einen Kampf mit dem Profiringer Heinrich Eberle. Diesen gewann Pierri.

1901 wurde der "European Greco-Roman Title" für vakant erklärt. Eine englische Version entstand 1894 in England. Die USA hatten einen Greco-Roman Title seit 1880. Tom Cannon war in Europa der erste Träger dieses nicht international gültigen Titels. Selbst auf dem eigenen Kontinent ließ ein übergreifender Einfluss auf sich warten. Nur wenig später war plötzlich auch Carl Abs ein Champion. Auf Pierris Karriere hatte das jedoch keinen Einfluss mehr. Er hielt seinen Anspruch nach dem vakanten Titel aufrecht. Und so kam es am 03.05.1901 in London zum Kampf gegen Altmeister Tom Cannon. Eines der härtesten Matches in seiner Laufbahn. Die beiden Perfektionisten des freien Ringkampfes schenkten sich nichts. Die Konfrontation entschied aber der Engländer, der daraufhin zum zweiten Mal nach 1894 Champion wurde. Seinem Spitznamen ist der 1.65m Mann in den Jahren mehr als gerecht geworden. Die meisten nannten ihn nur "den schrecklichen Griechen". Mitunter kämpfte Pierri auch unfair, vor allem wenn keine großen Verbote festgelegt wurden.

Zwischen Februar und März 1902 wurde im Londoner Sporting-Club ein Weltmeisterschaftsturnier nach den Regeln des gr.-röm. Stils ausgetragen. Ein Deutscher namens Jakob Koch, aus Neuss am Rhein, gewann diese WM mit einem Sieg im Finale gegen Omer de Bouillion. Pierri konnte sich für dieses Turnier nicht mehr qualifizieren. Er bestritt nach der WM einige Kämpfe in der Royal Holborn Music Hall. Am 22. und 28.04.1902 besiegte er Ivan Patowski aus Warschau. Kurze Zeit später, am 06.05.1902, folgte der Sieg über Conrad de Tarras aus Portugal nach 9 Minuten.

Irgendwann musste nun auch die Fehde gegen einen aufstrebenden Ringer aufflammen, der Europa wie im Sturm eroberte. Es war George Hackenschmidt, der einen nach dem anderen besiegte. Hackenschmidt musste im September 1903 einen Kampf gegen Magnus Bech-Olsen vorzeitig abbrechen. Er zog sich eine Verletzung am Knöchel zu. Pierri sah darin die willkommene Chance ihn erst recht herauszufordern. Allerdings war er Kräfte mäßig unterlegen und zudem noch wesentlich älter. Dafür aber erfahrener. Hackenschmidt schlug die Herausforderung natürlich nicht aus, obwohl er genau wusste, dass "der schreckliche Grieche" ein ernstzunehmender Gegner war. Im Oktober 1903 trafen beide erstmals in der Londoner "Oxford Music Hall" aufeinander. Die Hoffnung von Pierri, seinen Gegner leicht zu besiegen, erfüllte sich nicht. Hackenschmidt siegte nach 25 Minuten. Pierri blieb hartnäckig und forderte einen Rückkampf. Der kam, einen Monat später, am 21.11.1903 in London. Die Regeln legte er höchst persönlich fest: Es war ein Match im "greco-roman" und "catch-as-catch-can" Wrestling. Er erhoffte sich wenigstens im freien Stil bessere Chancen. Doch der Schein trügte. Hackenschmidt gewann den greco-roman Fall in 17 Minuten und den catch-as-catch-can Fall in 15 Minuten. Im Wrestling weiter zu kämpfen, darin sah Pierri fast keine Erfolgschancen mehr. Das verbitterte ihn und er zog sich zusehend als aktiver Wrestler vom Geschehen zurück.

Er trat verstärkt in die Rolle des Veranstalters und Managers. Es folgten etliche Meisterschaften in London unter seiner Leitung. Mit dabei waren viele Wrestler aus ganz Europa. Die Sache mit Hackenschmidt entwickelte sich zu einer persönlichen Fehde. Pierri schwor Rache. Nur kurze Zeit nach den beiden Niederlagen präsentierte er dem britischen Publikum einen neuen Schützling aus Istanbul, Ahmed Madrali. Ein weiterer guter Wrestler aus dem Lager der Türken. Er sollte nun Hackenschmidt entgegentreten. Pierri arbeitete fieberhaft an einer passenden Werbung. Sofort erging eine Herausforderung an Hackenschmidt. Des weiteren verkündete der nunmehr Erzfeind Pierri auf Plakaten in ganz England, dass Madrali um ein Vielfaches besser sei als Hackenschmidt. Er lies keine Gelegenheit aus, um seine Neuentdeckung besser dar stehen zu lassen. Doch es nützte alles nichts.

Am 30.01.1904 war der Tag der Entscheidung in London angebrochen. Madrali betrat in Begleitung seines Managers Pierri den Ring. Hackenschmidt hatte Jakob Koch an seiner Seite. Madrali verlor dieses wichtige Match. Pierri verkündete danach, dass Hackenschmidt nur durch Zufall gewonnen hätte. Es folgte nun wieder das altbekannte Lied: Der Türke sei besser. Es gab dann später einen Rückkampf. Obwohl Madrali unterlag, konnte er durch Pierris Management in England und Amerika mächtig Eindruck hinterlassen. Von April bis Juni 1904 leitete er wieder ein Turnier in London, an dem etliche Berufsringer teilnahmen. Tom Cannon, Ernst Siegfried, Charles le Meunier und Charles Green standen auf der Teilnehmerliste. Durch Pierri kamen in diesem Jahr noch mehr Berufsringer nach London wie: Curt Derelli, Ernst Siegfried, Mehmet Codjali und Halil Adali. Nach der Ankunft von Madrali, Ende 1903, schickten Pierris Agenten den Riesen Derelli und dessen Landsmann Adali. Ebenfalls kein Leichtgewicht. Antonio legte mehrere Herausforderungskämpfe fest und deponierte erneut Unsummen bei englischen Zeitungen. Stammgast war er ja bereits bei der Sportsman. Zu den stärksten Gegnern seiner türkischen Schützlinge gehörten Georg Lurich, Alexander Aberg und besonders George Hackenschmidt. Im Januar 1906 wurden Gerüchte laut, wonach Madrali erneut auf Hackenschmidt treffen sollte. Pierri drehte wieder die Werbetrommel, obwohl die Austragung noch nicht als gesichert erschien. Den Kampf musste man zweimal verschieben, da Pierri und Hackenschmidts Management um Vertragsrechte stritten. Am 28.04.1906 fiel die Entscheidung in der Londoner Olympia Halle. Wie schon zwei Jahre zuvor, so besiegte Hackenschmidt seinen Kontrahenten auch diesmal binnen kürzester Zeit.

Der Historiker Nat Fleischer berichtete 1936 von einer Geschichte die sich in Indien abgespielt hatte. 1892 machten sich Pierri und Tom Cannon auf Richtung Indien. Und wie es dazu kam schildert die nachfolgende Geschichte:

"In the early 90s, when Cannon was the champion of England and Antonio Pierri still considered himself good enough to tackle any of them, a sea captain friend informed the two in London how easy it would be to make a lot of money by going to India and win unbelievable amounts of gold pieces by defeating some of the Punjab champions. The Maharajah would back them for a million pounds, said the captain to the open-mouthed Cannon and Pierri. We shall continue in Pierri´s own words of broken English: "I look at Tom, and Cannon, he look at me. Next thing we are on the boat, bound for India. We debarked at Delhi and soon are on our way to Punjab. We decide our reputation too big and Maharajah no bet against us. So we decide take other namens to hide our reputations. We arrive in Punjab. We wait for Sunday and we go see big match in tournament. One Maharajah, he sit on a high gold chair. Another Maharajah, he sit on another big high very gold chair. Few minutes, two big wrestlers come on the big soft mat. Oh, how big and how heavy-muscled man! Never see such champion before! The match, he go about ten minutes. The show is over! Tom, he look at me and I look at him. We both look set. I say, Tom, this is no place for us to win money. We go home. We go back to England. Tom, he never answer, but he come with me lika a baby, and three days later we are again on the boat and we begin our trip for home. We never say one word to the wrestlers or to the Rajah. No use."

Antonio stand schon fast am Ende seiner Karriere, als ihn ein alter Konkurrent aus früheren Tagen herausforderte, Tom Cannon. 1909 wollten es beide noch einmal wissen. Sie bestritten drei Matches gegeneinander. Das erste Match gewann Altmeister Cannon. Die beiden anderen Kämpfe endeten im Unentschieden. Unentschieden endete so auch eine lange Ringerfehde. Das was Pierri wohl am meisten auszeichnete, war sein starker Einsatz für die türkischen Wrestlinggrößen. Fast alle namhaften Türken wurden von ihm gemanagt. Darunter etwa: Ismail Yusuf, Kara Ahmed, Ahmed Madrali, Selim, Nourlah, Mehmet Effendi, Kara Osman, Halil Adali, Curt Derelli und Mehmet Codjali. Durch Verbindungen mit dem Franzosen Jean Doublier, entstand bald ein reger Freundeskreis. Doublier hatte durch seine Zeit in der Türkei bereits diverse Kanäle eröffnet.

Pierri bildete in London eine Ringertruppe und hatte beste Kontakte zu anderen Veranstaltern und Theaterdirektoren. Aufgrund dessen war es später fast nur noch über ihn möglich, an Titelkämpfe und Turnierplatzierungen heranzukommen. In der "Sporting Life" oder "Sportsman" inserierte er Herausforderungen mit teilweise hohen Gagen. Das waren die wichtigsten Sportzeitungen Englands. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sich Größen wie Georg Lurich daraufhin zu Wort meldeten. Im Londoner "Alhambra Theater" sind damals etliche Turniere unter Pierris Leitung veranstaltet worden.

Die Karriere als Veranstalter und Manager verlief in den Jahren nach 1900 weitaus erfolgreicher, als die des aktiven Wrestlers. Es folgten noch Jahre im Wrestling bis er ein Alter erreichte, bei dem ein Rücktritt gerecht erschien. Er gab nur wenig Persönliches in die breite Öffentlichkeit. Ein Grund, warum vieles zu seiner Person offen bleibt. Mit Pierris Rückzug verlor das Wrestling einen einflussreichen Mann. Einer der in vielen Bereichen aktiv mitwirkte. Um 1910 verzeichnet Pierris Kampfrekord einen letzten Auftritt in Wien. Hintereinander besiegte er Fablo, Georg Jagendorfer, Heinrich Niemann, Wilhelm Türk und Sergius. In Frankreich nahm er Abschied von der Ringbühne, die ihm soviel bedeutet hatte in seinem Leben. Am 20.08.1912 starb Antonio Pierri in Straßburg.

"Was Pierri anbetrifft, so kann ich nur sagen, dass er in jeder Beziehung ein Gentlemen ist und bei den Direktoren in hoher Achtung steht, so dass man schwerlich ein Engagement ohne ihn bekommt."
Ernst Siegfried, 1904



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